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„Nichts da!" rief ihm der Gemsbock zornig und riß ihn dom Rücken;
Er, trabt neben ihr . . . hinter ihr, da über die Vorberg',
Bis an die Felsen, die ihm zu grad aufsteigen, er Faulthier! ,
Da erst gönn' ihm zu reiten, mit Vorsicht, langsam, und ruh' oft!
Denn nichts Lieberes Hab' ich wie dich, mein niedliches Weibchen.
Wäre nur jetzt nicht Krieg, und müßt' ich nicht Jedem gehorchen,
Wer mir da herkommt barsch zu befehlen, ja sanft gar ihm gebenWas er nur fordert, die Hörnchen mit Häckchen vom Kopfe;
Selber die Frau zum Pferd, und das eigene Bett zum Hundbett —
Ha, dann wollt' ich ein Andres dir weisen, du lumpiger Fuchsschwanz!Der nur macht dich zum Fuchs, und die Gans selbst sieht dir den Fuchs an,Die ein Spitzchen davon nur erblickt. Schelm, mach' daß du sortkommst!"
„Aber um aus ein Andres zu kommen," versetzte der Fuchs fromm —„Nun, lieb Frauchen, du willst nichts irgend genießen zum Frühstück?
Ich, Ich Hab' ein Gänschen vertilgt brühwarm da vom Bach weg,
Ein noch flaumiges, gelbes, vorzüglich sich eignend zum —
Und hier brachten die Söhnchen mir fromm zwei Hühnchen, Rabbinchen,Durch ihr Nasloch beide mit Grase verknüpft; um die SchulterHäng ich sie mir; denn ob ich im Bauch', viel weiser, sie trage,
Oder nur so um den Nacken, das wird dir einerlei Last sein.
Du, du bescheidenes Kind, frühstückst wohl droben da deineKräuter, und mittagst Steinklee, Moos, nnd Röschen wie du schön."
Doch sie erwiederte nichts, und ihr Mann trieb barsch zu der Bergfahrt.Da zum Abschied ging sie und rieb sich die Stirn an den HörnchenSanft, die ihr fehlten zur Fahrt, voll heimlichen Kummers —
Vorn an der Spitze gekrümmte, zum Anhalt an den GestrüppenAn den gefährlichen Stellen, um nicht in die Tiefe zu stürzen,
Drunten begraben in Eis und ewigem Schnee, daß ihr Mann nieHinter ihr mehr die Felsen besteig', wenn er weinend nach ihr rief:
„Ach wo bist du, von Krähen zerhackt, mir, du liebliches Weib mein,
Und noch heimliche Mutter von zwei holdseligen Gemslein,
Die du mir leise versprachst, wenn der Sinn' heimtreibt von der Halde!"Also sprach sie im Herzen und schied mit geneigetem Köpfchen.
Und mit den Kindern schied Frau Fuchs, nach drohend dem Manne;
Aber er dreht ihr den Schwanz, wie die Flügel der brennenden Windmühl.
Schweigend trabten die beiden nun Hundstrab bis in die Berge.
Als der geheime Gesandte zum künftigen König der VögelUeber das steile Gestein nicht mehr zu erklettern der Fuchs war,
Blieb er stehn, und das Pferdchen ihm stehn, und er sprang ihr von hintenSchulrecht auf, in den Sitz und schnalzte vor Lust mir der Zunge.
Und nun erstieg sie bedächtig und kühn das gethürmete Steinschloß,
Nase nach Nas', und Erker und Thurm nach Erker und Thurm, hoch.
Als sie sich nun ausruhte und lobend der Reiter ihr abstieg,
Horch, da rauscht es empor auS der Tiefe der finsteren FelskluftLeis und lauter, und aus den als Staub aufdampsenden WassernHörten sie Flügelschlag, und sichtbar tauchte der AdlerRauschend empor, der sich drunten gebadet in heiliger Frühe.
Achtlos schwebt er an ihnen empor, von den Flügeln die TropfenSprühend, die glänzten und blinkten vom Strahl der verborgenen Sonne,Und sein steigender Flug maaß langsam ihnen die HöheVor bis hinaus zum Horst, an der starrenden schimmernden Felswand.,
Als'sie nun aus sich geruht und der Fuchs ein Hühnchen geschmauset'Und in die Winde die Federn gestreut, voll Furcht vor der Reise;
Doch aus Scham vor ihr: sich als elendigen Ritter zu zeigen :