Dc6 Europäischen Herolds dritte Haupt-Handlung
nung noch ungelegenheit: Denn man redetentweder gar nicht von glaubens- fachen/oderdoch st'glimpflich/daß keines das andere ver-achtet/und werden die äissutenvhne Hitze undseindschafft bald beigelegt. Davon schreibetsehr artig: Daß die religio» an-derer orten leichtlich mehr gutes verschaf-fen möge: Allhier aber rvürcke sie weni-ger Übels. Sintemahl die sichtbarenwürckungen so beschaffen/daß unter einerfriedsamen/ ruhtgen und bürgerlichenre-gierung schon durch so lange jähre dasvolckananzah! gewaltig zunehme/ indes-sen wachsthume die commercien undreichthumez/mithin die starcke und vermö-gen des Staats bestünden.
Zustand der Das schul-wesen belangende/ da hat man!M,en und durchgehends so gute ordnungen uud anstal-schuien" illt ten/daß wenig leute seyn werden / die nichtbinde. schreiben und lesen können. In allen dörfferngibt es schulen/deren schulmeister dönnoch derReformirten religionzugethan seyn müssen.Zu jeder kleinen ftadt ist zum wenigsten aucheine Lateinische / und in den grossen stadtennoch hierüberFraUtzölsche /^taltanische undanderer auswärtigen sprachen schulen. Zu-mahl gibt es in den grossen städten viel rechen-und schreib - schulen. Die berühmtestensind zu Amsterdam / Dordrecht /Nreda/Niemagen/ Delfft/ Middelburg/Heryogenbusch / Veventer Die Aca-demien und Universitäten der lande/ zuLey-den/ Zraneekcr/ Gröningen/ Utrecht undHarderwpck/ dergestalt/ daß fast eine iedeProvintz ihre absonderliche Universität hat/wohin sie ihre jugend senden kan / in welchenjederzeit die berühmtesten und vortrefflichstenleute in allen sprachen/wissenschafften und ta-cultäten Korim haben.
Mängel mtö Allermassen aber kein Staat und reg!-schwächedic-ments-Verfassung unter der sonnen sich einer^A^AGsllkommenheit zu rühmen hat: Also ist sichnicht zu verwundern / daß die Staats - klugenHey dein 5.^6MZte pOliticc> dieses vereinigtenStaats auch einige mänge! befunden undentdecket. Hierunter setzen nun einige diewanmgfalngkeit der religionen / fettenund jchwärmereyen. Dabey man sichdoch glcichwolvorangcregter Massen / vom an-fange der Union her biß äato > im Staat nichtübel befunden. Die A. 1672 eingefallene re-volution hat der gantzen welt etwas unver-mmhetes/und denen/ die des landes schwächeund stärcke gewust/viel erstaunung mitgebracht.Dabey denn die menschliche Vermuthungen da-hin gegangen: Daß die allzu grosse applica-tionaufdte kaufssmannstchasst dieangebohr-ne rapfferkeit der unterthanen ckterstet/ sie vonden Waffen ab-und auf die friedens - künsteund gewerbe angezogen ; woher denn gefol-get/ daß die bürget die Verteidigung ihretstädte den fremden garnisonen lediglichüberlassen. Der gute friede/ den sie seitherdes Münsterischen frieden- schlusses zu lan-de genossen/ habe veranlasset die lummamrerum auffdie see-machtzu stellen. Dieser ruhe-stand habe ferner eine abdanckung der bestenausländischen militz nach sich gezogen/wie-wohl das frühzeitige ableiben Printz Wil-
helms/ und das in währender Minderjäh-rigkeit Printz Wilhelm Henrichs zu Ora-nien aufgerichtete ewige Edict zu die-ser militsristchen reclucckion viel contribuiret.Daß man nun an statt versuchter alter Offici-ret und soldaren die jungen Staaten-söhnkenund Wittebrods-kinder in die Gouvernemen-ter und kriegs-chargen gesetzt/ und die übrigemannschafft aus landesbürtigen der Waffenentwöhnten leuten angeworben und unterhal-ten/ davon habe freylich wenig nachdrückli-cher widerstand/zumcchl gegen e-nen geschwin-den/ klugen und starcken feind/ erfolgen kön-nen. Vtatt habe sich auch attzusicher gewust/weder vor den benachtbartcn kleinen Fürsten/noch vor Franckreich gefürchtet / weil mandurch die ^riple-aliiantzgnugssm gesichert zuseyn vermeinet / auch nicht besorget/ daß ihreNachbarn mit Franckreich in ein Horn blasen/den paß verstatten/ und selbst mit einbrechenwürden. In dieser rechnung habe man fer-ner Hauptsschlich darinn verstoßen/ daß Hol-land die alliantz mit Engelland nicht gnüglichculüviret/ den Schweden die Mist,cken nichtversichert / und mit Franckreich die tractmengebrochen/ehe mit Spanien neue errichtet wor-den. ^
Zum unglück des landes habe auch die un-gewöhnliche dürre und austruckung derströhme / welche sonst die Wassergraben undlandes-Verwahrer sind/ viel geholffen/ und
fernerdieinnerliche trennungenin den con-
und die macKinZtiones der k^)ittlschenfLÄion wider seine Hoheit / den Printzen/vielgeschadet. Alkein es wird niemand laugnenkännen/ daß nicht auch zugleich und haupt-sächlich eine sonderbare bstckuät und uner-sorschliche göttliche schickung hieruntermit vorgewaltet habe; inmaffen auch die ab-wendung des gäntzlichen ruins und Unterdrü-ckung des Staats/ so wohl als die wunder-A"^same errertung der bereits durch c ongueüen ttS Mi ge-abgeristenen Provintzien und lande einen hö-^Hern als mcnschllchen arm gehabt. Zumehrer bemerckung besten dienet/daß manun-ter andern auch zur see wahrgenommen/ daßwider den ordentlichen lauffder natur um Te-pcl herum/ allwo die feindliche flotren sich der-malsten befunden/ zwepmah! ebbe und nureinmahl flue geweftn/ item daß ein grosserstürm die Englische flotte/ unweit Texel/ dcr-massen betroffen/ daß drey orlog-schisse undviel klein fahrzeug sslnt inehr als 500 Perso-nen gescheitert und umkommen/ und der restsich in ihre Hafen nicht ohne große gesahr undgantzleckrecil-irenmüsten; da hergegen diebeyWiering beflndliche flotte davon nicht den ge-ringsten schaden empfunden.
Sonst haben einige auch folgende irreZuK-ritatM Und Mangel bep diesen? Staat att-gemerckee. Einmal bey der regierung selbst/da die krasste und macht in einer solchen co-bXrentz nicht stehen / daß es nicht iezuweilmschwere jalousien und strittigkeiten abgeben sol-te/als dann die Provintz Groningen und dieOmmelande Noch gegenwärtig dergleichenuntersteh haben. Und wer weiß nicht/ daß dieeintzigestadt Amsterdam in der armistitz-ss-che mit Franckreich das gröstemvMent beyge-
tra.»
l /AP '
5'1'« ->>>>''' ..
' .»«HA ^
Uli»
MI-
«tziH ''
5^ „ -