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Des Europäischen Herolds dritte Haupt-Handlung
niedrige Provintzien durchflössen. E6 batauch viel seen/ darunter der Lucerner/Zür-cher/ Neuburger/ Genfer/Vregenzer-Voeten-und Malen- fee die fürnehmstensind/ und zehlet man derselben biß 24/ welcheschiffreich sind. Deßgleichen gibt es gutewarme bader und sauerbrunnen. Vieleberge aber sind oben stets mit schnee bedecket/als der Gotthard /Furo/ Simpeler/ Grim-sul/ Splüger/ S. Bernhard/ Vogel/ Glet-
Fruchtbar- scher/ u.a.m.
kett der tan- Die befchaffenheit des landes ist nichtvon gleicher fruchtbarkeit und art. Die vie-len gebirge und Waldungen geben gute gele-genheitzur jagt/ der Hirschen / baren / luch-sen/ dachsim/ gemsen/ steinböcke und nmr-mclthiere. Nicht weniger cckch zum Nie-dern rveid -und vogelwerck/ steinhüner/ fa-sanen/ waldtrappen/ parniftn/ rebhü-nern/ :c. Die vielen wasscr und seen gebeneine reiche fischerey. Zur Viehzucht ist es derherrlichen weyde halber wohl gelegen ; alsodaß es an milch/ butter und käse einen Über-fluß hat. Die ebene und thäler geben an et-lichen orten einen feinen wein und frucht zurnothdurfft/theils auch übeOuß; wie denn umBern herum in der gegend Peterlingen einscheffel aussaat is wiederbringet. Auch sindan etlichen orten saly-qvellen/ wobey sichaber mehrentheils kein holtz sindet/ selbiges zusieden.
Der berge halber ist es so artig / daß inden thalern eiß und schnee/ zumahl an demwunderberge/ der grosse Gletscher genannt/liegen / und die Zipfel schön grünen/ und denvollen sommer vorstellen/ und man also auffeinmahl sommer und winter sehen kam Manfindet auch viel adler und andere raubvogelim lande/ welche ihre in den klüfften habendennester mit allerhand graße anfüllen/aus derensaulung die drachen wachsen sollen. Hier-nechst bricht in den Alpen-gebürgen der aller-schönste crpssall/ welchen sonderlich die Mey-lander und andere Jtalianer wohl zu bezah-len wissen. In dem lande Ury/ Schwietz/Unterwalden/Glaris undAppenzell wachst keinwein/ und wenig korn ; dargegen aber sinddiese lander mit köstlichen weyhen vor dasviehe begäbet; dahero viel butterund käse anandere örter verführet werden. Zürch/ Bern/Basel/ Schafhausin/ das Türgow/das Ba-der-gebiet und Rheinthal hat desto mehr kornund wein. Was aber Freyburg/ Solochurn/Aergow/ und das land des Abtes von S. Gal-len anlanget/ so tragen dieselben zwar viel korn/aber wenig wein. Daß die berge in derSchweitz/ auffwelchen vielerley herrliche ary-nep - kraurer gefunden werden / auch aller-hand ery in sich fassen/ erscheinet aus demgold-sande / welchen der Rhein / die Emnre/Reuß/die Arve bey Genff/ und andere wasserunterweilen in der grosse einer erbse bey sichführen; iedoch wird den berg-wercken nichtnachgesitzet.
^ und sit- Schweiger sind insgemein von leibs-
GctMttzer. statur starcke/ iedoch nicht eben unproportio-nirte leute/und machen proseMon von aufrich--tigkeit/daher sie auch in ihwr titulatur das wortfromm sonderlich Emiren; sie sind nicht fim-
derlich verschlagen/ und haben sich/ nach aus-weiß vieler proben / mehr auff ihre courageund tapferkeit/ als aufarge list und rancke ver-lassin / und solches giebt man der dicken lufftin den thalern bey so vielen seen/waflern undauffdämpfungen schuld. Welche qvalitätender Nation/zujammt ihrer ansehnlichen lei-bes-beschaffenheit/die Potentaten bewogen/siezu ihren leibgardenzu erwehlen/ ja selbst mitihnen alliantze und bündnisse zu machen: alssie denn/ wie schon oben gedacht/ der CronFranckreich sonderlich wohl gedienet. Jedochist gleichwohl nicht zu läugnen/ daß sie auchkrumm sind / wenn sie sich bücken/ indem siegar offt bald zu dieser/ bald zu jener parthie sichgeschlagen/ nachdem sie viel oder wenig geldbekommen. Und wenn die psnlione5 nicht sofort gefallen/ Pritschen sie bald davon/ und neh-men mit ihrer bekandten regul: Uoim 6' srxent,Point äe8uille :Aem ge!d/keinSchweiyer/ab-schied. Zum fechten sind sie gute leute/ aber zuanderer sauren arbeit wollen sie sich nicht verste-hen/ lassen sich auch daher zur see nicht ge-brauchen/ und ist das land so voller bettler/wie Franckreich. Von ihrer frepheit ma-chen sie so grossen Staat/ daß sie meinen/ al-le andere Nationes waren gegen sie sclaven zurechnen. Der gerechtigkeit sind sie sehr erge- 'ben/ daher auch die straßen unter ihnen so sichersind/ und wenig geld-fressende Processi verstat-tet werden : doch sind sie auch nicht alle rein/und ist der pöbel allzufrey und frech. In derconveriarion fehlet es an der civilität bey denmeisten / welches ihnen auch die nachrede zu-ziehet/ sie wären stoltz. Die fürnehmsten / unddie gereiset sind/wijsin diesen mangelzu ver-bessirn oder zu verbergen. Diese tragen sichmit der kleidung ä iz xran^oiie. Man weißvon den meisten örtern/ daß sich die weiber inhäusirn fleißig erzeigen/und keine liebes-gril-len fangen. Das gemeine volck hat siine eige-ne altvaterische tracht. Man redet imlandeDeutsch/ Jtaliänisch und Frantzöisch/fast einsso corrupt als das andere. Ihre meiste spei-sen bestehen in butter/käse und milch/ und ste-het man bey dem gemeinen volck über tisch sel-ten etwas zu trincken/ indem dieses durch diegenießung^ gantzer kübel voll suppen ersetztwird. Sie lieben die lkuäia, so viel die Latei-nische und Griechische spräche betrifft/ und ha-ben viel gelehrte leute erzogen/ ergeben sich hier-nechst der leibes-exsrc-tlen/ fechten/ringen/springen / schwimmen / schießen /Wettlaufen/und dergleichen kriegs-vorspielen/und ist beymanchem Canton das hauptwerck auff denkrieg gerichtet; inmassin denn auch knabenvom 8 biß ins is jähr schon in den waffen geü-bet werden/ und büchsen/ spiessc und fähnlemtragen. Wenn auch die unterthanen aufdemland ihren neuen Vögten schwören / so kom-men sie mit ihren waffen aufgezogen. Siegebrauchen sich nebst andermgewehr auch nochder großen kolben oder mit nageln beschlagenerprügel/ wormit sie/ als starcke leute/ kurtze ar-beit machen können. Desgleichen befleißigensie sich auch der jagt und weydwercks/ wenigernicht der fischerey.
Von der Verfassung der Epdgenossen-schafft /wie und auf was maße selbige nach und
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