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[1] (1857)
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gerade Hochzeit war, hielten sie sogar einengroßen Umzug in Pracht und Herrlichkeit undsaßen alle auf kleinen, kleinen Pferdchen,die waren so groß wie mein Zeigeufinger, Siejubelten die ganze Nacht durch bis zum erstenHahnenschrei. Da verschwanden sie. Als nunder Schuster in der Frühe seine Stube kehrte

und den Mist von den kleinen Pferdchen überdie Schwelle fegte, siehe da waren es harteKlumpen und der Goldschmidt erkannte es fürschönes, lauteres Gold. Er kaufte es ihmauch ab, und der Schuster bekam viel Geldund ward ein reicher Mann.

3. Der schlafende Hirt.

Äls der Stangenwalder Hirt einst im von seinem Ruheplatze fort, und als er Mvr-

Forst seine Schafe hütete, legte er sich aus ei- gens erwachte, fand er sich mehr denn hundert

neu heidnischen Begräbnißhügel hin, um zu Schritte davon zu ebener Erde auf dem Rasen,schlafen. Nachts aber trugen ihn Geisterhände

<». Die Hexe und ihre Tochter

An Stangenwalde lebte einmal nunist das aber schon sehr lange her eine stein-alte Frau. Tie hatte eine bildschöne Tochtermit einem Antlitz so roth wie Blut, und soweiß wie Milch. Da fehlte es denn nicht,daß viele junge Burschen um sie freiten. Alleinsie mochte sie alle nicht, denn sie hatte denhübschen Förster im Dorfe sehr lieb, und alsder endlich auch kam und fragte, ob sie seineFrau werden wollte, sagte sie freundlich ja,und der Pfarrer traute sie und die Hochzeit ,Wurde gehalten, und sie lebten sehr glücklich. !Das alte Weib aber, ihre Mutter, war eineHere und mochte vor lauter scheelem Neid das i

Glück ihres Kindes nicht sehen. Darum! suchte sie mit dem Förster Streit, und einst-! mals, als sie auf dem Felde waren, geriethl sie sogar in Aerger und ward so bitterböse,daß sie ihn und ihre Tochter boshaften Sin-nes in Stein verwandelte. Dann ging siemit verstocktem Herzen von dannen. DerStein aber steht noch da und ich will ihn dirzeigen, wenn du hinkommst. Nur hüte dichja ihn zu beschädigen und schlage mir keinStück von ihm ab," sonst fließt Blut herausund das Gras und die Erde werden roth, alswäre es von einem natürlichen Menschen.

7. Die wandelnden Urnen zu Pranglchin.

An einem Hügel bei Prangschin fandmau einst heidnische Todten-Urnen. Der da-malige Gutsherr war ein edler Mann undließ sie in der Familiengruft seines Hausesneben den Särgen seiner christlichen Vorfah-ren beisetzen. Sie hatten aber daselbst keineRuhe und als man nach einiger Zeit einmaldas Gewölbe öffnete, standen sie an der Thür,als wollten sic hinausgehen. Alan nahm sic

fort und stellte sie ganz nach hinten an dieWand, aber bald waren sie zum zweiten Malevon ihrem Platze gerückt. Da schrieb derGutsherr einige Zeichen und Worte auf einenZettel und legte ihn neben die Todtenköpfe.Seit der Zeit' bleiben sie ruhig und haben sichnicht mehr aus eigener Kraft von der Stellebewegt.