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1 (1836) Düsseldorf und das Rheinland : mit einem Anhange: Ausflug nach Paris
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DÜSSELDORF, GESCHICHTSMALER.

Mann. Sein blondes Haar, sein verschleierter Blick, seine zarte Farbeverbreiten über seine Gestalt einen ganz eigenthümlichen Reiz. Er hat einschüchternes, mistrauisch.es , träumerisches und schwermüthiges Ansehen;die Trauer scheint seinen Zügen eingeprägt: aber sein Lächeln ist sehrlieblich. Er ist wenig mittheilsam und manchmal sogar schweigsam. Erhört seinen Meinungen völlig entgegengesetzte Urtheile aussprechen, ohnescheinbar daran Theil zu nehmen; er bleibt unbeweglich: aber seine Wan-gen färben sich; die Seele hat die Erschütterung empfangen, der Ein-druck wird nicht vorübergehend sein. Lessing ist nur auf der Oberflächeruhig. Sein Gang ist nicht stolz, aber das Selbstgefühl in ihm behauptetsein Recht. Alles was Lessing unternimmt, ergreift er mit Feuer, undseine Lebhaftigkeit erstreckt sich nicht blofs über die Malerei, sie läfst sichauch in demselben Maafse in allen seinen Handlungen wahrnehmen; davonhat er in seinen Dienstjahren einen sprechenden Beweis gegeben. Bei derReiterei angestellt, fühlte er sich von einer so lebhaften Theilnahme fürsein Pferd ergriffen, dafs er ganz nahe bei den Ställen seine Wohnungnahm, um es zu jeder Tagesstunde besuchen und ihm die zärtlichste Sorg-falt widmen zu können.

Alles in Lessings Stellung scheint Glück und Ruhm zu verkünden: er istgeachtet und geehrt von dem Meister; alle Künstler Düsseldorfs umgebenihn mit Liebe und Achtung. Sein Name ist eine Ehre des Landes. Man-che sehen in der Kunst keinen über ihm, und ich trete gern dieser Mei-nung bei. Die Zukunft, welche sich für ihn eröffnet, ist herrlich, undgleichwohl glaubt man am Gesichtskreise dieses Lebens Wolken aufsteigenzu sehen.

Lessing ist zu Wartenberg in Schlesien im Jahr 1808 geboren. Er istein Bruderenkel des grofsen Dichters, der diesen Namen berühmt gemachthat, des Verfassers von Nathan dem Weisen. Seine Altern leben im Wohl-stande, und sein Vater ist ein angesehener Beamter. Ein jüngerer Bruderdes Malers hat sich schon in der Pflanzenkunde einen Namen gemacht.

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