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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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Des Europäischen Herolds dritte Haupt-Handlung

Grafen in

FrielllandRegentender lande.

Graf Wil<!)e!'m zumKayser er-wehtet.

Seeland aussgebracht/und der inwohnersit-ten und spräche ziemlich geändert. Doch dau-rete dieser Nordischen ungebetenen gaste regi-ment allhier nicht lange/ sondern es wurden dieDie lande lande und Insnlen wieder unter das Rö-komnm^un- Mlsch-Ceutsthe Reich gebracht/auch in dersche Reich', zwischen Japser Ludwigs des Fromtnen söh-neu getroffenen brüderlichen erbcheilung demkayser Lothario zugetheilet und abgetre-ten z die aäminiNrarion aber denen Grasenin Frießland ausgetragen/ bey welchen es solange sein bewenden gehabt/ biß die RömischeKaysere / zu befferer culrivauing diestrfürtrefflichen lande/ die proviny Hollandvon Fneßlaud gechellet/ und dem GrafenFrisischen stammes die aussticht und regierungderselben inst nderhcit anvertrauet. Als dennGrafDit- die Historien Grass Dltrichs/ Graff GerolssGraf unBa- ln Frießland sohns/ unter dem titul des erstenzavm.' " Grafen in Batama/ so nian folgends Hol-land gcnennet/ gedencken/welchem RönigCarl der Einfältige aus Franckreiä) A.C. ylZnicht nur die aus den alten Friesischen landenzur neuen Graffschafft gemachte lande/ sondernauch das kirchspiel von Egmont und was dar-zu gehöret / verehret haben sol. Aus diesesGrasDitrichs Posterität stammete Graswck-helnt/ welcher etwa A. 1246 bey damahligentrübseligen zeitcn zum Römischen RayserCeutschcr Nation erwehlet worden. Destsen söhn Graf Fioreng dieses nahmens derfünssteA. 1296 ehbruchs halber ums leben kom-men/und seinen söhn Gras Johannftn 1 ver-lassen / mit welchem A. izoodieses uhralte ge-schlecht ausgestorben ist.

^oliand Ihme hat lucceckret Graf Hanß von Hen-konw-ran negöw/welcher von Adelheit/ Kayser Wil-son Henne -Helms schwester/und Graf Florentzen des !Vtochter gebohrcn worden. Denn sein Nachfol-ger und Herr söhn war Graf Wilhelm ttl,beygenahmt der Fronuue/ welcher A. 1337 ver-lassen GrasN)ilhelmen !V seinen sohn/der A.iZ4> im Friesischen krieg erschlagen worden /und weil er ohne männliche leides-erben verstor-ben / hat dessen Fr. schwester Margaretha/Rayser Ludwigs lV Heryogs in BayernGemahlin / der landes - crbschafft bey denenProvintzien Holl-und Seeland/ und was mehrdazugehöret/sich angemafstt/ und nach ihresKayserl. Gemahls tode lnit ihrem söhn GrafWilhelmen v in grossen irrungen gelebet.Denn unerachteter von ihr nur als Stadthal-ter über Holland/ Seeland/ Frießland undHennegöw war gesetzet worden/ so mästete ersich doch vor der zeit der völligen herrschasst an/und verursachte hierdurch / daß ein theil vonHolland der mutter/der andere aber dem söhnanbienge. Die Wilhelminische partey rühm-te sich: Sie wolten ihre feinde eben alsoverschlingen / wie die stock-fische die klei-nern fische hinter zu schlucken pflegen. Je-ne aber antworteten: Sie wolten die Hamenseyn/diese stock-fische darmit zu saugen.Von derselben Zeit an wurde die eine partey dieCabliausoder stock-fische/die andere aber dieHöcks oder Hamen genennet. Endlich gedieheesA.i;5ianderMaase;um blutigen gefechte/darinnen der Margarethen trouppen geschla-gen wurden. Des andern jahres aber erfolg-

Z

gow.

