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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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518
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Des Europäischen Herolds dritte Haupt-Handlung

daß alle böse 6essemz zeitlich unterbrochen / undvon ihnen dem Staat kein schade zugezogenwerden könne/es wäre denn/daß die trouppen«Zelerriren wolten/ dergleichen in dem berühmtenkriege der eki^rrs ä' ^ciclus hiebevor geschehen.Sie haben auch wohl ehe/ der suxilisr-rrouppendesto zeitlicher loß zu werden/ einen schimpffli-chen frieden geschlossen. Ferner ist der Gene-ral der cavallerie/ die General-Lieute-nantö/undGeneral-MajorL/derOber-In-genieur und Feldzeugmeister zu Venedig/

Die grundfeste desStaats ist

Vn friede.

u.a.m.

Im' sesti-iegt derStaat lie-ber/als zu!«nde.

Allermassen die grund-feste des Staats

ohne dem auf den frieden und dessen regulenerbauet ist/und diesen durchaus zu wider/ daßdie Edlen oder übrige unterthanen die waffen-kunst verstehen / zumahl da die ambition desAdels überaus groß ist/und die hertzhafften leu-te ohne dem in derabscuntät eines privat - le-bens sich lange nicht behelffen mögen / sondernvor ehre und reichthum alles wagen: Alsofürchtet sich der Staat vor allem kriegedesto mehr/und unterlasset lieber alle gelegen-heit/neue conqucsten zu machen / als einigen Ks-TZtä seiner souverainität von denen conqueran-ten auszustehen; oder zum wenigsten in steterfurcht vor derselben ambirion zu leben. Daheres denn ein grosser nothstand seyn muß/da mansich mit jemand in kriegs-Händel einlassen soll.Sie wissen auch hiernechst gar klüglich alle lud-milllon und glimpffliche wege zu suchen / ihresKüres mehr durch list und repmÄnon, als durchgewalt der Waffen auszuführen; gestalten sieihre grosse land und leute mehr durch geld undkluge list/und acjclreüc, als durch vermittelungder waffen erworben haben. Ist aber die Re-publique von andern Potentaten mit Nachdruckangegriffen/ und ihr alle wege imtjKue5 zu ma-chen/und einen frieden dadurch zu befördern/oder denselben zu erkauffen/abgeschnitten wor-den/ so haben sie allezeit gantz gelinde saiten auf-gezogen / und sich zur lZti,fa6iion gegen ihrenfeind erklaret. Welches auch pabst Paul vin seiner fache dürffte erfahren haben / wenn erdes Pauli schwerd zu des Petri sthlüsseln gefü-get/ und des gewalts der waffen sich xrXvsUrethaben würde.

Solche liebe zum frieden haben andere?oren.hen vor eine furcht und mangel der couraZs auf-genommen/ und / wie die Historien benachrichti-gen / ihnen deßhalber immer scharffer zugesetzt.Gleicher gestalt ist auch die nemrZütat / als einevon des Staats fundamental -msximen/ ihmmehrmahl sehr schädlich gewesen/ und hat zu-weilen den krieg ehender nach sich gezogen/ alsden frieden erhalten. Wie die Historie der üi>ßz zu und der krieg wegen des Her-

tzogrhums Meyland im vorigen lecuw solchesbescheinigen.

kVer es aber zur see mit dem Staat an-fangen will/ der wird seinen Wöhrmanneher sinden: Denn die gantze inclinatiorider Venetianischen macht ziehet sich dahin/und der Staat wird durch das armemeritzur see unterstüyet/gleichwie er auch seineauffnahme und wachsthum daher empfangen.Aus dieser maxime werden jederzeit eine ziem-liche anzahl junger Edelleute in der /^csUemia^ellMsrinazu erlernung dieser proisüwu unter-

halten. Man hat auch bey dem rrsbgue mitwahren einige mittel/ arme Edelleute zu unter-halten/ daß sie zur see dienen können. Wel-ches alles dem Staat eine solche reputaNonerworben/ daß man ihn aussdem mittelmee-re seither vor den machtigsten gehalten.Ob aber Franckreich demselben jetziger zeitnicht solte das gegen-gewichte halten/ davonlasse vernünfftigere leute urtheilen. Gegen *die Ottomannische Pforte sind die Veneti-aner zwar aussdem lande zu schwach/herge-gen aber zur see derselben gleich/ wo nicht garüberlegen : denn es mangelt den Türcken anguten schilfern/ rüder - knechten und soldaten.Und wenn sie gleich eine flotte in see bringen/so fehlet es doch am commando. Werdensie geschlagen/ so ists schwer eine andere zumontiren- Zu dem so haben sie wenig exer-cirte Capitani/ und zum ruder-volcke unerfahr-ne sclaven/ welche weder fariAues noch daswasser verstehen. Die Türcken bekennen ih-re schwachheit auch selber und sagen : GOtthabe getheilet/ und ihnen das land z denChristen aber die see gegeben.

Oas innerliche dieser Re-Das ittM.

publique ist zum theil mit andern Freystaatengemein/so ferne selbige ihre grundfeste auffden frieden und ruhestand/ ingleichen auffdiefrepheit zu leben/und denen unterthanengewisse debauches und pflegung der Wollüstezuzulassen / oder auch auff andere dergleicheninstrumenta und mittel die unterthanen im ge-horsam und hulde zu erhalten / zu gründen pfle-gen. Zu welchen Staats - griffen allhier beydiesem Staat zu rechnen / daß der Doge und8evgt so com^Zilsm sind/ UNd den ikebruariijährlich nach 8. bormoss sich begeben / daselbstvon den eingepfarrten einen stroh-hut und empaar flaschen voll wein abholen: Item daß ersamt dem gantzen5sn2t dem Ochsen-feste/wel-ches allezeit donnerstags vor sastnacht gehalten/und einigen ochsen/ diemanvorherowohlexer-ciret hat/ die köpffe abgeschlagen / auch aller-hand spiel und feuerwercke auff 8. ^--x-platzund anderswo gehalten werden/ beywohnet»So bestehet auch darauff eine Staats-poMi-gue , daß man die klobM ül lerra kenn!;, sie sey-en so qu»'lbc;rt/als sie wollen/von dem Gou-vernement ausschließet/ und sie also dembür-ger - stand gleich tractiret/ auch hierüber densel-ben Ade! unter sich in schädliche Xmular-on^prsececlentz -irrungen/ und solchezwistigkeitensetzet/darüber sie sich mit einander tapffer her-um zerren und ruiniren inüffen. Welchesdie bürger sehr kützelt/ und verursacht/ mit derregiments-form desto eher zu frieden zu seyn.Die ?oäelkZt5 in besagtem fußfesten lande wis-sen mit ihren populären bezeugungen dem vol-cke das hertze dermaßen zu stehlen/ daß es da-für hält/ es wäre kein volck unter der songenso gelinde und wohl regieret/ als diese leute»Wiewohl auch dasjenige in der that zu finden/was der gemeine mann vor seine zeitliche glück-seeligkeit hält : l?ane in e eiuttiria ilA; das ist gute Policep und jttstly:worzu auch dieses dienet / daß unter denen be-nachbarten unterthanen/ zumal Spanischengebiets/ die klagen über die drangsale der Re-genten unendlich sind/ und denen Venetiani-schen

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