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' Wunderschöne Elfen trugen Helle Fackeln,
! an denen Johannisfunken auf und nieder
schwebten, in den Händen, sie stellten sich in! Reihen auf an dem Eingänge des Gemachs
! und Anna trat heraus, strahlend von Glück
^ und Schönheit. Rübezahl führte ihr den
Bräutigam entgegen, den: stolze Federn vom^ Barette nickten, der in weißem Sammt ge-
kleidet eine blaue Schärpe trug und dessen! goldnes Schwert mit einem Kreuzesgriff ge-> ziert war, an dem ein Rubin funkelte. —
Der Geisterfürst aber strahlte in aller; Pracht seiner Hoheit, lang floß der Mantel
! von seinen mächtigen Schultern, auf seinem
! Haupte trug er eine Krone, die Strahlen warf
! durch die ganze weite Halle, ein ehrwürdiger
! Bart fiel silberweiß auf seine starke Brust
! hernieder und vor seines Zepters leisem Winke
^ neigte sich die Schaar der Geister.
! Unter einem Baldachin von Rosenbüschen .
! prangte ein Altar von edlem Granit und aus
' einer kostbarer Schaale von Bergkristall loderte
! eine Flamme, deren Wohlgeruch den prächtigen
^ Raum durchwallte. — Trompeten und Hörner
! schmetterten gewaltiger — ein unsichtbarer
Sängerchor stimmte den Hochzeit-Hymnus an:
Der Liebe GeistDie Welt umkreist,
Ihm lodern alle Herzen IDie GeisterschaarBaut den Altar,
Sie zündet Hochzeitkerzen.
Das MenschenherzSteigt himmelwärts,
Von Lieb' und Andacht trunken.
Heil sei dem Paar,
Das ani AltarDemüthig hingesunken! —
Geist der Natur!
Hör seinen Schwur
. Und schirme seine Pfade;
' Hör' das Gebet,
! Das kindlich fleht
^ Um deine Huld und Gnade! —
z Zitternd, in unsäglicher Wonne knieten
Otto und Anna vor dem leuchtenden Altarund der erhabene Fürst der Gnomen und! Zwerge legte segnend seine Geisterhände auf
' die fromm gesenkten Häupter; dann zog er
j die Seligen empor in seine Arme und drückte
! sie väterlich an seine Brust.
I Gehet hin, ihr Lieblinge meines Herzens,
I sprach der königliche Rübezahl, liebt euch treu
° und vergesset niemals euren Freund auf dem
Riesengebirge. Ich muß euch verlassen jetzt;
! aber meines Schutzes seid versichert, wohin
! euch auch das Leben führt und rechnet auf
- den Lohn der Treue.
Wie Glockengeläute ballten Rübezahls Wortedurch die mächtigen Bogengänge der Zauber-höhle und durchdrangen mit begeisternder Kraftdie Herzen der Liebenden; in stummer Selig-keit umfingen sich ihre Arme und ein heiligesSchweigen ging wie Engelsfittiche durch dieganze Versammlung. —
Lebt wohl! — Gott segne euch! — DiesenScheidegruß hauchte sanft Rübezahls Stimme;lebt wohl! Gott segne euch! flüsterte eintausendfaches Echo rings umher — dann sahsich das Paar allein "und unsichtbare Händeentkleideten die Seligen von den hochzeitlichenGewändern, einfach standen die Menschenkindersich einander gegenüber und Otto sank niedervor dem Hirtenmädchen, das seines LebensKönigin geworden. —
Die Johannisnacht hat niemals eineschönere Hochzeitfeier gesehen, als dieses Festin Rübezahls Geisterburg auf der SchneekoppelAls die frühe Morgensonne am andern Tagedas Rosenumblühte Hochzeitbette beschien, er-wachten die glücklichen Schläfer und aus demseligen Traum der Nacht stieg die Wirklichkeitihrer Liebe so frisch und muthig, daß beidezugleich aufsprangen und auf's Neue in derzärtlichsten Umarmung des köstlichsten Be-sitzes sich versicherten. Noch einmal fandensie von Geisterhänden das Mahl bereitet; aberdraußen wieherten schon die Rosse und deralte Franz trat herein und meldete, daß Allesbereit sei zur Heimreise.
Wie mundete deni glücklichen Gatten derMorgentrunk, den die Lippen seiner jungenFrau ihm kredenzten, wie tapfer hing er seingutes Ritterschwerdt in den festen Gürtel undnahm dankend Abschied von der gastlichen Höhle!Draußen lag der Morgen sonnig aus denBergen, Otto breitete seine Arme aus undgrüßte die Welt, die nun nicht mehr im Zauber-scheine des Geisterreiches erschien; über dieaber dennoch Gottes Sonne mit liebevollemGlanze warm hernieder strahlte und an seinerSeite stand die Geliebte, die ihm als dasköstlichste Kleinod geschenkt war und als seintreues Weib mit ihm des Lebens Erdenwegegehen sollte. Gott helf! sprach er laut betendund hob daun die schlanke Gestalt der holdenFrau auf den Zelter, schwang sich freudig aufsein braunes Roß, nahm die Zügel des licht-weißen Trabers, der seinen liebsten Lcbensschaßtrug, in die Hand und der ehrliche Franz rittweit voran durch den thaufrischen Tannenwald.Glück aus! zur Lebensreise! -
So stand es in der alten Chronik undich vermag nicht zu berichten, wie's den Beiden