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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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372
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Z72, Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung

kriegs - concerro in Thracien und Bulgaren ser wilden und räuberischen Nation / war der Werdttt

einfallen/ und hatte die unmenschliche grausam- erste/ welcher sie in nachfolgender zeit civUMret/F"' chM

keit dieser barbaren der Orient und Oecident und den von Kayser Carlngepstantztensaamen bekehre?^

fast zugleich zu fühlen. des christlichen glaubens wieder erwecket. Er

Als A. 9Oi Rayfex Ludwig iv, ein junger empficng selbst die heil, tauffe von dem dama-

Herr/regierte/haustten sie aberinal jämmerlich ligen Bisthoffe zu Präge/ Dahin

in Mähren/Oesterretch/ Bayer;?/ Mucken war es doch gleichwol nicht zu bringen/ daß die

undSachsen/undkonte thnenniemandgnugsa- götzenvöllig abgeschafft/ und dieHeydnischen

wen widerstand thun; daher sowol dieser Kay- opsser Unterlasten worden/weil die andernHun-

ser/als auch nach ihm Kaystr Conrad l die ru- garischen Fürsten noch fest bey dem Unglauben

he zu erwerben/ und den rest des volcks und der hielten.

nahrung noch zu l^ren/eitten jährlichen tribut Sein Herr söhn aber/Hertzog Steffan/wel- Köni^

geloben/und auch Italien von ihnen den frieden eher nachmals den zunamen des Heütgen be-NK?

gar theuer kauffen musten. Und dennoch blie- kommen / war darinn glücklicher: DennsentiM^

den diese geitzhalft mit dem gewöhnlichen tribut nachdem er sich A. C. 996mit Princeßin GGfm?"'

nicht lange vergnüget / sondern sireiffeten wie- feia/ Herzog Henrichs in Bayern/ nach-

derum biß in Schwaben/ allwo sie aber von den mals ^ Käystrs/ schwester unter der canUmon

Deutschen etliche mal mit blutigen köpften be- vermählet/ daß er samt seinem volcke und un-

willkommetwurden. terthanen den christlichen glauben annehmen

KHetmch! Endlich segnete der Höchste das Ternsche wolte/hater solches durch abthuung derHeyd-

i'däinpffcn^ Kaystrthum mit einem tapffern Ober - Haupte/ nischen greuel / und sonsten durch christliche an-

ibren hoch-' dem unvergleichlichen Helden / Heryog Henri- stalten und Übung der gottsteligkeit dergestalt

chen zu Sachsen/dem Vogler genannt/ wel- eifrig erwiesen/ daß die geschichte zweifeln/ ob

eher diese barbarische ungläubige feinde bey dem er oder der heilige Kaystr Henrich mehr Übung

erschrecklichen einbruche/ den sie biß an die stadt des Christenthums gehabt. Wie es billich/ daß

Merseburg an der Sala mit zoosOo mann Christen edler als Heyden gehalten werden/ so

ohngefehr fortgesetzet hatten/ solcher mästen em- war dieses eine starcke anreitzung seiner unter-

psangen/daß/ obwol ein Teutschcr gegen vier thanen zu dem glauben/ daß er die vor edler

solche Hungarn fechten müsten/der helle Haussen als die andern erklärete/welche sich zum Herrn

geschlagen/ der Überrest im nachhalten vollends Christo bekehreten. Dannenhero er auch vor

rnassacriret/und dieses grosse wütende Heer durch edler als stine vorfahren geachtet/ und von?

das schwerdt so völlig gefressen worden/daß nur Raxser zum Rönige erkläret / und ihme anA'A^

sieben mann in der Niederlage entrunnen/ wel- statt der ehestem vor seine Gemahlin alle städte r-chemiM

che aber doch auch aufgefangen/an Händen/ na- und länder./ welche hiebevor denen Hertzogcn^"^'

sen und ohren verstümmelt und zurück geschickt zu Bayern zugehöret/ nemlich Presburg/ Oe-

wurden/ zum merckmahl und abscheu / daß die benburg und andere/ welche zwischen dem stufte

Hungarn dem Römischen Reich fürderhin kei- Leitha / und der Phiska oder Vischa gelegen/

neu tribut mehr abfordern / noch selbiges mit abgetreten und überwiesen worden. Nachgc-

einfällen McommoMren solten. Welches auch hends A. C. ivzO hat sich zwar zwischen ihme

nicht geschähe/so lange der großmachtige König und Kaystr Conradei? n eine schwere ir-

in Teutschland lebte. Als sie aber erfuhren/ rung und krieg wegen der Bayerischen lande

daß der Held todt wäre/der Israel geschützet hat- erhoben / welche aber durch des Königs gebet

te/bekamen sie appetit/ was bessers in Teutsch- und lubmUHoa bald gewendet und beygeleget

landzu versuchen. 7"oxus war ihr Hertzog/ der worden.

sie A. 9Z? wieder in Sachsen führete. Sie be- Käystr Conrads Ii Nachfolger am Reiche/-wserHer-kamen aber blutige passeporte/ so viel deren nach Rayscr Henrich litthat einige jähre durch wi-^'^eitter grossen Niederlage in Hungarn zurückkeh- der die Hungarn zu felde liegen müssen/ biß er zu? RW-ren.konten. A. 944 und 48 kamen sie doch sie endlich unter den gehorsam des Römischen ^iny-wieder/ und erlitten so grossen abbrach/ daß sie Reichs gezwungen / und das Römgreich zursich nicht mehr an dieTeutschen machen/sondern provüitz gemacht / Röntg peeern / zuge-in Italien bessere prvAr-cllen suchen wolten. Da nahmt den Tcutschen/ wider den von der Na-sie auch A.9sO zehn n?etzen geldes zur brandscha- tion erwählten König v v 0 nxkl seinen be-tzung bekamen. Man meyme/ sie würden der dränger MÄMtcvirt/ und sich mit lehnst pstichtrückkehr in Teutschland/ als ihre klopff- gassc/ und tribut denselben verbunden gemacht A. C.vergessen; als aber Bischoff Gerold zu Saltz- 1045. Solche unterwürssigkeit des König-burg/und Hertzog Conrad in Kärndten um an- reichs/gegen das Kaystrthum/ hat längerderer absichten willen diestlben ins Reich herein nicht gewähret/ als biß aussKaystr Henrichslockten / und biß in Lotharingen der Schwall ! v zeiten / da die Kayserlichen trouppen von derkommen war/ setzte sich Kaystr Otto l am Lech armee eines vom Papst Gregor;? vi! auffge-bey derstadt Augsturg/ ihnen zu zeigen/was es wiegelten/ aber aus der König!. 5amN!e ent-heisst/wann ein fremd/barbarisches volck in die sprossenen Fürsten / namens geschlagen/

Reichs - gräntzen NesssiIo eindränge / lieferte der dem Reiche Pflichtige König Salomen/

ihnen dahero am tage ttaurenrü eine blutige als dieses Lai-s oder (Ze^lT vetter/ verjaget/

schlacht / obsiegte/ und liesse ihren Heerführer und Hungarn etlicher Massen wieder zur vori-

Verbulchen und Leeeln hencken; die andere ge- gen freyheit kommen,

fanqenen lebendig begraben. Dieses geschähe Die grosse kriegs - gefahr und auffstände/

A. C .9s5 .Seither haben sie des wiederkehrens welche sich auff anhetzung der Päbste allent-

vergesten. halben wider die Käystr erregten / waren auch

Grisil/ioxi söhn/ ein sittsamer Regent die- eine Ursache / daß die Kayserliche nachkommen

am