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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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Des Europäischen Herolds vierdte Haupt-Handlung

den worden: Ob aber solches von denen landeninsgesammt / oder nur von dem HertzogthumMirandula alleine zu verstehen / hat man nichtso genau erfahren können: Nichtsdestoweni-ger exerciret er in seinem lande die FürstlicheHoheit/ last müntze prägen/ und hat alle gerecht-same/die andern souverainen Fürsten in Ita-lien zustehen.

Dtssett Der titul ist: Der Durchlauchtigste

*"" Hurst und Herr / Herr k^rancitcus kklaria /Heryog zu Mirandula und Concordia/Fürst des Heil. Römischen Reichs : Oderwie Moreri will: Hertzog zu Mirandula / sou-verainer Graf zu Concordia/ Fürst des HeckRom. Reichs.

Wapen. wapen betreffend / so wird dasselbe

ausser den haupt-stück/soden Reichs-adler ingelber feldung aufweiset / und vor ein Rayser-ltch gnaden-zeichen zu halten/ in vier quartie-re eingetheilet/ über welche zwerch eine rothebinde gehet/deren bedeutung unbekandt; undzwar so zeiget dessen erstes und vierdtes fcld/sogülden / einen schwachen adjer mit güldenerkron/schnabel und süssen wegen Mirandula/das andere und dritte feld bestehet aus sechsblauen und silbernen balcken / über welche nochein rother löwe mit einer güldenen krön / zungeund waffen zu sehen/wegen Concordia. Obenauff lieget ein schild aus blau-und silbernwürffeln zusammen gesttzet/sovordasstamm-kleinod geachtet wird. Der Helm ist gekrö-net und steiget aus selbigem ein güldener fliegen-

der greiff/die helm-decken sind zur rechten rochund silbern/zur lincken blau und silbern.

Der jährlichen einkünffre soll der Hertzogbey 70OOO thaler in seine kammer bekommen/und NM.wozu aber unterschiedene renten im Neapolita-nischen/ Florentinischen und Genuesischen/ sovon den getroffenen managen herrühren/mitzu rechnen stehen; gestalt sonsten das Hertzog-thum Mirandula alleine so viel nicht aufdrin-gen kan. Seine macht ist dannenhero nichtbetrachtlich/und ob er gleich nach etlicher muth-maffung z biß 4OOO mann armixen könte / sodürfften sie doch schwerlich auff des Hertzogseigne kosten lange lublWren; daß er also/wenner mit einem von den Jtaliänischen Fürsten zuthun haben solte/ auf der benachbarten aMentzzu sehen hat: daferne aber mit Spanien oderdem Kayser etwas vorfiele / müste er der prXäo.mmixendengewalt weichen/ wie man im jähr1701 gesehen/ da die Frantzosen und Spanierdie Fürstin von Mirandula im Martio nöthig-ten acht hundert mann einzunehmen; so baldaber die Kayserl. waffen in selbiger campagnedie oberhand behielten/und die Frantzosen ihrequartiere enger einziehen musten / zwang dieFürstin diese unangenehmen gaste/sich wiederfortzupacken / und unterwarff sich Kayserl. pro-tcNlan, in welcher sie auch biß anher bestandiggeblieben.

Die Römisch-Catholische religio» wird indiesen landen einig und allein exsrcixet.

er Bierdten Kaupt-Kandlung

Wehender WauptMheil:

Von

iMMthlnn Wodena.

Je alte stadt Modena oderMutina / welche lange zeitvor Christi geburt erbauetworden / hat nebst ihremgebiet anfänglich eben solcheVeränderung der Regentenerfahren / wie viel andere länder und örterinJtalia/ solcher gestalt/daß sie aus der Römi-schen botmäßigkeit in die Hände der Gothenverfallen / von welchen sie gantz und gar ver-wüstet/ und erst unter (^rc)lik5. seiner polke-rität regierung wieder auffgebauet worden.In den nachfolgenden zeiten hat sie bald denDeutschen Kaysern angehangen/ bald eine un-gemessene freyheitaKeNiret/ biß sie endlich deritzo regierenden familie sich unterwerffen müs-sen/ wie unten bericht erfolgen wird.uiMttkunfft Das Hochfürstl. haust Modena aberuimt seinen Ursprung aus dem Durchlauch-dem. ' tigsten Hause derer ^telkinvrum oder 6' Mc,welches in Deutschland zu der Kaysere Con-rads il und Henrichs in zeiten berühmt wor-den/ und dessen abkunfft einige von Kayser

Carln dem Grossen herführen. Denn dahat Azo von Este/ welches eine geringe stadt indem Venetianischen gebiete ist/ eine Heryo-gin in Bayern / nahmens KunigundenGuelfifchen blutstammes geheyrathet/ und ge-zeuget Herrn lVolffen Grafen zu Altdorft/und nachgehends/ durch Kayser Henrichs lVbeleihung/ erblichen Hertzogen in Bayern/und einen stamm - varer des Durchlauch-tigsten Hauses der Heryoge zu Braun-schweig und Lüneburg. In der drittenmit Fr. Judithen/welche etliche auch Kuni-gunden nennen/Kayser Conrads Ii tochter ge-führter ehe ist von ihme hergestammet HerrAzo / von welchem die Jtaliänische haupt-li-nie herkommet. Aus feinen clescenclenten hatHerr Borso vom Rayser Friedrichen illA.1452^ das Hertzogliche axioms über Mo-dena und Regio/ von Pabst Paulo ll aberA-1470 über Ferrara/ welches aus der altenEstischen erbschafft der berühmten KwKilcksherrührete/erlanget.Dieser Borso war Marg-graffens Nicolai natürlicher söhn/ und den-

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