6:6
Des Europäischen Herolds vieMe Haupt-Handlung
Wie auch Die Mißtönen in Asien/in die Kaysirthümerdie Ml,UV- China/ Japomen/ Indien/ Slam / Per-ke lyeiixdttsten/ Türckey/ wie auch in die Provintziett
welr.
inAfrica und America / haben in den folgen-den zeitcn gleichsals eine gewaltige ausbrei-mng der Pabstlichen Monarchie verursachet.Die Historien gedencken/daß schon A. iz-pPabst Clemens vi die Franciscaner in Boß-
nien/SclavoNien/und an die Tartaren/ die am
ietzo China besitzen/wie nicht weniger in Per-sien/ Medien undChaldaa/gcsandt. A. 157c)hat Pabst Urbanus v mit 6o Personen diesesOrdens solche klillwn verstarcket. Und fer-ner hat A. 1439 Pabst Eugenius IV dieml von 4<v Franciscanern an den so genanntenfrclo fuun in Abyßinien abgeheil lasten/ undihn dem Römischen stuhl unterwürffig machenwollen. Nachdem nun der Jesuiter - OrdenauffkonlMen/ haben sich die Nattes desielbenzu dergleichen .vmNonen und noch biß dato ftarckgebrauchen lasten/und die FranciscaNet anmanchem orte/ sonderlich in America/ säst garausgetrieben; gestalt sie dcNn auch zu desto de-quemerer foresitzung ihres desseiusvor einigenjähren einen weg zu lande durch die Moseauund Tartarey nach dem Reich China gcsuchet/wormit aber die Moscowiter nicht wohl zufrie-den gewesen/sondem solches zu verhindern gesu-chet/aus beysorge/es Möchten diese Staats-klu-ge pati-68 noch etwas mehr als die ausbreitungder Römisch-Catholischen reiigion Mtenck-rem
einrtchkuug Zu erbauung der angezielten Hierarchieder reltgivlt war nun zusörderst sehr nöthig und vortraglich/
vii Durch
auf denStaat.
Die vorbi-
rettungen
hierzu.
vielen kirchen hin und wieder eine große anzahlsolcher reliquien erforderten/wollen sie andersnicht eines bequemen mittels beraubet seyn/ ihreemkünfste zu vermehren.
Der fache einen grössern applauMm zu geben/brachte man auff/ daß die christen/ ja dieGeistlichen und Vischofsie selbst/sonderlich diejenseit der Alpen/welche in die karte des Rö-mischen Hofs ohne dem so genau nicht sehen
konten/ nach Rom reiseten/ die gräber^dcr^^
daß diereliglou/ als das fürnehmste instrmment der Pabstlichen herrschafft/ auffdas M-1" LKL8 8 L des Staats/ nemlich die Hoheitiind reichthum der Römischen Getstlig-keit/uccommoMretimdemger.chtet würde.Denn das Haupt-absehen war dahin aller-dings gesellet/ wie sich die Clerisiy von allerschuldigkeit gegen die weltliche hohe Obrig-keit loswickeln/ endlich aber diese selbst zunfüjsin sitzen/ und dann zu behaupmng der geist-lichen Monarchie den nervum rerum Aerenäu-tum, das ist die schätze der Welt/an sich bringenwogten. Dieses muste nun mit glimpf undkluger manier bey bequemen gelegenheicettnach und nach geschehen/ die religion/ lehren/kirchen-ceremenien/ Haltung desGÖTTes-dienstes / die geistliche gewalt und gerichtbar-keit alsö verfasset/ von zeiten zu zeiren verbessirt/ und die gantze geistliche Staats-machi-ne dergestalt sortgerücket werden/biß das grosise werck zu seiner Vollkommenheit befördert underhaben werden können.
Die Vorbereitung geschähe durch eitt-fuhrUttg des aberglaubeus/ und Verfäl-schung der wahren christlichen teltgion/zu welcher sich die erste kirche bekennet; denndadurch suchte man die christen von dem lichtdes evangelii ab-und in die sinsterniß derer men-schen-satzungen zu verfuhren. Hierzu gabenzu Rom fast die erste gelegenheit die melengebttne und 1 sli^uißn derer LNartprer/ zu de-ren fleißiger besuchung und vetietaNon der Rö-mische stuhl das volck verleitete/ und sich zu sol-chcm eude zum öfftern auch anderer in der er-den gefundener knochen gebrauchece/ weil die
Apostel penn und Pauli zu besuchen. Die-gebeinr?weil nun dieser und anderer Matterer relü^se!,-quien beygemessen und geglaubet wurde/obthaten sie in allerhand fällen/ in nothen undkranckheiten sichtbarliche wunder/ inmaffendie Geistlichen durch lisi und geheime künsteungemeine euren und nothhülffen dann undwann zuwege brachten; fände sich ein treffli-cher zulaust/ und fast abgottische Verehrung.Was das schweißtuch des Herrn Christi/welches die Saracenen denen Juden abge-nommen/ und den Christen retticmret habensollen/ ingleichen die vorbitte der Heiligen,und die bildet derselben vor einen mMum eul-wm S so viele festläge/ kirchen / altare/ gesell-schafften/ patrocmia, stifungen / und derglei-chen wallfahrten nach sich gezogen/ davonist allhier zu weitläufig nur etwas zu mel-den-
Zmmasten schon im siebenden siculo es be-Verb«reits so weit kommen/ daß die lehre der .Adesevangelii meistentheils auf äußerlichen,,dinge/ceremomen und alfanzerepen aus-geschlagen/ und der Pabst und die Geiftlig-keit den pöbel nicht so wohl in der religion undglaubens-silchen/ wie auch in christlichem wän-de! und gotresfurcht zu unterweisen/ als viel-mehr zu näherer fortrückung zu obgedachtemzwecke / auff den austerlichen schein und ver-gaffung zu führen pflegten. Diejenigen völ-cker/welche durch gvang der Waffen/ und an-dere gewaltsame mittel neu zur kirchen undchristenthum gebracht worden/ konten sich desgeistlichen Dominats und dieser fürtrefflichenInstrumenten desto weniger entziehen/ dieweilihnen mit der ersten milch des christemhumsanders nichts / als was dein Pabstlichen stuhlconvenakel war / eingefiößet wurde; demnachmuste das verdienst Christi / und die leh-re/ wie durch dett glauben allein die recht-fertigung des smiders vor GOTT Zltwege gebracht werde/ si?mmt der lehrevon den heiligen Sacramenten und derenrechter gebrauch/ der Staats-religionweichen/ und wurde die lehre von guten wer-cken/ selbe bey Vermeidung der Hollen oder desftgfeuersquül zu thun/scharst getrieben/denleuten mehr von denen Heiligen/ und ihrenVielmahls erdichttten legendem als von GOttund dem höchsttröstlichen wercke der durchChri-stum beschehenen ertösung geprediget/ und tau-senderlei) abergläubische dinge/ geweihetesöl/ kertzen/ bildet/weihwaster/^Znus Ml
I ^
' ^-----
'-7
fM- ^
i ,/ D' ./
und dergleichen/ theils das abergläubische volck
zu trösten/ und wider des teuffels und der
offtMühls nur gekünstelten polter-geisterschrecken und plagen zu verwahren/ theils da-durch geld von ihnen zu erlangen/ eingefüh-rt
Die?
7..
'"2
M«.»'' 7
77. N?'!s'7
W/AÄkMx»..-,
4'.
------
.4' "
iG.
-
^. ->e
4,7^ 7