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[1] (1857)
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freute sich im Stillen, denn er merkte an demAllen, daß sie gut und fromm war.

Nun mußte sich die Elsbeth tüchtigplagen. Das Besenbinden bringt ohnehinnicht viel ein und jetzt mußte sie für zweisorgen. Dazu kam, daß der Fremde, als eran der Besserung war, großen Appetit zeigte.Am Morgen sagte er zu Elsbeth: du bringstmir doch noch etwas zu essen vor Abend?Das that er aber, weil er so große Sehn-sucht hatte sie wieder zu sehen und er dachte:ich will es ihr reichlich vergelten was sie anwir thut.

Elsbeth kam auch immer lieber zu demKranken und plauderte gerne mit ihm. EinesTages sagte sie: Wenn du kein so silber-weißes Haar hättest und so gebückt einhergingest, würde ich glauben, du wärest so altnoch nicht, auch ist es mir als häite ich dichschon irgendwo gesehen. Es geht mir ebenso,meinte der Alte, ich glaube ich bin dir schon aneinem andern Orte begegnet.

Am andern Tage sagte er: Ich bin jetztwieder gesund und wohl, gleich will ich weiterziehen und du wirst dann die Mühe nichtmehr haben hieher zu kommen.

Da wollte Elsbeth gehen, sie drehte sichaber noch einmal um und fragte: Sollte essich wohl treffen des Sonntags, wenn ich zurKirche gehe, euch auf dem Wege zu begegnen?Nein, meinte der Alte, ich gehe weit von hierund komme erst nach zehn Jahren wieder.Kommt ihr dann in dieses Land? fragte sieweiter. Auch das glaube ich nicht, entgeg-nete er.

Da wischte sich Elsbeth mit der Schürzeein Paar ThrLnen aus den Augen, so leidthat cs ihr, daß er fort gehen wollte. Indemselben Augenblick drehte der Prinz denRing am Finger und sprach leise:

Ringlein, Ringlein eile dich,

Mache jung und freundlich mich!

Daß die liebe Elsbeth dortNimmer von mir gehe fort.

Als Elsbeth die Schürze von den Augenthat, stand der schöne Prinz da, den sie amRosenstrauch gesehen hatte. Vor Erstaunenkonnte sie kaum sprechen, endlich aber sagtesie: Warum habt ihr mir das gcthan? Soihr jung und gesund wäret, konntet ihr euchselbst helfen und ich wäre nimmer zu euchgekommen.

Ach liebe Elsbeth, sagte der Prinz, dasthat ich Alles aus großer Liebe zu dir undwill dir's reichlich vergelten, was du an mirthatest. So es dir nun Leid verursacht vondem alten Pilger zu scheiden, wirst du dochden jungen Prinzen nicht verlassen wollen.

Da zürnte Elsbeth nicht mehr und erdrehte noch einmal den Ring am Finger undsprach:

Ringlein, Ringlein bringe nochEinen Schimmel, der trägt fortMeine schöne Königin,

Mit dem guten, frommen Sinn!

Gleich wieherte draußen vor der Höhleein prächtiger Schimmel, auch des Prinzenverlorenes Pferd stand daneben und herrlicheKleider, wie sie die Prinzessinnen tragen, lagenauf dem Schimmel, darin kleidete sich Elsbeth.

Als sic da zu Pferde saßen, dachte derPrinz, daß seine Augen noch niemals eineschönere Frau gesehen hätten.

Wie er wieder zu seinen Dienern kam,waren diese erstaunt und bestürmten ihn mitFragen, wo er die schöne Prinzessin hergeholthabe. Er sagte aber, wenn ihr mitgegangenwäret, hättet ihr es gesehen, nun braucht ihres nicht zu wissen.

Als der alte Vater die Elsbeth sah,wurde er vor Freuden wieder jung und achtTage lang wurde die Hochzeit mit großerPracht und Herrlichkeit gefeiert.

Der Feuergeist.

Märchen von W. Herchenbach.

Zn einem Dorfe lebte ein Bauer mitNamen Fcuerbrand. Das ist ein etwas sonder-barer Name; und die Kinder werden gewißfragen: Warum hieß er Feuerbrand? Nun

eigentlich hieß er so, weil sein Vater fo geheißen,und einen andern Grund gab es nicht dafür.Eines Tages kani ein fremder Mann in's Dorf,der war ganz in Roth gekleidet von der Mütze