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[1] (1857)
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Schaser's Marie!

Märchen von W. Albert.

ist nun schon gar lange her, da lebte! in einem kleinen Orte ein alter, armer Schä-

i ser, der ein einziges gutes und wunderschönes !

Töchterlein, die Marie hatte. Sie war so wun-derhübsch, daß sich alle Burschen auf weit und >breit um sie stritten, darunter gar wohlhabendeBauerssöhne. Aber alle nach der Reihe, wiesie hinkamcn zu dem Schäfer um die Handseiner Tochter zu werben, wurden abgewiesen,daß es eine Art hatte, denn der Schäfer hatte :gar eigenthümliche Pläne mit seiner Tochter.

Sah er sie so zierlich und hübsch einher-gehen, dann dachte er so bei sich:

Ich Hab' mich mein Lebenlang geplagt undin Armuth herumgeschleppt und das soll an-ders werden durch mein Töchterlein! Man hatschon oft Geschichten gehört von reichen Rit-tersleutcn, die sich in ein armes Mädel ver-liebt und es hcimgeführt haben als eine Grä-fin oder Herzogin sogar, und so lange nichtein so großer Herr kommt bleibt die Marie beimir! Ja das wär mir so ein rechtes Leben,

! wenn ich noch auf einem schönen Schloß meinealten Tage verbrächte in prächtigen Säälen beiherrlicher Speis und köstlichem Trank. Ja!das wär mir ein Leben!

Kurz und gut der Schäfer hatte sich dasso lange vorerzählt, bis er schließlich überzeugtgeworden, daß seine Hoffnungen in Erfüllunggehen müßten, und oft saß er Stundenlangim Felde und starrte in die Weite nach irgendeinem fahrenden Ritterömanne. j

Frug die Marie den Vater, warum er >immer so in die Ferne hinsähe, dann kniff der !Schäfer sein Töchterlein in die Wangen, und !z sagte: ?

Sei ruhig mein Töchterlein! Bald wirstDu eine große Frau Herzogin und dann sindwir reich und glücklich.

Sprach der Vater also, dann schlich sichdie Marie hinauf in ihre Kammer und weintegar sehr, denn sie wollte weder Frau Gräfinnoch Frau Herzogin werden, sondern einfachdes Michels Frau, der ein Schuhmacher vonGewerb und obendrein ein rechtlicher, guterund schlanker Bursche war.

Der Michel war in der That ein gar flei-ßiger und rechtlicher Geselle und der Marievon Herzen gut.

Sie waren Beide als Nachbarkinder un-tereinander ausgewachsen und von Jugend aufgute Freunde gewesen! Als aber der Mlchelvon seiner Wanderschaft heimgekchrt war unddie Marie als eine schlank emporgcschosseneJungfrau wiederfand, da hatte er sie in seinemSinne sich zur Frau auserwählt.

Drum arbeitete er frisch draus los vomfrühen Morgen bis zum späten Abend, unver-drossen und fröhlich, damit er sich baldmöglichstein eigen Hauswesen begründen könne.

Ost zwar Wenns nicht recht vorwärts wolltemit der Arbeit und Michel immer noch keinnahes Ende seiner Qual möglich sah, ward erverdrießlich, legte das Handwerkszeug hin, undging ins Wirthshaus. Da fand er dann je-desmal den buckligen Martin, der allein saß 'in seiner Ecke fern von allen Andern.

Mit dem buckligen Martin wollte keinguter Bursch was zu schaffen haben, denn jman erzählte sich von ihm gar absonderlicheGeschichten. Der wohnte draußen ganz alleinmitten im Walde seit Menschcngedenken und s

Märchen und Sagen I.

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