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UMWANDLUNGEN DER KUNST
che seit den von Cornelius und Schadow gebildeten Schulen grundlos ge-worden sind, und immer nur auf eine geringe Zahl von Künstlern anwend-bar waren, die nicht zu diesen Schulen gehörten. Ich sehe gegenwärtignicht mehr, dafs in dieser Beziehung der gute Geschmack und das richtigeUrtheil gegen die stäts so unduldsame Zwingherrschaft der Mode zu käm-pfen hätten; im Angesicht alter Gemälde von Lukas von Leyden, LukasKranach und anderen ist es nunmehr erlaubt zu finden, dafs sie nicht inallen ihren Theilen schön sind. Man würde aber Unrecht thun, das inden Hervorbringungen jener Zeit insgemein herrschende religiöse Gepräge,die Reinheit des Gefühls und die reizenden Gesichter, welche man sohäufig darin antrifft, zu verkennen und ihnen die Theilnahme zu versa-gen, welche das Alterthum und edle Bestrebungen in so vieler Rücksichtverdienen.
Jene Vorliebe war eine Verkehrtheit, und sie drohte, eine allgemeineSucht zu werden: aber sie ist nur vorübergehend gewesen, und sie dientenur dazu, eine Auflehnung wahrhafter Gefühle zu bezeugen gegen die Nach-läfsigkeit, gegen die theatralischen Verdrehungen und Übertreibungen derLieblichkeit und der Kraft, welche man unter tausenderlei Gestalten immerwieder vortreten sah, während der Schreckensregierung, während der KriegeNapoleons, und zur Zeit des Einflufses, welchen das Trauerspiel und dasBallet auf die Künste ausübten; eine Zeit, wo das Vorrecht der Bewun-derung allem zugestanden wurde, was riesenhaft oder Ziererei war. Un-ter der Einwirkung dieser heftigen Auflehnung wurden in Deutschland vieleBilder gemalt, und viele Sammlungen veranstaltet: wenn man aber heutenoch die Deutschen beschuldigt, nur das Gothische oder Altdeutsche zulieben und zu bilden, so verfällt man in einen schweren Irrthum. Esgiebt wohl noch eine kleine Zahl von Ausnahmen, aber fast bei allenDeutschen Malern von anerkanntem Verdienste gewahrt man keine Spurmehr von dieser Nachahmung des Gothischen.
Ich sehe nur Overbeck zu Rom, der in seinen Werken Ähnlichkeit mit