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UND DES GESCHMACKS.
ben des Herrn Solly belaufen haben: aber man weifs, dafs diese Samm-lung der Regierung die ungeheure Summe von 610,000 Thalern gekostethat. — Im Jahr 1820 erreichte diese Sammlung ihr Ziel, denn in demsel-ben Jahre erwarb die Regierung sie. Eintausend einhundert und zwei unddreifsig Gemälde wurden von den zu der Auswahl beauftragten Kunstver-ständigen ausgemärzt, und zur Verfügung des Ministeriums gestellt; sie-benhundert andere sind aufgespeichert; und die Zahl derjenigen; welchewürdig befunden wurden, in dein Königlichen Museum aufgestellt zu wer-den, beläuft sich beinahe auf tausend. Unter den Deutschen und Nieder-ländischen Gemälden dieser Sammlung giebt es viele, welche von uner-mefslichem Werthe und gröster Echtheit sind, und hohe Schönheiten dar-bieten; ich erwähne hier nur die Genter Altargemälde von Eyck, die Kreu-zigung von Hemmeling, und das Bildnis von Holbein. Die ItalienischenGemälde gewähren im Allgemeinen weniger Befriedigung; manche daruntersind zwar sehr schätzbar in Hinsicht der Kunstgeschichte oder Geschichteüberhaupt: aber ein grofser Theil dieser alten Reliquien entspricht nichtden Erinnerungen, welche Italien uns durch dieselben Meister eingeprägthat, deren Werke sie sind, und geben denjenigen, die sie nicht kennen,zum voraus keine günstige Vorstellung von ihnen.
Oft haben die Museen und Sammlungen geschichtlicher Denkmäler oderKunstwerke auf mich den Eindruck wirklicher Kirchhöfe gemacht. DasMuseum im ehemaligen Augustinerkloster zu Paris bot lange Zeit davondas traurigste Beispiel dar. Diese Denkmäler, entkleidet von dem Reizund der Anziehung, welche edle Gefühle an dem Ort ihrer Bestimmung,dem man sie entrifsen, ihnen aufdrückten, diese, so zu sagen, ihrer Seeleberaubten Denkmäler, welche der Centralisationssucht anheimgefallen, ver-mengt mit Berühmtheiten des Herkommens, mit zweideutigen Herrlichkei-ten — s ie waren verurtheilt, nur sehr verworren und ungenügend dieFolge der Jahrzahlen und den Gang mancher Ideen vor Augen zu stellen.In solchen weitläuftigen Kirchhöfen, Sammlungen genannt, dient dasjenige,