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1 (1836) Düsseldorf und das Rheinland : mit einem Anhange: Ausflug nach Paris
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DUSSELDORF, ÜBERGANG ZUM GENRE.

fer Künstler zukömmt, und ich nehme darunter Lessing nicht aus. Die Artund Weise, wie Hildebrandt insgemein seine Gegenstände behandelt, scheintdie Benennung Genremaler nicht zuzulafsen: indessen sind viele seiner Dar-stellungen aus dem häuslichen Leben entnommen. Wir werden auf dieseUnterscheidung noch zurückkommen.

Ich würde Mühe haben, von der Sinnesrichtung und Darstellungsweise,welche Hildebrandt eigen sind, Rechenschaft zu geben, ohne mich derVergleichungen und Ähnlichkeiten zu bedienen. Ich würde etwa Ähnlich-keit zwischen ihm und Rembrandt und Ferdinand Bol finden, wenn seineFärbung und Beleuchtung auf denselben Kontrast und Glanz hinarbeitete,und wenn er, wie jene, eine gewisse herkömmliche Bekleidung oder wun-derliche Vermummungen angenommen hätte. Auch würde ich bei ihm Ähn-lichkeit mit Caravaggio finden, wenn er nicht weniger verwegen, vielmehrbesonnener als dieser Maler wäre; und wenn das ihn beseelende Gefühlnicht ein edleres und zarteres Gemüth offenbarte. Ich kenne indessen einGemälde von Caravaggio, worin man ein Vorbild der Art finden kann, wel-chem die meisten Hervorbringungen Hildebrandts angehören: das sind seineKartenspieler der Galerie Sciarra Colonna in Rom. Sixtus V von Schnetzkann auch in dieselbe Reihe gestellt werden. Die Art, wie Hildebrandt dasNackte behandelt, hat manchmal etwas von Van Dyck, z. B. auf seinemalten Krieger mit dem Kinde: auf diesem Bilde hat das Kind eine Fein-heit der Farbentöne, welche ganz an diesen berühmten Meister erinnert.Hildebrandt, der gesonnen zu sein scheint, diese Vergleichung zu verdie-nen, ist vielleicht derjenige unter den Düsseldorfer Künstlern, der die we-nigste Ähnlichkeit mit den Malern der Rafaelischen Zeit hat: aber ich kennekeinen, der wahrer und liebenswürdiger der Natur nachbildet. Unter allenMalern der Düsseldorfer Schule ist er vielleicht auch am meisten mit derunschätzbaren Gabe der Farbe betheilt. Er versteht es, die Wahrheit derNachbildung mit der Frische der Farben, die Lebhaftigkeit mit dem Reizund der Harmonie zu verbinden.