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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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762
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Hcrtzogl.titul.

762,

Des Europäischen Herolds vierdte Haupt- Handlung

Wapen-

schtlddes

HeitzogS.

wohin beedeHeryogthumer Mantua undMontferrat zu des Reichs patnmonio ge-hörig/ so sind sie doch keine Mitglieder undStande desselben/ und hat das Reich aus-ser des juris fcuclalis ( welches weHer von ei-nem noch dem andern prXteuäirenden theile be-stritten/sondern allerdings gestanden wird)sonsten einigen vorthejl oder nuyen nlchtdaran.

Der titu! des Hertzogs ist folgender mästeneingerichtet : Oer Vurchlauchrtgfte Fürstund Herr/Herr Carl !V,Heryog zu Man-tua und Montferrat / Marggrafzu Gon-zaga/ Viadana/ Gazzolo/ ponsona/ Beso-la und Inoisa:c. Grasszu Rodigo zc.Herrzu^Cuzzara/ Castel Gviste zc.

Oas wapenschilddes Heryogszu Man-tua bestehet aus vier Hauptquartieren / indessen ersterem und vicrdcem der gruud sil-berfarbig ist/und führet la crvix pattee äs gueu-!e5) oder ein rothes creutz / welches am endebreit/in der mitten aber schmal ist/in dessen ie-derm winckel ein schwartzer adler mit rothausgeschlagener zunge / rothem schnabel undklauen erscheinet. Und sind diese vier adleralso gestellet/ daß einer den andern anflehet.Welches das wapen des HeryogthumsMantua ist. Auf diesem creutze erscheinetim mittel ein kleiner schild/zweymah! die län-ge und zweymahl überzwerch getheilet vonneun feldungen. 1) Im rochen felde ein aus-gebreiteter gekrönter gelber adler/ zu bemer-ckung des Orientalischen Reichs/ derpa-laologen/aus deren geschlechte die Erb-tochterMargaretha/Heryog Friedrichs zu Man-tua Gemahlin/ entsprosten. 2) Stehet manebenmäßig im Zöthen felde einen gold-gelben lö-wen mit scharffer zunge und prancken/ wegender Lombardei z) Wegen Gonzaga/ imgüldenen felde drey schwartze zwerch-balcken.4) In der zweyten reihe / wegen des Constan-tinopolitanischen )^ayserthums/im rochenfelde ein groß-farbiges creutz mit vier Griechi-schen gelben L. s) Wegen des KönigreichsArragonien/ im gelben felde vier die länge her-ab lauffende rothe pfäle. 6) Wegen Mont-ferrat einen weissen schild mit der rochen hel-den-figur/ebe5 genannt. In der dritten rei-he/) wegen Sachsen das gewöhnliche wa-pen/ weil Marckgraf Alram aus dem tVi-tekindischen stamm entsprossen. 8)WegenNarr/im blauen felde zween goldgelbe barmengekrümmet/und mit dem rücken zusammen stos-send/mit gelben creutzlein besäet. 9) WegenJerusalem / im weissen felde ein gelbes aufkrücken-art gebildetes creutz/crux pstibulata ge-nannt/ mit vier kleinen creutzlein von solchemmetalk. DerFrantzöische autor krianville setztin seiner charte iuris toue, mehr nicht als dasLombardische schildlein/ und das obbefchriebenewapen von Gonzaga in einem quartirten schild-lein. Das Zwepte und dritte Haupt-quartier ist überzwerch getheilet / und dasobertheil wird wieder die länge herab in viertheile gesondert/im 1) erscheinet das Clevisthe/im 2) das Marckische Gräfliche/im z) wegen^rtois im blauen felde die Frantzöische lilien miteinem dreyfüßigten stege oderlambel. ^We-gen Brabant im schwartzen felde ein gelber

löwe. Das untertheil dieser Haupt-quartiere bestehet aus drey feldungen. Inder i) befindet sich wegen Burgund das ge-wöhnliche wapen mit denen Frantzöischen li-lien. 2) Wegen des Heryogthums Rethelim rochen felde drey gelbe kämme oder rechen/jeder von sechs zähnen. Zween und eins.Die z)feldung bestehet aus vier kleinen quar-tierlein/deren 1 und 4 im blauen felde die dreyFranyöifchen lilien/wegen der freundschafftmit dem Hause ä'Xlbret Orval. Die übrigen2 und z sind roth/ und haben weiße hohlgekehlteleisten ins gevierdte herum. Auf diesem gan-tzen Mantuanischen Haupt - schilde ruhet in dermitte ein blaues schildlein mit denen Frantzöi-schen drey lilien/ umgeben mit einer starcken ro-chen leiste/aus welcher ringsherum acht bekansoder ungepragte müntzen erscheinen/ ist das in-üAne des Hauses /z.len2on, mit welchem die Her-tzoge sich befreundet. Solcher hauptschildwird oben bezieret mit einem güldnen offenengekrönten thurmer-Helme/ aus dessen croneein berg/ auf welchen oben ein altar von silber/mit dem worte ?il)K8 erbauet. An demberge sind die worte gegen die wur-

tzel zu zu lesen. Die Helm - decken sind meh-rentheils schwartz und silber. Um das Haupt-schild herum hänget unten das MantuanischeOrdens-band. Die schildhalter sind zurrechten der Mantuanische schwartze adler/ zurlincken der Clevische weisse schwan/ am halsemit golde gekrönet.

Von diesem Orden/ welcher den nahmen ^den de«des heiligen bluts oder sacraments führet/ ^'ist anzumercken / daß Hertzog Vinceny i zuMantua/ der vierdte Hertzog des Hauses Gon-zaga/und der andere von Montferrat/ solchenQrdenA.i6O8 gestifftet. Es erinnerte sich die-ser Fürst eben auf dem beylager seines Herrnsohns kl-ancilci. und pr. Margarethen / ge-bohrner Heryogin in Savopen/ daß in Man-tua bey der cathedral-kirchen S. Petri ein stückvon dem schwämme aus der paßion Christi/wieauch drey blurs-tropffen/ welche man von demMärtyrer S.^Longino empfangen haben will /vorhanden wären/und fienge demnach zur 6e-iention des christlichen glaubens/ den er selbstwider dieTürcken so tapffer beschützet Hatte/Vie-sen Orden an. Wie er denn dazumahl also-bald 2O Ritter schlug. DasOrdens-zeichenist ein band von güldnen ovalen/mit kleinen gül-denen ringen zustimmen verknüpfst/ und mitschmeltz-werck bezieret/ als wie mit feuerflam-men. In denen oval - figuren stehen in einerguten abtheilung die worte: vomine proKMme. Zwischen den ovalen/ da etwas von die-sen Worten stehet/sind noch andere ovalen ein-gerückt / die güldene stäbe/ und in der mittendie figur eines schmeltz-tiegels aufweisen. Die-ses solte die Ritter zur standhafftigkeit und ein-kracht in allen Widerwärtigkeiten anreihen.

Unten an dieser Ordens - kette pflegt eine mitäußerlichem zierrath geschmückte oval - figur zuhangen/darinnen zween engel mit ihren Hän-den einegüldne mit chrystall-glase verwahrtemonstrantz/ in welcher die drey bluts-tropffenzu befinden/hatten/mit der umschrifft: Nihililw tMe recepto: Diesen Orden cvnhrmirtePabsi Paul v, und pflegen der Rittex an der

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