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Vater; morgen will ich unsere Burg verlassenund sie nicht Wiedersehn bis ich bringen kann,was unser Herz wünscht.
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Am andern Morgen zog der Prinz mitstattlichem Gesolge von dannen; die Helmeblitzten im Sonnenstrahl und Herr und Dienertrabten auf muntern Rossen lustig des Wegesdahin. Köstliche Schätze an Gold und Silberführten sie mit sich, zum Geschenke für dieBraut.
Gar herrliche Länder durchritten sie undkamen an manch prächtigem Schloß vorbeiund wurden gastlich empfangen. Viel edleFrauen und Jungfrauen schauten aus denFenstern dem schonen Prinzen nach, wenn erwieder fort zog; sie hätten ihn gerne längerbeherbergt, aber er eilte weiter mit ruhelosemSinn. Wenn ihn seine Diener daran erinner-ten: daß sie schon lange von Hause fort seien
und ob er diese oder jene Prinzessin nicht
heimführen wolle, so hatte er immer etwaseinzuwendcn. Die Eine war ihm zu groß,die Andere zu klein, die Eine lachte zu viel,und wieder eine Andere sah so weinerlich aus.Da mußten seine Diener wohl immer wiedermit, so gern sie auch nach Hause geritten
wären, denn die Meisten hatten ihr Liebchendaheim. Als aber des Herumziehens keinEnde war, sprachen sie eines Tages zumPrinzen: Wenn ihr durch die ganze Weltreisen wollt, so thut das allein, wir wollenjetzt heimkehrcn. Dieser bat nun seiner Seits,sic möchten doch noch eine kurze Zeit ver-
weilen; sie könnten sich mit Tanz und Spieldie Zeit verkürzen, inzwischen wolle er einmalallein sein Glück versuchen und dann sehrbald an diesem Orte wieder mit ihnen Zu-sammentreffen.
Im Lande am Niederrhein war weit undbreit berühmt die schöne Elsbeth, welche auföder Haide die Stiele der Ginsterblume zuBesen band und diese verkaufte. Ihre Schön-heit war so unvergleichbar, daß manche Leutebehaupteten: sie wäre ein Engel, der nur des-halb auf die Erde gekommen sei um zu sehen,welche Menschen solch armem Kinde für ein PaarPfenninge Besen abkaufen würden. Doch daswar nur ein Gerede. Die Elsbeth war eineWaise, die sich redlich mit Besenbinden ernährte.
Nun kam es, daß der Prinz durch diesesLand ritt; sein Weg führte ihn über die ein-same Haide, wo die Elsbeth ihre Besen zu
binden pflegte. Grade ruhte sie aus undpflückte Rosen vom wilden Rosenstrauch deram Wege stand. Da sah sie den Ritter herankommen und stellte sich erstaunt an den Weghin. Solch blanke Rüstung, solch Blitzen imSonnenschein hatte sie noch nie gesehen. Alsder Prinz aber näher heran kam, dachte siebei sich selbst: wie stehst du doch so albernhier und gaffst! und lief schnell hinweg.
Der Prinz hatte die schöne Elsbeth ge-sehen; die war ihm nun grade recht nachseinem Sinn; sie war nicht zu groß und nichtzu klein, sie lachte und weinte nicht. Aberwie sollte er es anfangen sie wiedcrzusehen,sie mußte sich irgendwo verborgen haben, ergewahrte sie nirgend mehr. Daß sie schön ist,dachte er, sahst du wohl, ob sie gut undfromm ist. weißt du aber noch nicht. Da fielihm der Ring ein; er drehte ihn rasch amFinger herum und sprach:
Ringlein, Ringlein dreh dich um,
Mach mich alt und mach mich krumm!
Geht das holde Kind vorbei,
Daß ich dann kein Prinz mehr sei.
Augenblicklich wurde der Prinz ein altesi krummes Männlein. Er setzte sich auf einenj Stein am Wege und wartete bis Elsbethzurückkam. Das geschah auch wirklich. Dasprach er: Ach liebes Mädchen, gehe nichtvorüber! Hilf einem armen Wandersmann.Meine Füße wollen mich nicht weiter tragen;vor Hunger und Durst verschmachte ich fast.
— Wie dauert ihr mich, guter Mann,sagte Elsbeth. Ich weiß eine Höhle imSandberge, nicht weit von hier, da wohntevor Zeiten ein Steinklopfcr mit seiner Familie,dahin will ich euch geleiten; ruhet dort aus,unterdessen ich zur Stadt eilen will um meineBesen zu verkaufen und um Brod und Milchzu eurer Stärkung zurückzubringen.
Der Alte folgte Elsbeth und wartete inder geräumigen Höhle, wo er Moos zu einemLager fand, bis sie wieder kam und ihn mitBrod und Milch erquickt: Bleibt nun hier,sprach sie, morgen will ich wieder kommen undsehen wie es euch geht.
Als Elsbeth am andern Tage wieder kam,ging cs dem Alten viel schlechter; er verbotihr aber Jemanden seinen Aufenthalt zu «er-reichen und bat, sie möge doch alle Tagekommen ihm etwas zu essen zu bringen. Dasversprach die Elsbeth zu thun und fragte nochals sie ging: ob sie chm ihr Gebetbuch leihensolle. — Ja, das bringe nur, entgegnete er,ich kann es jetzt gut gebrauchen. Der Prinz