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Laut will ich es singen,
Und mag's hinüberklingen!
Vielleicht, daß es dem Jungfraulein,
Das dort verkümmert weilet,
Als frohe Post zum Herzen dringtUnd ihre Wunden heilet,
Daß ihm, den einst sie von sich stieß,
Sie jetzt entgegen eilet,
Und neu getröstet ihres FreundsVerliebte Schwermuth tbcilet! —
Aodench.
Schweig, schweig von ihr!
Jcy will es nicht,
Daß sic verfolgt Dein Spott, —
Weh, weh, ich brach ihr Wort und Pflicht,Und das weiß Gott! —
In Deiner holden Nähe,
Geliebtes Weib, allein,
Kann noch mein Auge fröhlich,
Mein Herz noch ruhig sein,
Nur Deiner Schönheit ZauberkraftUnd Deine LiebcshuldVerscheuchen meine stille NothUnd lösen mich von Schuld,
Denn wer Dich sieht und wer Dich küßt,Du Weib von seltner Art,
Vergißt, was war, und denkt alleinTer süßen Gegenwart.
(Küßt Haidie.)
Vierte Scene.
Die Vorige». Hedwig. Manfred. Anno.
Hkdmlg (tritt auf, in dunkle Schleier gehüllt.)
Antonio. Manfred. Anno.
, Wer naht in dunklem Trauerschmuck! Dem festlichen Gelag,
Änioiuo. »Was quält die Schöne, daß sie nichtiJhr Antlitz zeigen mag.
Manfred. (O Hedwig, Hedwig!
Was seh' ich ? Ha, verhüllten HauptsK m /Nah't die verrath'ne Braut,
' ! Daß mit verweinten Augen doch
' Sie selbst den Frevel schaut.
Hedwig. (zu Haidie gewendet, ihr einenRing überreichend).
Die neue Herrin,
Die vielgepriesne,
Sie nehme willigDie kleine Gabe.
Der Ring, der LiebeUnd — Treu verheißet,
Er ziemt der Gattin,
Nicht — der Verlassnen.
Haidie, Aoderich, Manfred, Anna, Antonio.
Ein Ring? Was soll der Ring?Wer sendet ihn?
Der Ring, den ich an Hedwig gab.—Sie ist es selbst!
Hedwig! Du kommst hieber!Unglückliche!
Mit den verweinten AugenWill sie den Frevel sehn!
Soll noch ein MummenschanzDas Freudenfest erhöhn?
Manfred, (der hcrvargetreten ist.)
Unglückliche, so folgtest Du uns nachIn dieses Schloß, wo Arglist, Lug und TrugIhr Nest gebaut und namenlose Schmach! —— Komm mit mir fort! — Du sähest schon
genug!
Noderich.
Wer stört den Frieden meiner VesteUnd drängt sich heimlich ein bei mir?
Manfred.
Wohl sind wir unwillkommne Gäste,
Dein schlecht Gewissen spricht aus Dir!
Raöerich.
Wie in mein Haus dringst Du in mein Gewissen,Wer bist Du und was führt Dich her?
Manfred.
Wohlan, so mög' es Jeder wissen,
Wer Meineid übt, ist nicht mein Bruder mehr!
(Ocffuet das Visier.)
Aoderich.
Ha, Manfred, mein Bruder!
Manfred.
Ja, Manfred bin ich! Und kannst Du ohne
Beben
Dein falsches Aug' aus mich erheben?
Drückt Dich die Scham nicht zu Boden hin,Der Du vergessen der Ahnen Sinn,
Der von des Heilands Grabe,
Wo Eitelkeit geführt sein Schwert,
Zu seines Vaters Grabe
Haidw:
Aoderich.
Manfred.
Anno.