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Des Europäischen Herolds zweytt Haupt - Handlung
die Päbstliche gewalt so vollkommen geblieben/als in Portugal!/ und haben sich die ^Portugie-sen jederzeit sehr 6«voc gegen den Päbstl. stuhlbezeiget. Ihr erster König/ ^lkontUs ttenn.^^>e?,wolte die Crone nicht eher annehmen/siesey denn dem Pabste zuvor tributbar gemachetworden: und ob schon König Johannes u seineKönigl. autorität in andern begebenheitensehrgenau zu beobachten pflegte/ so war doch seineandacht gegen den heiligen stuhtso groß / daßer demselben gleichsam eine sbloZute gewaltüber das Königreich ertheilete/ indem er sicherklärete / daß die Päbstl. bullen hinkünfftigxubllciretwerden sollen / ehe und bevor sie vondemCantzlar oder einigem andern Königl. Mi-nister sxaminiret worden/unerachtet man selbi-ges zuvor jederzeit gethan hatte/damit sich dieGeistlichkeit keiner gewalt in geistlichen dingenanmaßen möchte. Unerachtet auch K. solen-nes Ul von dem Römischen hos auf das aller-schimpflichste tractiret worden war/so versicher-te doch der stiffter des Jesuiter-Ordens/^na-tius l,vjola, die Clerisey/ daß es der König alseineyfriger LZtlioNgue geduldig leiden würde/wenn man ihn mit dem barte vor Sr. Heilig-keit süsse niederwürffe/ und so viel seinen tapf-fern Nachfolger K. Sebastian betrifft/ wüstecr/ als ihm der Pabst die wähl gab einen titulanzunehmen/ nichts beffers zu erkiesen/ als dennahmen des allergehorsamsten sohns derkirchen / welches/seinen gedancken nach / mehrwar/ als der titul des Catholischen oderAUerchristlichsten. Daher kommt es/ daßder Pabst die gröste gewalt in Portugal! aus-übet; inmassen sich denn jederzeit ein Nunc-uszu Lisabon aufhalt/welchem nichts/ als der ti-tul eines Vice-Königs/fehlet : Denn er exsr-ciret die gerichtbarkeit in seinem eigenen quar-tier oder Hof über die gantze Clerisey / welchemit allem ihrem zugehör wohl die helffte desKönigreichs ausmacht/auch/ wie man insge-mein darvor halt/mehr als zwey drittel der un-beweglichen güter in Portugal! besitzet/ und giltvon des Nuncii ausspruch keine appellsrion anden Pabst. Die weltliche Clerisey / oder diejenige/welche unter keinen Ordens-reguln le-bet/ und welche der Pabstl. vominarion nichtso sehr unterworffen/ als die übrige Geistlich-keit/ ist dem Pabste dennoch auch in diesemKönigreiche tributbar/und werden vor die con-kerirung derer benellcien/ wie auch vor die bul-len / so die Bischöffe erhalten/große geld-flnn-men erpresset. Wenn ein Ertz - Bischoff vonxvora erwehlet wird / so belaufft sich der vor-theil/ welchen der Pabst hiervon genießet / auf90000 thaler/ woraus man von dem übrigenurtheilen kan. ^ Zu geschweige» des Nutzens/welchen der Päbstl.Hof von den 6ist>enlZrionenwegen der nahen anverwandschafft in Hey-raths - fachen aus Portugal! ziehet. Hierauserhellet aber/daß das inrereNe, welches der Por-tugiesische hofin dem allzugroßen respect gegenden Pabstl. stuhl suchet/einen falschen grund ha-be/und daß/so ferne das Königreich nicht sach-lich in ruin gestürtzetwerden soll/ der Cleriseydie macht beschnitten werden müsse.
2) Gegen Spanien hat sich Portugal!/ seitdem es das Spanische joch abgeworffen/ unddas hauß öl-sZZll-a auf den thron erhoben/ je-
derzeit dergestalt bezeiget / daß es demselbenwenig freundschafft zugettauet/ fondern so vielals möglich durch fremde alliancen und be-wahrung der Reichs-gräntzen vör seine sicher-heit besorget gewesen. Seit dem aber Spa-nien je mehr und mehr geschwächet/ und durchauswärtige kriege kanZuiret worden/ also daßes an wiedcreroberung dieses Königreichs/aufwelche es rechtmäßige anspräche zu haben ver-meinet/nicht wohl gedencken können/ über die-ses auch an dem letzt - verstorbenen Könige ei-nen friedsamen nachbar gefunden / so hat essich nicht sonderlich zu fürchten Ursache gehabt.Jedoch nachdem ein Printz aus dem HauseBourbon sich des Spanischen zepters ange-masset/ dörffte der Portugiesische Staat viel-leicht inskünfftige grösserer gefahr unterworf-fenstyn.
Diesir Spanischen macht zu widerstehenhat Portugal! z) vormahls die freundschafftund hulffe der CronFranckrejchgesuchet; wie-wohl nicht zu laugnen ist/daß diese Crone ihreneigennutz insgemein mehr zu befördern / undSpanien hierdurch zu kräncken gesuchet / alsdes Königreichs Portugal! Wohlfahrt zu erhal-ten. Zwar wurde A. inzwischen beyden Cro-nen eine ot? - und cle5enl!v - alliance widerSpa-nienund dessen Lllliirte/ausgenommen Schwe-den und Engelland/ geschloßen/ deren vornehm-sten puncte darinnen bestunden : Daß derKönig in Franckreich alsobald nach schliessungdes friedens/ welcher dazumahl zwischen ihmund der Cron Engelland abgehandelt wurde /dem König in Spanien den krieg ankündigenwolte/ oder wenn solche traccaten nicht zum stän-de kommen würden/so solte sothane kriegs-äe-clarsrion dreyßig Monate hernach geschehen.Oder so ferne wegen wichtiger Ursachen derkrieg zu solcher zeit nicht angekündiget werdenkönte / so solte die mit Portugal! geschlossenealliance dennoch ungetrennet bleiben. Jlw-mittelst solte Franckreich dem Königin Portu-gal! jährlich 18OOOOO pfund/oder 9OO00O cru-s»6en liefern/ darvon der dritte theil denen inPortugiesischen diensten stehenden Frantzöi-schen trouppen ausgezahlet werden solte. Sobald aber der König in Franckreich mit Spa-nien brache/ solte der König in Portugal! nichtmehr als 200000 cruls6en empsangen/dargegenaber die Frantzöischen trouppen vor wie nachbezahlet werden. Dargegen machte sich derKönig in Portugal! verbindlich jedes jähr zweycampJZnen mit einer armee von I2OO0 zu fußund 5000 pferden zu thun/ eine nemlich vor-und die andere nach der sommers-hitze: Oderso ferne dieses nicht geschehen könte/solte er zumwenigsten vier einfälle jedesmal)! mit 4000mann in des feindes land thun. Diese allian-ce solte zehen jähre währen/dergestalt/ daß insolcher zeit keiner von beyden theilen ohne desandern einwilligung mit dem feinde einigenfrieden schließen / noch stillstand machensolte.
Bey diesem verbündniß bildete sich Portu-gal! ein/ es würde der krieg zwischen Spanienund Franckreich noch lange zeit verschoben wer-den/ und dannenhero die Königl. schatz-kammereinige jähre nach einander 900000 crulaöenzu geniess'n haben. Ehe aber solche tractaten .
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