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UND DES GESCHMACKS.
eine nicht zahlreiche, aber sehr merkwürdige Sammlung von WestfälischenGemälden vor Albrecht Dürer, welche in gewifsem Betracht von denender Kölner Schule abzuweichen scheinen. Diese Gemälde, ohne den Werthder Eyckischen und Hemmelingschen Bilder zu haben, sind nicht ohne Be-deutung; sie rühren aus den Klöstern Liesborn, Büren, und anderen Ge-genden Westfalens her. Der Rath Meyer in Minden besitzt eine der Samm-lung des Herrn Krüger völlig ähnliche Sammlung: beide haben gemeinsaman Bildung derselben gearbeitet.
Herr Lieversberg in Köln besitzt eine grofse Menge alter, sehr merk-würdiger Gemälde. Die Sammlung des Canonicus Walraff, welche nachseinem Tode Eigenthum der Stadt Köln geworden, enthält auch viele Stücke,deren Werth unabhängig ist von ihrem Alterthume.
Herr Staatsminister und Generalpostmeister von Nagler in Berlin, vor-mals Preufsischer Bundesgesandte zu Frankfurt, ist einer von denjenigen,die im Fache der Kupferstiche wie auch der vaterländischen und aushei-mischen Alterthümer die kostbarsten Sachen besitzen, welche, bis auf dieGemälde, kürzlich ebenfalls von dem König sind gekauft worden.
Die Aufmerksamkeit, welche man auf die Glasgemälde gerichtet, bezeugtebenfalls jene Ehrfurcht für die Denkmale des Alterthums. Ich werde nochauf diesen Gegenstand zurückkommen, wenn ich an einer anderen Stellevon den Reichthümern handele, welche Deutschland an öffentlichen Gale-rien und Privatsammlungen besitzt.
Es geschah auch erst seit den Kriegen Napoleons, seitdem Denon mehrerealte Gemälde zur Verpflanzung nach Paris auswählte, und besonders seit-dem die Boisseree's sich mit der Bildung ihrer Sammlung beschäftigten, dafsmehrere einzelne Gemälde der Altdeutschen Schule so hoch in der öffentli-chen Meinung gestellt sind. Zu diesen gehört vor allen, unabhängig vonallen schon bei der Boisseree'schen, Berlinischen und mehreren Privatsamm-lungen genannten Bildern, das grofse Altargemälde zu Danzig, welches dasjüngste Gericht darstellt, und auch wohl dem van Eyck zugeeignet wird.