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[1] (1857)
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er sich vor den Meister stellte.Narrenspossen!Eitles Psaffengerede! Ei» bissel Zengniß istrasch abgelegt und schnell vergessen! Das hierhält länger!"

Dabei kehrte der Fremde seine Taschen umund schüttelte ganze Hansen von Gold aus denTisch.

Dem Meister Michael vergingen schier dieSinne.Wohlan!" rief er,cs sei wie Ihrwollt! Topp es gilt!"

Topp!" schrie der Fremde einschlagend,und verschwand durchs Fenster.

Dem Meister Michael gelang cs leicht,sich von seiner Tochter, welche in dem gutenGlauben war, cs gälte ihrer Verbindnng mitCaspar, den Schein zu verschaffen. Die Suchtnach Gold hatte ans seinem Vaterherzcn dieletzte Spur von Liebe vertilgt.

Ein furchtbares Lärmen unten auf derStraße weckte den Meister ans dem Sinnenund Brüten, welchem er sich am andern Morgenüberließ. Er eilte ans Fenster und fand seinHans von der wildtobcnden Menge umringt.Eben rraten die Gerichtsdiener ins Haus. Wemdies galt wußte Meister Michael. Das Ge-wissen hielt ihn ab, der Arrestation seinesSchreibers beiznwohueii. Er versteckte sich hintereinen Schrank und hielt sich beide Ohren zu,damit das Geschrei der Verzweiflung, welchesAtctta auf der Treppe ausstieß, nicht zu ihmdringe. Wenige Augenblicke darauf schleppten dieNathsdiener den schwer mit Ketten beladenenCaspar unter dem Beifallsrufen der Menge davon.

Der Meister wagte sich endlich aus seinemVerstecke hervor und fand seine Tochter bewußt-los auf der Erde im Hausflur. Mit Hülfeder Mägde trug er sein Kind in ihre Kammerund überließ sie der Sorge der Frauen. Erselbst schwankte herunter in das Zimmer wodie Presse stand und sank erschöpft ins Sopha.Das Gewissen fing an sich in ihm zu rühren,er verdammte den Handel, welchen er mit demFremden cingegangen und war im Begriffe aufdas Gericht zu gehen, als der Fremde eintrat.

Wo geht Ihr hin?" rief er, den Meisterbeim Arme zurückhaltend.

Auf's Gericht!" erwiderte dieser,denganzen Handel anznzeigen!"

Ihr sprecht wie ein Kind!" lachte derFremde in einein viel dreisteren Tone als früher.Geht Ihr bi» auf's Gericht oder thuk nureinen Schritt für den Schreiber, so zeig' ichEuch an! Die Presse steht da in den Äugender Menge als ein Teufelszcichcn gegen Euch.Ihr rettet den Schreiber nicht und seid selbstverloren!"

Wer seid Ihr? daß Ihr also zu mirsprechet?" hob der Meister entsetzt an.

Wer ich bin gilt gleich! Was scherrt'sEuch?" rief der Andere.Gehandelt ist ge-handelt!" Dabei entriß er dem erstaunten Meisterdie Verschreibung Adetta's welche unter demWamms hcrvorguckte.

Caspars Prozeß war eingelcitet. DerZauberei augeklagt, betheuerte er vergebensseine Unschuld und berief sich auf das Zeuznißdes Meisters. Dieser aber beschwor, daß ihmdas Treiben seines Schreibers von scher ver-dächtig und er nichts zu seinen Gunsten sagenkönne!

Das Todesurtheil erging über Caspar.Er ward verdammt vor dem Dome ans deinScheiterhaufen verbrannt zu werden und ge-zwungen, vorher vor dem Hanse des Meisters,welches er durch sein Zauberwerk geschändet,öffentlich zu bekennen und Abbitte zu thun.

Der Tag der Hinrichtung erschien. Cas-par, von der tobenden Menge umgeben, hieltauf dem Arnisünder-Karren vor dem Hausedes Meisters. Mir Ketten belastet, erhob ersich ans dem Karren und rief mit fester Stimme:Ich schwöre zu Gott, daß der Meister Michaelein falsches Zeugniß gegen mich abgelegt hat!Mein Blut komme über ihn! Fluch ihm undseinem Hause!"

Mit dem fürchterlichsten Geheul unterbrachdie Menge den Schreiber und fort ging es zumDomplatze, wo der arme Jüngling unter dengrößten Oualcn endete.

Drinnen im Hause aber saß der MeisterMichael in Schweiß gebadet. Starr starrtenseine Augen auf den Boden und als von fernherdas wilde Gejauckze der Menge vom Tomplatzezu ihm herüberdraug, da hielt er sich nichtlänger. Hinaus stürzte er in das Zimmer derkranken Adetta, und brach zusammen, denn indem Bette lag die Tochter mit blauem Ange-sicht und eiseskalt! Neben dem Bei ie^ stand derfremde Compagnon und sagte:Sckaut hermein Vräutchen, Meister Michael!"

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Wochen waren vergangen. Der MeisterMichael Wassermetz hatte sich langsam crboltund sein Compagnon war verschwunden. DesMeisters erster G..ng war hinab in das Zimmerwo die Presse stand »ud laut pochte sei» Herz,als er nickt allein die Presse, sondern auch nochall das Gold vorfand, welches ihm der Fremdegegeben! Der Schmerz über die Tochter warbald vergessen; der Meister entließ alle seine