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1 (1836) Düsseldorf und das Rheinland : mit einem Anhange: Ausflug nach Paris
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DÜSSELDORF, ÜBERGANG ZUM GENRE.

den Armen des Schlafes holdselig an einander geschmiegten Königsknaben,ist tiefgefühlt. Es ist das bedeutendste Werk dieses Künstlers.

Hildebrandt hat auch viele Bildnisse gemalt, welche sich durch vollkom-mene Ähnlichkeit und durch Wahrheit und Einklang der Farben auszeich-nen. Ich kenne nur zwei davon, das des Grafen Trips und das des Herrnvon Förster, Husarenoffiziers; keins von beiden ist idealisirt: aber beidesind von sprechender Wahrheit und bewundernswürdig gemalt. Das letzteBildnis war auf der Berliner Ausstellung im Jahr lß.34.

Ich mufs noch bemerken, dafs dieser Künstler unabläfsig im Fortschrei-ten begriffen ist. Sein kranker Rathsherr und die Kinder Eduards gebenden Beweis davon. Wenn man diese beiden Bilder mit Romeo und Juliavergleicht, so hat man Mühe zu begreifen, dafs sie von demselben Künst-ler herrühren, und man kann ihm zu dieser Verwandlung, der köstlichenFrucht der Zeit und des Fleifses, nur Glück wünschen. Ein Maler derstehen bleibt, ist sehr nahe daran, zu sinken. Hildebrandt hat keineswegsdiese Gefahr zu fürchten. Wenn in Romeo und Julia die Färbung nochder Sicherheit und Kühnheit ermangelte; wenn die Gestalten, bei aller An-muth, doch etwas Gezwungenes und Geziertes an sich trugen: so zeigendagegen die späteren Werke des Künstlers keine Spur mehr von diesenMängeln.

Ich wüfste meine Beobachtungen über den Übergang der geschichtlichenzur Genre-Malerei an keinem schicklicheren Orte mitzutheilen, als hier;denn bei keinem Maler sehe ich beide Abtheilungen mehr in einander ver-schmolzen, als bei Hildebrandt.

Sehen wir zuvörderst, was das besondere Wesen jeder dieser beidenKunstabtheilungen ausmacht.

Das Ideal ist das Gebiet, aus welchem die Gesehichtsmalerei ihre Be-geisterung schöpft; das Erhabene ist das Ziel, welches sie zu erreichen