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[1] (1857)
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Das ist der willkommeudste der Dienste,

Den wir Liebenden erzeigen kennen.

Wo sich über Bonn die MancrihürmeZu dem Zoll erheben, drängten reibwcisAn das Land die Säufse. Kaiser OttoTrat zuerst hervor. Auf einen weißenZelter schwang er sich, die Ritter folgtenFroh dem Herrn zu Roß, in reichen SänftenFührten sie zum Schloß des Kaisers DamenUnd auch Jda. Stolz und seligen HerzensSprengt' Enstach an ihrer Seit' und hob sieSächtlich an dem Schloßtbor ans der Sänfte,Selbst sie in den Thronsaal zu geleiten.

Als danach vorüber die BegrüßungUnd znm Festesmabl die Gäste eilten,

Hieß an seiner Seite Kaiser Otto

Jda sitzen und Enstach, die also

Selig und wie träumend um sich schauten,

Als ob sie dem Himmel angehörten.

Frohe Feste, so begann der Kaiser,

Stehen uns bevor in Bonn. So mögen,

Jda und Eustach, sie euren Hochzeits-Tag zugleich verherrlichen. Ich habeEuch zu traun den Bischof schon gebeten.Morgen sei die Trauung. Meine TochterWill ich znm Altäre selbst geleiten,

Wenn ihr schönstes Fest ist, wie vor ZeitenIhre Mutter auch. Wollt ihr des ReichstagLärm und Treiben, die hier folgen werden,Euch entziehen dann, so Hab' ein SchlößchenIch hier in der Nähe, das als MitgiftMeiner Tochter Jda ich verehre.

Dorthin mögt ihr dann entfliehn, in FriedenEurer snngen Lieb' euch zu erfreuen.

Nahe liegt's dem Weg, daß wenn nach Boppard,Frankfurt, Worms und Speier ich dann weiterMeinen Zug vollführe, ich znm ImbißBei euch weilen kann. Des Schlosses Nam' istGodesberg, aus alten Zeiten, vielleicht wohl,Weil es Gott mit seinen schönsten GabenUebcrreich gesegnet hat. Auf ErdenKönnen keine Fürsten schöner wohnen,

Als ihr wohnen werdet. Bleibt auch glücklichDort allzeit, so wünsch' ich euch von Herzen.

Jda nnd Enstach vernahmen schweigendDiese Kaiserred' und seiner hohenGnade wußten sie ihm nur mit BlickenDank zu sagen, denn das laute GrüßenAller Gäste und der Tusch der ZinkenUnd der Hellen Eymbeln zwang sie schweigendZu verharren. Und wie Otto sagte,

So geschah's- Am nächsten Morgen wurden

Sie getraut und Kaiser Otto legteSegend seine Hand ans ihre Häupter.

Wenig Zeit nur wohnten sie der FesteBuntem Jubel bei, von dem kaum EtwasSie zu hören nnd zu sehn vermochten.

Denn sie sahn nnd hörten nur einander,

Wo sie weilten. Dann entflohen heimlichSie gen Godesberg. Am VorgebirgeZogen sie dahin, ans einem ZelterJda, doch Eustach ans einem schwarzenHengst, den mit geübter Hand zu sanftemGang' er zwang. Es war im Herbst. Die SonneStand schon tief, es streckten lang und längerSich die Schatten, heimwärts von den AeckcrnZog der Schnitter Schaar, und von den BergenWinzerin nnd Winzer, froh der ErndteUnd des schönen Lebens. Ihre Lieder,

Ihre heitren Grüße klangen Jda'sOhr wie freundlicher Willkomm, es war ihrBald gar heimathlich zu Sinn. Und als dannAuf dem Felsenpfad des Berges HöheSie erreicht, vorn ans die Klippe traten,

Drauf der schlanke Schloßthurm ragt, als niederIn das Paradies des Rheins sic schauten,

In die wunderbarlich schöne Landschaft,Zitternd in des Abends Dust nnd schimmerndVon der Wolken weiß nnd rothen Rosen,

Da entstürzten reichlich Thrän' auf TbräneIhrem Aug' und schluchzend, überglücklichSank sie an die Brust des Heißgeliebten.

Führ' ich euch wohl in die Schloßgcmächer,

In den Rittersaal, der seiner FensterLange Reih' dem Rheine zeigt? Die ZimmerUnd die trauten Kämmerchen, in denenJda's Hand nun waltete, eröffn' ichSie vor euch? Klopft wohl mein Finger leiseAuf die wohlgefüllten Schrein' und Spinden,Die auf Otto's Wink dort ihrer harrtenUnd zu liebenswürdiger HanefrannsorgeStündlich sie entzückten? Tret' ich mit euchAn das wohlverzierte Erkerfenster,

Dran ihr Sitz nun ist, durch dessen runde,Bleigefaßte, farbig glühnde GläserSie'hinabschaut in die zauberhafteWelt zu ihren Füßen? Seht den breitenPetersberg, den stattlichen, den AnlbergMit der Hakennase, die er ausstrecktNach dem Hemmerich, den NonnenstrombergHier, fern dort die schlanke LöwenbnrgerKegelspitze, dann mit hoher Waldung '

Hier die Wolkeubnrg, der Wolken HeimathUnd darnach den herrlichsten von allen,

Recht des Rbeines ewigen, gottbestelltenHort und Wächter mit dem nervig starkenTrotzig nackten Felsgliedmaßenban, den

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