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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
306
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Des Europäischen Herolds zwcyte Haupt-Handlung

ZiemMtus.

ein einheimischer zur Polnischen regierung ge-langet / selbiger jederzeit ein genennetworden.

Ihm folgte sein Hr. söhn / Fürst Fiemovj-tus/ ein fürtrefflicher Held / welcher die Polenund Sarmater/ wie Romulus die Römer/kriegen gelchrer/ und alle lande wieder ge-wonnen/welche die unwerthe Popielen verloh-ren; auch war er der erste/welcher die Polnischemilitz in einigezucht und ordnung brachte/ in-dem er denselben hohe und niedere Officiers zu-Lescus IV. ordnete. Dessen 8ucceUvr und söhn Lescus IVwird deßhalber/ daß er des Herrn vaters kriegenicht fortgesetzet/ von einigen getadelt: Hataber die friedens-künste ins land gebracht/ undglekhwol auch der Schlawacken in einerfchlacht ä 2OOO erleget. Ihme hat A. ylz nach»Memomis- gefolget sein Hr.sohn/ Fürst Fiemomislus/auch ein friedliebender Regent / welcher in sei-nem altereinen söhn / nahmens lNicßko oderMiecißlaus I genannt/erzeuget; und ist A.562todes verfahren.zürstMießko Dieftr Printz war blind gebohren. Als

wird blind ^ ^ ^^ <

gebohren/ er nun/damaliger mode nach/ NN siebenden jäh-re seines alters zuerst das haar abnehmen las-sen/und einen gewissen nahmen empfangen sol-te/wurde er gantz unverinutheter weise se-hend/welches man vor ein gut nnen aufnäh-me/daß er und die ihme unterthanige Nationzumglantz und lichte des Christenthums forthingelangen solten ; Jnmassen auch also erfolget/daß er sich A. 96s tauffen lassen. Hierzu ha-

ui»d durchwunder sehend.

Mfichläuffen.

den ihn einige Teutsche beredet / vorstellende/

wannerdieHeydnische abgotterey wurde fah-ren lassen/ würde er kinder bekommen. Dennob er wol sieben concubinen hatte / w ar er dochmit keiner gesegnet. Diesen Vorschlag ließ ersich wolgefallen/ verstieß die Heydinnen / undvermahlte sich an fraulein Oambromcken/oderDambrawca/Heryogs Loleslsi inVöh-Pflautzet das 'nen tochter / mit welcher er sich/und zugleichChristen- auch mit der christlichen kirchen copuliren / auchthum m Po-^^ gantz Polen zum Christenthum

anführen liefst.

Die Ertz-Bistthümer / welche er gestiftet/find Gnescn und Krakau / die Bischoffthümeraber Posen / Brcßlau/ Crußwiy/ plozko/Culm/L.tbus/undRaminiez. Worzu ihmPabst Johann xiu durch denBischoffzu i'u-t'culc, ZgiMum gute anleitung gäbe. Es ließauch dieser erste christliche Hurst pabst Bene-dictes! Vli um die Königl. Cron und titul ansu-chen/ erlangte aber stlbige deßwegen nicht/ weilder heil, vater nicht recht trauen wolte/ ob derneue christliche Regent in der religion auch be-standig seyn / oder es nach art seiner nachbarn/der Schweden / machen würde. Mitlcrweilebekam ^ieci8iau81 einen söhn/ welchen er Kols,-lau8 nennen ließ/ welches seinen eyfer vor diechristliche religion noch mehr anfiammete ; da-'hero er ein gesttz ertheilte/daß/ wenn in dermejle das Evangelium gelesen würde/ dieanwesenden ihre sabel halb aus der schei-de ziehen / und hierdurch die beschüyungder religion dazu sie sich in bereitschaft sey-ten/andeuten solten. Sonsten führete er mitVladimiren /Hertzoge inReuffen/ schwerekriege/ welcher ihm przemisl nebst andernstadten abnahm. Mit ihm endigte sich die

zwepte clafse der Polnischen Regenten / nem-lich der plastischen Fürsten/ welche fasti6ojähr dem Staate wohl sürgcstanden.

In der dritten ordnung befinden sich eini-Die drittege Könige undHürsten/welche über drey Hun-Dynqstie.dert und achtzig jähre in Polen regieret/ und bißaufden letzten Konig dieser Dynastie allesamtaus dem geblüte des löbl. piasti ihren Ursprunghaben. Unter ihnen ist Voleslaus/Chrobrybeygenahmet/des vorgedachten ^>ecis!ui i söhn/der erste Rönig gewesen/und hat das Königl.

Axioms von Kayser Ottenlü empfangen.DerbeynahmeChrobrp aber wurde ihme sei-nerungemeinen gemüths-gaben halber beyge-kegt/ indem dieses wort in Polnischer spräche soviel Heisset/ als scharffsinnig oder j'piyig.

Dieser Kayser hatte in seiner kranckheit ein ge-lübde gethan/ das/damaliger luperttman nach/durch wunderwercke berühmte grab des vonden Preussen um des Evangelii willen / bey BoleslmFischhaußen in Preusstn/erschlagenenBischoffs^cj2tb--rr! in Gncsen zu besuchen. Als Cr'ou vv.-

ihm nun Fürst Boleslav viel ehre und kostbare oubewirthungwiderfahren ließ/ hat der Kavser/ ^ 'nach verschiedener stribenten meynung/ seinemwirth und wolthater nicht nur die auf Polenhabende prLcenliones erlassen / sondern ihmeauch zugleich die Cron und Rönigl. LbsracIerbeigelegt; und diese freundschafft durch Ver-mahlung seiner base / Riten see oder Rica/ andes neuen Königs Cron - Prmtzen Miezisla-um ü befestiget. Andere schreiben / daß derKayser sein vom Haupte genommen /und dem Hertzoge Boleslaven nicht ohneehrer-bietung aufgesetzet habe / woraus dermenrscor des Xacllub^o schriffteN ein conlorriurndes Teutschen Kayserthums machen will/ wel-ches aber einfaltige gedancken sind. Auf dieseregzlirung/wann auch gleich die cre-mon zumKönige dißmal nicht geschehen/hat man dennochsich selbst die ehre der gekrönten haupter gege-ben/und den titul kegjz und Kegni angenom-men/und die salbung von dem Ertz-Bischoffe zuGnesen (^udentlo empfangen. Er/ der König/hat mit den Böhmen/ Russen/ preussen/Pommern und Sachsen glückliche kriege ge-MemMführet/undseineWanclanen biß an die Saale 'siegreich gebracht / an diesem ström eine steiner-ne / und am Dnieper drey eiserne faulen / alsmerckmahle seiner siege und Reichs-grantzen/aufrichten lassen. Nachdem nun der Königfünffund zwantzig jähre das^zepter geführet/und die Reichs - grantzen machtig erweitert/auch innerlich durch coüttiwuon des hohenRaths der zwölfpReichs - ^enzrorn denStaat wohl angerichtet hatte/starb er A. 1025und wurde ein gantz jähr von den unterthanenbetrauret/dessen nachruhm in folgender altengrabschrifft enthalten ist:

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Wer die ^nnquitat des zu Posen in der Dom-kirche fast verblichenen und A. 1664 revvvirtenLpir2pliii e^zminiren solte/möchte viel dabei) zuirinnern finden; unterdessen ist man in Polenä poriori dieser meynung. Es muß aber/wannja mit der coUaüoQ sothaner würde etwas dran/

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