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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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vom Hertzogthum Mirandula.

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li zu Modena eine ziemliche figur gemachet/unddas amt Kayserl. ?o6etta allda verwaltet/wel-ches auch Kayser Ludwig IV den Bayernoder wie andere wollen Kays. Heinrich vii be-wogen/ daß er krancilcum ?icum A. izi^alsVicarium des Reichs zu Modena^ wovon Mi-randula damahls äepenclirte/ einsetzte. Es hat-te aber derselbe einen hefftigen Widersacher anpMrino Lonac-oltio, welcher ihn benebst seinenbeyden söhnen ^renäl^rtoUNd^bomJllinodeslebens beraubte / auch die stadt Mirandula/wohin die letzten geflüchtet/ A. »zzl biß auffDessen wei^ den grund zerstörte. Jedoch wurde dieser^ ^stM'^^nftied/Ludwig von Gonzago/bald zu Go-re getrieben/ so daß sich die ?ici wieder erholenkunten ; inmaflen auch die einwohner zu Reg-gio gedachten krancllcl übriggebliebenen söhnNicola um zu ihren Capitain erwehlten/ wel-cher ein vater gewesen ?renckp2tti, der ihm zwarin solcher ehren - stelle gefolget/ aber von denBolognesern A. 1Z90 in einer action gefangenwurde/und einen söhn von trefflichem verstand/nahmens paulum/ verlassen. Selbiger be-kam A.14O2 die Marggraffschafft St» Mar-tin/ und hatte zum söhn H. krancitcum II Herrnvon Mirandula / welcher ein vater gewesenH. Johannis und 5raneilci, die Kays. Si-gismund und Friederich HI zu Grafen vonConcordia erhoben. Des erster« söhn H.Jo-hann krancilcuz I umgab Mirandula zu erstmit mauren/ und spendirte darauff ein großesgeld. Er war ein vater Galeotti/^nwmi^3riX und Johannis/ welcher letztere bey jun-gen jähren eine so wundersame gelehrjamkeiterlangte / daß er?b«mx lecull 5u> benahmetwurde/ aber im zz jähr zu Florentz erblassete.

Der altere bruder aber pflantzete das ge-schlecht fort/ und zeugeteH. Johann kr-mciss-cum II, einen gleichfals ausbundig gelehrtenund in den Orientalischen sprachen höchst-er-fahrnen Herrn/ den aber sein jüngerer bruder /Ludwig/ mit hülste des Hertzogs von Ferra-ra Hertz, »erculis i A. r s<oz vertriebe. Wie-wohl er nun nach dessen tödtlichem abgangvon Pabst iulm ii A.isio wieder in den besitzder verlohrnen lande gestellet wurde/ undseine wirtwe nebst ihrem söhn Galeotten ver-jagte/so wendete sich doch das blat/ daß er die-sem A. nach der schlacht bey Ravennaweichen muste/hingegen aber von Kaysers l^a-ximiliani I Abgessndten/dem Cardinal vonGurck/ die Wiedereinsetzung erhielte. In sol-chem stand maintenirte er sich bis A. iszz/dagedachter Galeottus mit 40 gewaffnetenmännern ihn zu Mirandula des nachts über-fiel/ und mitten in der andacht/ die er vor ei-nem crucistx kniend verrichtete/ jammerlich er-^ mordete. Gleiche blutdürstigkeit empfundenauch dessen beyde söhne Albertus und Paulus/und wiewohl der entronnene älteste söhn H.Joh Thomas die vaterliche erbschafft wiederzu erlangen trachtete / so fehlte es ihm doch beydem damahligen verwirrten zustand in Itali-en an nachdrücklicher ^littentz/und wüste sichder unrechtmäßige bescher dabey durch hülffeder Frantzosen biß zu seinem tode zu erhalten/brachte auch dieselbe A. is// auff seinen söhnH.Ludwig Ii, der das glück hatte sich mitKayserl-Majeff auszusöhnen/ und A. is?4 ver-

starb/ zwey söhne H. Friedrichen und H. Ale-xander» hinterlassend/welche einander in derregierung bald qefolget / und da der ersteden titul eines Fürsten von Mirandula undMarggrasten zu Concordia zu führen ange-fangen/ bekam der andere A. 1619 von Kayserkercknanäo II gar die Herzogliche würde Bekommtund starb A. 16^4. Sein von Galeotto er- Mwärde.zeugter enckel Hery. Alexander !l war seinNachfolger/ welcher sich Herzog zu Miran-dula und Concordia schrieb/ und die hülffs-völcker der Jtalianischen Fürsten auffdcr In-sul Candia eomMandirte/ sonsten aber denenwissenschafften überaus zugethaN war. Erhatte zur Gemahlin Annam Seatricem vonEste/ Hertz. äZjchonlill! von Modena tochter/mit welcher er erzielet H. kmncilcum, der abernoch vor ihm verblichen; dannenhero er nachseinem A. 1690 erfolgten ableben dessen mitAnna Camilla Borghese/JohannFürstens zu Sulmona tochter/ erzeugten söhn gierende

H. krancilcum Lariam zum Nachfolger bekoM-^unNtche

men. Derselbe ist gebohren den zo Septemb. '1688/ und weil er noch nicht n jähr erreichethatte/ als ihm die lande zufielen/ gerieth es we-gen der vormundschafft zwischen seiner Fr.mutter/ Groß - Mutter und des Groß-vatersschwester/Brigitta/zu einen trefflichenwelcher aber vor die letzte ausgeschlagen / undhat dieselbe die regierung stets geführet / auchden Kayserlichen waffen bey gegenwärtigemkriege überaus gesuget: Gestalt denenftlbenzu ende des jahrs 1701 die hauptfestung Miran-dola ohne widerstand eingeräumet wurde. Fürstl. ver-Von seinesHerrn vaters geschwister sotten nochwindte«.am leben seyn:

Maria Isabella geb. 1658.

Lauea/geb.i66c>. Gem. Ferdinand Bonzo-gä/Fürsten zu Castiglione / A. 1680.

Ga!eottus/geb .i66z.

Fulvia/ geb. >666. Gem. INomse ä'^gumo»

Fürsten zu?ervletto,A.i686.

Iohannes/geb.1667.

Ludewig/gcb.1668.

Die Heryogthümer Mirandula und SituatiottConcordia liegen an der Secchia/ und wer- dessen "wceden solcher gestalt von dem Ferraresischen/:c.Mantuanischen und Modenesischen landerngantz umschlossen. Ihr bezirck soll nicht vielüber 18 meilen austragen.

Die sürnehmsten örter darinnen sind Mi-randola/ so wohl gebauet und mit sieben ba-stionen/ auch einem festen castell verwahret ist/Concordia / Gvarantola und Foßa. Indem Montferratischen gehöret demHertzog dasschloß Roddi unweit Alba zu. Das land istüberaus angenebm und fruchtbar/ und mitwein/gerraide und garten - früchten über-flüßig gesegnet. Die einwohner aber habendas lob/daß/wie sie meisteNtheils wohlgewach-sen / also auch überaus leutselig und freygebigsind/und zu kriegs-übungen sonderliche neigunghaben. . ^

Daß sonsten der Hertzog mit der Vasslten-Pflicht wegen seiner lande dem Römischen beutz vom 'Reich verwandt sey/ ist um so viel weniger zu^ btacp.zweiffeln/weil die lehns-reichungen jedesmahl/wenn ein todes-fall sich ereignet/ von dem Her-tzoge gesuchet und von dem Kayserl. Hofe gege-ben