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UMWANDLUNGEN DER KUNST
zösischen Commissarien daraus weggenommen wurde, fiel in die Hände derTrödler. Von diesen letzten erwarben der Canonicus Walraff und der Kauf-mann Lieversberg viele kostbare Sachen. Eben diesem Canonicus Walraffgelang es, das schöne Gemälde der Rathskapelle, welches die Schutzhei-ligen der Stadt darstellt, vor der Plünderung zu retten; er brachte es aufdas Gemeindehaus in Sicherheit. So standen die Sachen, als die drei jun-gen Freunde in Köln anlangten. Viele kostbare Sachen waren ohne Zwei-fel zu Grunde gegangen oder verschwunden: gleichwohl übertraf der Er-folg ihrer Nachforschungen noch weit ihre Erwartung. Noch war es ihnennicht in den Sinn gekommen, eine Gemäldesammlung zu bilden, als sieeines Tages Leuten begegneten, die auf einer Bahre unter anderen Sachenein altes Gemälde trugen, welches die Leidensgeschichte vorstellte. Die-ses Gemälde schien ihnen nicht ohne Verdienst; der Eigenthümer wohntenicht weit, und war sehr geneigt, sich desselben zu entledigen; der Han-del wurde bald geschlofsen: und dieses war das erste Bild einer Samm-lung, welche späterhin so zahlreich und so berühmt ward. Man hat inder Folge gefunden, dafs dieses Gemälde eine grofse Ähnlichkeit mit denWerken Van Meckenems hatte. Schlegel gab in demselben Jahr in derEuropa, und 1806 in seinem poetischen Taschenbuch anziehende Mitthei-lungen über die alten Gemälde und Gebäude Kölns. Er wurde damals alsProfessor in dieser Stadt angestellt, und unsere drei jungen Leute warenalso ferner im Stande, seine Belehrungen zu nützen. Von dieser Zeit anrichteten die drei Freunde alle ihre Bemühungen darauf, alte Gemälde zuentdecken, sie vor der Zerstörung zu retten, sie herzustellen, und die Ur-heber derselben zu ermitteln. Der Entschlufs, eine Sammlung zu bilden,wurde indessen nicht eher gefafst, als nachdem ihre Vorstellungen übereine Byzantinisch-Niederrheinische Malerschule, über die unterscheidendenGrundzüge dieses so fernen Zeitalters der Malerei, und über die Wichtig-keit dieser Entdeckung, sich befestigt hatten. Diese neue Benennung einerByzantinisch-Niederrheinischen Schule war vollkommen gerechtfertigt durch