Cabliausund övksMteyelt-

te der friede / vermöge dessen Hertzog Wilhel-men Holland/ Seeland und Frießland einge-räumet wurde; dahingegen Margaretha nurHennegöw behielte. Endlich starb sie A. 1355/er aber A. 1377/ und also sind durch HeyrathKayser Ludwigs 'Vund höchstgedachter Mar-^,t..garethen die lande aus Herzogliche haußTgmli.Bayern gediehen.

Jhlne hat lucceckret sein bruder2llbertus/Herrzog zu Straubingen in Nieder-Bay-ermund diesem A. 1404 sein sthn GrafWil-helm vi, welcher mit Herzog Philipps desNuhnen zu Burgund eintzigen Fr. tochter/derPrinzeßin Margarethen/ eine tochter nah-mens ^sacobina erzeuget/ und A. 1417 verstor-ben ist. Mittels dieser Fürstin sind die landevon Bayern an Burgund kommen. Dem/ D?eres setzte dieselbe/ nachdem sie bey ihren öffternVmM.verheyrathungen viel leichtsinnigkcit blickenlassen/ endlich Hertzog Philippen den From-men zu Burgund / ihrer mutter bruders söhn/von welchem sie in einer schlacht war überwun-denworden/zum erben ein/und verließ das zeitli-che A .1436. Es daurete aber auch solcher neueRegenten-stamm bey diestn landen nicht lange/denn es starb Hertzog Carl der Ruhne zuBurgund noch vor hochgemeldten HertzogPhilipps söhn ohne Fürst-mannliche leides-er-ben/ und befällete mit diesen und andern fast einKönigreich impvrurenden landen seine eintzigetochter dieprinzeßm Marien /eine Gemah-lin Rayser Maximilians des Ersten/durchwelche glückliche Vermählung/ausser Holl - undSeetand/ noch zehn folgende /Nraband/ Lun-burg/Lügenburg/Flandern/ Artois/ Hen-negöw/ Namur/ Mecheln/ FurphenundAntwerpen/ welche die Hertzoge zu Burgundzusammen gebracht und besessen/ an das Ery-haußochl-Heryogilche hauß Oesterreich gelanget sind.^^'

Der aus dieser ehe erzeugte Printz Ertz-Her-tzog Philipp 1 war so glückselig/ daß er ver-mittels der mit der Jnfantin in Spanien Jo-hannen/Königs kerdmaricliLsrbobci und Ilabel-l« andern tochter und erbin / die KönigreicheAragonien/ Castilieki/ Sicilien und Nea-polis an das Ertz-Hauß Oesterreich brachte/auch mit dem grossen Königreich Spanien diesämtliche Niederlande (aussr Frießland/ wel-ches erst R .Carl A.isis von Heryog Geor-gen zu Sachsen/ und Utrecht/ und darzu ge-hörige landschast/wie auchOver-Ißel/ welcheer von dem Ätz. Stiffte zu Utrecht A. ^28 er-kaufft / so wohl auch Geldern und Aut-phen/ welche er von Hertzog Wilhelmen zuCleve A. i>4Z conczueUiret/ und der stadtGroningen und Ommelande/ welche er auchA. 1536 mit dem schwerdte erobert hat)auffgewisse maße und mit vorbehält der landes-privilegien (als welche landes-gesetze und ge-wohnheiten auch aller vorigen Regentenmacht und Hoheit mercklich iimuiret haben /)vereinigte. Aus dieser Kömgl. ehe ist der .glorwürdigste Rayser Carl v entsprossen/zu Adjege-dessenzeiten diesamtlicheNiederlandezwar der same Mvielen kriege halber starcke geld-summenbezahlung der militz cor>tribu>ren müssen/ sindaber dennoch deßhalber schr wohl zu frieden ge-wesen/ dieweil dieser Regent ein sanfftmüchl«ger und freundlicher Herr/ und als ein lands-

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