Druckschrift 
Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
300
Einzelbild herunterladen
 

zoO - Des EuropäischenHerolds zweyte Haupt-Handlung

Austand der Die religion anreichende/so hat das König- artig setzet: 8imareLaltb!cumnonsämimt?Qll^religio« im reich Schweden Gustaven von wasa nicht tesssorre nec pontibces. Gleichwol wird denKönigreich, hje resormacion der kirchen und einfüh- fremden Gesandten Catholischer und Refor-rung der Evangelischen reinen lehre / als mirter religion das exercmum in gemachemdie bessere Verfassung des Reichs/ zu dancken. vergönnet: Gehen sie aber zu weit / so erfolgetEs waren die Ertz - Bischöffe und Geistlichkeit gefangniß und andere straffen / wie es A. 167»zu einer unbeschranckten macht gestiegen / und des Kayserl. ssekäemen/ Barons passera^ beymißbrauchten selbige sehr / schätzten das volck sich habenden Jesuiten ergienge. Nichts de-und zwangen es/ mit versagung der sämmittra- sto weniger erhielte A. 1695 der Holländischeciyn derer kirchen-be«ekcien / zu vielen unver- Gesandte/ Baron von Heckern/ in conkäera-antwortlichen dingen / widersetzten sich den non des Königs in Engelland und der General-Königen mit Heeres - macht / und verliefst» sich Staaten / daß alle fremde den Neformirtenauf ihre feste schlösser und kirchen - bann; ge- GOTTes-dienst öffentlich fortsetzen möchten;stalt denn unter andern solenne, K5aßnu8 so keck vor die bürger aber/wie auch vor die Römisch-war/ daß er zu diesem Könige Gustaven bey zu- Catholische/ war es nicht zu erhalten. Dar-triuckung eines glaß weins sagte: Unser Gnu- gegen ist die Cron Schweden vermöge des l Vden bringen es euer Gnaden. Allein der artickuls im Olivischen frieden schuldig / denenKönig demmhigte sie gewaltig / und führte die Catholischen religions - verwandten ihr privar-grosse rcäuÄion der kirchen-güter ein / widerrief exercmum in Liefland zu verstatten / und der A.auf dem Reichs-tage A.iss4 alle clonsriones,und i66i zu pluxsmünda getroffene friedens-ver-verordnete ihnen nur so viel/ daß sie ehrlich da- trag erfordert/ daß die Russen zu Reval ihrevon leben konten/ worzu die reiormsrion in kirche und religions-übung haben dürffen.

Teutschland einen gewünschten anlaß zur nach- Die Bischöffe sind unter der aufsieht des GM. Mfolgegab. Wiewoldennoch fast alle acliasibo- Ery-Bischoffs zuUpsal /und so offt einBi-MsM^ra und Papiftische ceremonien/ ingleichender schoffstirbet/pr-sentiret die Geistlichkeit selbigergeistl. Staat der Ery - und Bischöffe/ und v-oeces dem König drey Personen / welcher eineeine gewisse art der messe/welche gesungen wird/ darunter/oder wol gar eine gantz andere erweh-beybehalten worden. Wie sich Heryog Carl let. So ferne aber ein Ertz - Bischoff erweh-von Sudermannland wider seinenHerrn vet- let wird/ geben alle Viesen des KönigreichsK. Carl IX tcr / Rönig Sigmunden in Polen und ihre stimmen ; jedoch stehet der endliche aus-angei.^ lehre Schweden / der religion zu seiner erhöhung spruch allein bey dem Könige. Die Superin-wiedcr ein- zum thron bedienet/ davon ist oben Meldung ge- tendenten sind denen Bifchöffen an der gewaltSekret. rühmen ist es/ daß dieser löbliche und amte gleich/ gehen ihnen aber nach. BeedeKönig die alteSchwedische von dem Pabsthum verrichten dieses/was Orcknis und vioecesso, ist/noch gar viel in sich habende Mturgiam, die der und haben also nicht nur die aufsieht über anderePäbstl. d?uncm5, Hmon. posssvinus, wiederum Priester und das volck / und verrichten die kir-introäuciret hatte / abgeschaffet/ und die Aug- chen -vikrarionez; sondern orcliniren und wei-spurgischeConfeillon eingeführet/ die kirchen- hen dieselben auch/ nach beschehener fleißigerceremonien aber von dem Schwedischen ime- unterforschung ihrer geschicklichkeit/zu dem geist-rim oder der birurgia 8vecanse LccieiiX Lstkoll- liehen stände ein. Haben darneben auch acht/cX öc orMvUoxX conformi, welches K.Johan- daß nichts irriges in die lehre einschleiche« Sienes/um die Polnische und Schwedische Cronen sind der Academien Patronen und vorstehere.bey seiner poüerität zu erhalten/A. 1576 publici- Die geistliche gerichtbarkeit wird in denrenlassen/gereinigethat. Conklwnen/ worinnen den Bischöffen undUnd diese religion wird/ nach dem auf dem Superintendenten gewisse Kirchen-Räthe/wel-(>ncilw zu Upjal A. is9Z eingeführten und be- che man aus den Professoren / Schul-Rectorenstätigten glaubcns -bekäntnisse und kirchen- und Pröbsten erwehlet/beysitzen/unter der 6irs-mit solchem eyfer getrieben/ geübet und Äioll eines weltlichen Präsidenten aöminillri.erhalten/daß sich niemand einiger Verfälschung ret. Die Juden dörffen sich in diesem Kö-oder eingriffs anmaßen darff. DerRönigist nigreich/wie auch in Danemarck undNorwe-uicht nur genau / und bep verlust der Cron/ gen/nicht blicken lassen. Sonst/ ob zwar derseines erbe-rechtens und friedens - genuffes Gottesdienst fleißig und eyferig getrieben wird/daran verbunden / sondern muß bey antritt findet man doch in Lapland / und den andernOer Schwe- des Kömgl. regiments epdlich bewahren / Nordländern /noch viel leute/ welche die sonne/ chum»n T>küber deren daß er über deren reitthaltung allen fleiß mond und ein rothes tuch anbeten. Denn esreinhattuns.anwenden wolle. Man lasset keinem Scucko- ist in keinem ort Europa die Heidnische reli-zu / auf einer Catholischen Universität zu stu- gion noch übrig/ als in den äußersten gräntzendiren; handelt einer wider dieses verbot/so hat von Zinn -und ^apland/ man hat aber gleich-er niemahls beförderung zu gewarten / wird wol zu ihrer bekehrung kirchen gebauet. Inauch wo! härtiglich darzu gestrafft. In Goch- seder o-oeces ist ein Lonlistorium, darinnen derland ist zwar das volck noch etwas der alten Li- BischoffprXliUiret/und die Heyraths-fachen undturgie ergeben ; in Schweden aber selbst ist d.g.m. entschieden werden. Diese eontlttorisman so eyfrig / daß auch vormahls A.166O die sind auch berechtiget/den Übertretern die kirchen-Königin Christina/ als sie die Catholische reli- strafen aufzulegen; jedoch wird die appeUacivagion in ihrem gemache üben wollen / von der von denselben an höhere gerichte zugelassen.

Geistlichkeit harte remonNl-Zrioneü lciden / und Ihre kirchen halten die Schweden in grossen

ihre Catholische Geistlichen aus dem Reich ehren; daher sie mit gemählden/gold/ kostba-

schäffen müssen. Dahin zielet der aucor der ren altären/und schönem kirchen-ornatausgezie-

schrifft: Vickem ?ropb«ls ia Lcttsli Lcc. wenn er ret sind. Damit auch die christliche gemeine

dests