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1 (1836) Düsseldorf und das Rheinland : mit einem Anhange: Ausflug nach Paris
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EINLEITUNG.

einweihen. Diese ewigen Wunder wiederholen sich unaufhörlich, erfreuenuns täglich, erheben unsere Seele zum Unendlichen, erwecken die LiebeGottes, offenbaren das Schöne, und machen die Seele dafür empfänglich.Selbst das Erhabene in der Kunst hat niemals die Natur und die Wahrheitüberschritten; denn jenseits derselben giebt es nur Übertreibung und Ver-zerrung. Es ist leichter, bei der Erhebung die Gränzen des Wahren zuüberfliegen, als es zu erreichen und sich darin zu erhalten.

Neben den heftigen Angriffen der Französischen Schriftgelehrten gegen dieKünstler oder unter einander, werden meine schwachen und furchtsamen,von der Liebe zur Kunst und zu unseren Künstlern eingegebenen Versuchesehr unbedeutend erscheinen. Was sind meine bescheidenen Zweifel undmeine Behutsamkeit neben den kühnen Behauptungen, den überraschendenWendungen, der feurigen und unerhörten Sprache, welche die neuesten Er-zeugnisse auszeichnen!... Mühsam habe ich dieses Werk ausgearbeitet; daswird man nur zu sehr wahrnehmen.

In dieser Einleitung, welche gleichsam das Vorspiel des Werkes selberist, möchte ich dem Leser den Maafsstab meines Verständnisses mittheilen;man soll erkennen, welches Vertrauen man meinen Ansichten gewährenkann, damit, wenn man meine Grundsätze falsch befindet, man meinem Ur-theile mifstraue, und die Künstler, von welchen ich rede, nicht darunterleiden; damit man komme und schaue, und berichtige: wenn man jedochfindet, clafs ich richtig urtheile, so wünschte ich, dafs die Künstler und dieLeser Vertrauen zu mir fafsten und einige Frucht von meiner Arbeit ge-wönnen.

Um sich von dem Werth eines Urtheils über Menschen oder Sachen, wel-che man nicht kennt, zu überzeugen, ist es gut, den Werth des Beurthei-lers selber zu kennen: einer solchen Prüfung habe ich zum Vortheile derWahrheit mich unterwerfen wollen; indem ich von der alten Malerei undden allgemeinen Grundsätzen der Kunst handele, werde ich, wie ich glaube,meinen Maafsstab anheben.

^BHÜB