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[1] (1857)
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habe aus Ehrgeiz mit sdem Teufel einen Paktgeschlossen und dieser ihm für den Preis sei-ner Seele die Gabe verliehen, im Geigenspielder Meister über alle Meister zu sein. Soging das viele Jahre fort, bis eines Abendsin der Schenke zu Karthaus, als der Grib-noer Spielmann einer großen Gesellschaft vonBauern zum Tanz auffiedelte, ein fremder Gei-ger in die Wirthsstube trat und um Erlaubnißfragte, einige Stücke vortragen zu dürfen.Mitleidig blickte der Gribnoer aus den herabund ließ es geschehen, denn er hoffte dadurchseinen Ruhm nur desto höher wachsen zu sehen.Aber wie staunte er, als der fremde Musikantaus seinem Instrument Töne hcrvorzulockenbegann, welche eine nicht ungewöhnliche Meister-schaft bekundeten. Hastig griff er zur Fiedel,um den Fremden zu überbieten, aber dieserspielte nun immer gewaltigere und ergreifendereWeisen, so das die Bauern ihm den lautestenBeifall spendeten. Gegen Mitternacht bracher aus, um, wie er sagte, nach Gribno insNachtquartier zu gehen. Weder Bitten nochBelohnungen konnten ihn zurückhalten. Kaumwar er aus der Thür, so stürzte von Eifer-sucht getrieben, der Gribnoer Spielmann ihmwie wahnsinnig nach. Er erreichte den Geg-ner auf dem schönen Waldwege, der hart amUfer eines See's entlang von Karthaus nachGribno führt. Hastig forderte er ihn auf, mitihm einen Wettkampf einzugehen. Der Unter-liegende solle fortan die Gegend meiden. Ohne

eine Antwort abzuwarten, begann er unter An-rufung des Teufels das Spiel und der Fremdeantwortete ihm durch ein Stück, dessen Tönefurchtbar unheimlich durch den Wald und überden See hinausschollcn. Immer wilder undaufgeregter wurde das Geigen des Gribnoer,immer dämonischer das des andern Spiel-mannes So gingen sie, dieser voran, jenerhinten nach, spielend fort, bis sie in die Mittedes Weges nach Gribno gekommen waren, woein kleiner, im Sommer meist trockener Bachin den See mündet Hier machte der Fremdehalt und stimmte, während der Gribnoer seineletzte Kraft verzweifelnd aufbot, eine ent-setzliche Weise an, die diesem durch Mark undBein zitterte. Dabei wuchs seine Gestalt im-mer höher und höher, ein langer rother Man-tel legte sich um seine Schultern und der Bachfing an von Minute zu Minute immer zusteigen, bis er die Brust des Gribnoer Spiel-manns erreichte. Noch ließ dieser nicht vondem gefährlichen Wettstreit ab. Erst als aufdem Hut des Gegners endlich eine Hahnen-feder emporstieg, erkannte er, daß es sein höl-lischer Meister sei, der gekommen war, seineSeele zu fordern. Man fand seinen Leichnaman dem Morgen im hoch aufgeschwollcnenBach mit umgedrehtcm Genicke liegen. ZumAndenken dieser Begebenheit wurde an jenerStelle ein hölzernes Kreuz errichtet, das oft-mals von ruchlosen Händen zerstört wurde,jedesmal aber von selbst sich erneute.

3. Die Wiederanffiitdrmg

Die Kirche in Prangenau muß uralt sein.Sie ist nicht aus Ziegeln, sondern von untenbis oben aus Felssteinen erbaut. Auch stehtsie nicht, wie andere Landkirchen, mitten imDorfe, sondern ein Hundegebell davon, alleinund von wenigen Häusern umgeben. Vor vie-len Jahrhunderten war sie einmal ganz ver-schollen und rings umher war dichtes Gestrüppwie eine Mauer gewachsen, und der Waldhatte sich so hcrumgeschlungen, daß lange, langeJahre keine Menschenseele etwas von ihremDasein wußte. Einmal aber verlief sich demHirten, der an der Nadaune weidete, ein Stier,

der Prangenaner Kirche.

und so sehr man suchte, war er nirgend zu fin-den, bis gegen Abend. Da folgte der Hirtihm nach, immer weiter, immer tiefer in denWald hinein, durch Gebüsch und Gestrüpp.Zuletzt ward das Dickicht beinahe undurchdring-lich und es kostete viele Mühe, sich hindurchzu winden. Aber der Hirte arbeitete sich den-noch durch und siehe da, vor seinen erstaun-ten Augen steht eine stattliche Kirche, vordemAltäre aber, wie andächtig, der vermißte Ochse.Zum ewigen Gcdächtniß dieser Begebenheithat man nachmals ein gemaltes Stierhauptin der Kirche ausgestellt.