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artigsten fabelhaften Begriffe, worin der Aber-glauben seinen Ausweg fand.
Es konnte nicht fehlen, daß die Wunder-geschichte des leeren Grabes bis zurück zumMord des Försters durch das ganze Landdrang und sich sogar bis ins friedliche Thalder Köhler verbreitete, wo nun der armeChristoph mit eigenen Ohren hören mußte,daß die Engel des Herrn seinen Leichnam ausdem Grabe geholt und direct in den Himmelgetragen hätten, und Aehnliches mehr. Alssich der Verbannte aber gerechtfertigt sah undals unschuldig erkannt, frei fühlte, da leisteteer auf sein Anrecht der HeiligenverehrungVerzicht, streifte den Köhlerglauben von sichab und gab sich zu erkennen. Die Köhler inder Runde kamen nun zusammen, wünschtenihm Glück und führten ihn im Triumphzugein seine Heimalh, wo er kaum Sprache genugfinden konnte, dem staunenden und freudigüberraschten Volke den Hergang seiner Leidens-geschichte umständlich zu erzählen und immerzu wiederholen.
Der bärtige Mann, wie Christoph seinenRetter beschrieben, wurde dabei allgemein als
der Berggeist Rübezahl erkannt, was beiden guten Leuten schon deßwegen für zweifellosgelten mußte, da ja die Rüben über demGrabe hervorgewachsen, ohne daß sie durchMenschenhand gesäet oder gepflanzt wordenwaren. ' Auch hatte sich der verstorbeneMörder des Försters noch vor seinem Endedahin ausgelassen, daß es ihm, als der ver-hängnißvolle Baum umgestürzt, vorgekommensei, wie ein grunzendes Lachen gellend in seinOhr gedrungen, und dies konnte nach der Be-urteilung der Anderen ebenfalls nur vonRübezahl hergerührt haben, der mit seinerRiesenstärke den Baum beim Umfallen in eineandere Neigung gebracht haben mußte.
Durch diese edle That an dem armenChristoph gewann der Berggeist aber neuer-dings wieder an seinem ohnedieß schon großenAnsehen, und wenn ihn daher auch Alle alsden wirklichen Retter des Mannes verehrten,so vergaßen sie doch nicht, Gott in der Höhemit ihrem Lobe zu preisen, ohne dessen An-ordnungen und Willen keines Sterblichen Pulseschlagen noch stocken.
Die schöne Elsbeth
Märchen von Augltste Tenhaeff.
(Rs war einmal ein Königssohn, zu demsprach sein Vater: Seitdem deine Mutter, dieKönigin Ulrike, gestorben, ist es öde und trau-rig in unserm Hause. Gehe jetzt dir eineFrau zu erwählen, damit ich noch Freude undWonne in meinen alten Tagen erleben möge.Zwar wird es mir lieb sein, wenn sie holdund schön von Angesicht ist, damit auch desLandes Volk sich an dem Anblick einer lieb-lichen Königin ergötze, aber sieh vor allemzu, Sohn, daß sie ein gutes Herz hat, sonstbist du übel dran dein Lebenlang.
Da antwortete der junge Prinz: Dafürlaß mich nur sorgen mein Vater, ich will dieRechte schon finden; so ich sie dir heim bringewirst du dich wundern und mich loben.
— Ei, Ei! sprach der Vater, wie weisesich das Söhnchen dünkt; schon manchesBürschchen sprach so, eh es in die weite Welthinauszog, und wurde am Ende doch betrogen.
Aber warte, ich gebe dir ein Ringlein mit,das dir vortreffliche Dienste leisten kann.Dies ist der ächte Ring des Königs Salo-mon Sohn, der den Stein der Weisen um-faßte. Der Stein ist verloren gegangen undseitdem steht es in keines Menschen Machtmehr alle seine Wünsche zu befriedigen, derRing indessen besitzt noch immer so vielZauberkraft, daß, macht der Besitzer desselbeneinen weisen Gebrauch davon, er damit nochglücklich werden kann. Wenn du ihn amFinger hcrumdrehest und einen Wunsch aus-sprichst, wird er aus alter Anhänglichkeit anunsere Familie, dir diesen nicht versagen.Mehr wie drei Wünsche, lieber Sohn, kannich dir aber nicht erlauben, dem Ringe aus-zusprechen, denn mit der Zauberer ist es ohne-hin bald vorbei.
Da steckte der Sohn den Ring lachendan den Finger und sprach: Schon gut mein