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und für den dritten Tag war ein großesj Turnier angcsetzt, welches die Ritter und
> Edlen von Weit und breit herbeigezogen hatte,
j Auf hohen Estraden rings um den Kampf-
platz faßen die schönsten Frauen und Fräulein,darunter Elmegarde und ihre KöniglicheSchwiegertochter! Schon waren viele Rittervon Lyderic aus dem Sattel geworfen, alsein neuer Kämpe in die Schranken ritt unddurch den Wappenherold bekannt machen ließ,
! daß er mit Lyderic mit Schwert und Lanze
^ zu fechten wünsche! Der fremde Ritter, dessen
Angesicht durch das herabgelassene Visir ver-, deckt verdeckt war, saß in gebückter Haltung
! zu Pferde, woraus hervorzugehen schien, daß
> er nicht mehr ganz jung sei.
* Vergebens wollte der König den Fremden
! bewegen, von dem Kampfe für heute abzu-
^ lassen. Dieser bestand auf seinem Vorhaben
und ließ seine Aufforderung von Neuem an
> Lyderic ergehen. Da schwang sich Lyderic
: auf sein Roß, legte seine Lanze an und rannte
mit wildem Ungestüm aus den Fremden ein,
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sank aber in demselben Augenblicke von des >Gegners Lanze zwischen Helmkragen und Panzer -getroffen rückwärts vom Pferde.
Während ein Schrei des Entsetzens dieReihen der Zuschauer durchflog, sprang der ^Fremde vom Pferde, bückte sich über Lydericund schlug sein Visir zurück, der sein Angesicht ^erschreckt von dem Fremden abwandte, denn eswar sein Pflegevater.
So weit mußte es also zwischen unskommen! rief der Eremit, doch lieber ist mir, ^Du fällst von meiner Hand, als Dich lebend i
zu wissen in Schimpf und Unehre, weil Du !
Graciana von Dir gewaltsam fortgestoßen.
Verzeihung! jammerte Lyderic dem Tode !
nahe. >
Verzeihung? entgegnete der Eremit betrübt, j
sie werde Dir dort oben, leb' wohl!
Damit wandte sich der Alte weg, schwangsich auf sein Pferd, und ritt von dannen!
Nach wenigen Minuten hatte Lyderic auf- !
gehört zu leben. !
! Der Mörder von Hagen
! Eine Sage von W. Herchenbach.
! ^u Hagen wohnte ein altes Mütterlein,
! etwas abseiten des Ortes. Weil sie gerne anArme spendete, so viel es ihre spärlichen Mittelerlaubten, so galt sie für reich. Da kam esdenn einem Tagediebe und Spieler zu Ohren,daß die alte Frau viel Geld im Keller ver-borgen habe. Einst, da er beim Kartenspielenicht allein seine Baarschaft, sondern auch den! Kittel verspielt hatte und seine Genossen nichtborgen, sondern baaren Einsatz haben wollten,i verließ er mit Flüchen die Wirthsstube. Ich
! weiß schon, wo es Geld giebt, sprach er, indem
. er den Weg Hanse der alten Frau
! eiuschlug.
i Es war spät am Abend, das Heerdfeuer
I flackerte und warf einen rothen Schein durch i
! die offene Thüre. In Andacht versunken saß
, die Bewohnerin vor dem Feuer und betete mit
lauter Stimme den Rosenkranz. Dieses alte, !
i ehrwürdige Gesicht flößte Liebe und Rührung !
! ein, aber des Spielers Gefühl war abgestumpft !
und keiner guten Regung fähig. Auf den Zehen !
schlich er sich hinter die Betende, riß sie an !den Haaren zu Boden und forderte Geld. ;
Die auf den Tod erschrockene Alte mochte i
noch so hoch und heilig betheuern, daß sie arm ;
sei, er bestand ans seiner Forderung und schleppte !sie unter grausamen Mißhandlungen die Keller- !treppe hinab. Als sich nirgends Geld fand, ^warf er sie zu Boden, setzte den eisenbeschlagenen ^
S chuh auf ihren Hals und drohte, sie zu tödten, !
wofern sie nicht auf der Stelle alles Geldhergebe. !
Sie aber wimmerte leise und flehte um !
ihr Leben, indem sie sich eidlich verschwor, daß !
sie keines Hellers mächtig sei. !
Da stürzte der Bvsewicht die Kellertreppe j
hinauf; schon glaubte dieArme, daß sie gerettet !
sei, als er mit. einem Beile zurrückkchrte und !
ihr die vorgestreckte Hand abhieb. Das Blut ^
rieselte ihm über die Hemdärmel ^ aber es >
schreckte ihn nicht. Knie nieder, alte Hexe, schrie !
er in wilder Wuth, jetzt hat deine letzte Stundegeschlagen I -