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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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153
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von dem Königreiche Portugal!.

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6ö bkaceäo, den alten groll von neuem rege/ underweckete einen gefahrlichen tumult/ welcher da-hin ausschlug/ daß/weil der König sich wederumdasReichs-regunent/nochumden krieg be-kümmerte/ sondern durch seine NachlässigkeitdenCastilianern vielmehr anlaß gabe/ Portu-gal! unter das vorige joch zu dringen / so musteman auf Veränderung des regiments bedachtseyn. Dahero verlangte der Infant nebst derKönigin/mit rath des Frantzöischen ^imttre amHofe / t»4onlleur cte 8ainr Domain, und ihres 8e-crecarii, Ivlaalisur Vcrju5, nachmahligen <^omteLkec^, die con vocation der Reichs - Stände/welche endlich zwar beliebet/aber von einer zeitzur andern ausgesetzte/und mitlerweile ein blu-tiger anschlug von dem König zubereitet wurde.Dieses bewog die Königin / die untüchtigkeitihres gemahls/die sie die gantze zeit über verspü-ret/zu entdecken/und zu rettung ihres gewissensund lebens die ehescheidung zu suchen.

Es war aber ein artiger streich/daß ^äame«Ze i^onns ihrem gemäht immer anlag / bey demPäbstl. l^eAZto ä lauere, dem Cardina! von Ven-etome, anzuhalten / ihr erlaubnißzu geben / dereonverl'srion halber die nonncn-klöster unterwei-len zu besuchen: Denn der Cardmal vergönnteihr solches nicht allein/ sondern zeigete ihr auchdas Päpstliche breveund müruKian, darinnenihm eine general- gewalt m dergleichen zu 6i-sxeniiren vom Pabst ertheilet war. Solcheseröffnete lv^äame cls Violine dem König inKranckreich / und hierauf wurde vor gut be-funden / der Königin von Portugal! / derer zu-stand allbercits ruchlbar worden war/derglei-chen l.iccrch auszuwürcken. Hierzu war derCardinalauch aisofort willig/und fertigte das«jjpwm-, bestermaffen aus/welches in Portugal!als ein geschencke des Himmels angenommenwurde; inmassen denn die Königin numehroöffentlich vorgab / die ehe sey niemahls rechtvollzogen/ noch durch die fleischliche bände be-stätiget worden/ unerachtet sie vor drey Mona-ten selbst nach Paris geschrieben / daß sie sichschwangern leides befände. In diesem klo-ster-leben nun/ welches sie zu buona 8peran-aangetreten / ersonne man noch mehr Ursachenzur ehescheidung / darunter auch diese soll ge-wesen seyn / daß der König bey verspürter un-mannheit seinen KiiZnon unvermercket in derKönigin bette practiciret/dadurch einen Cron-erbenzuerhaltem

Mitlerweile nun/ daß sie sich im kloster be-fand/ forderte sie ihren braut-schatz von demKönige zurück/ und bäte um erlaubniß/ mit ih-ren leuten wiederum in Franckreich zu gehen.Hingegen wüsten die Portugiesen / bey gantzerschöpfftem kammer-zustande / die ehe-geldernicht wieder aufzubringen/ und wurden dan-nenhero raths/ zwischen der Königin und demvon pellr» eine heyralh zu stifften; zumahlenman ein exempel im Hause hatte / da vorzeiteneine stief-mutter ihren stief-sohn / und das nech-ste in Polen / da ein bruder des andern wittbegeheyrathet hatte. Hiermit suchte man beydem Cardinal Von Vcnllome die llii'penisrion»und wolte den König bewegen/ daß er demInfanten die regierung fteywillig übergebenmöchte/ wodey doch dieKönigl. autorität alle-zeit beo der person Sr. Mai. verbleiben solle.

Aweste Haupt-Hand!unK.

Weil nun der König sich hierzu keineswegesverstehen wolte/so wurden 2z Novembr. A.

1667 das werck wider seinen willen also aus,geführet/daßsich seine Hoheit/von?eclro . nunwürcklich zum Gouverneur der KönigreichePortugal! und Agarbien erklärete. Anitzosirhe der König / daß kein ander mittel übrigwar/ als den König!, zepter entweder freywilligoder gezwungen niederzulegen/drum erwehleteer das erste / und schickte den, von ?ellro einL.iier, darinnen er ihm aus eigener willkührund Königl. gewalt die Königreiche auf ewigin die Hände rellgmrte/ßch aber anbey ein hun-dert tausend csttsaclvs jahrlicher zinstn a^s de-nen besten und bereitesten gefallen ausdingete/und zwar / wie die von den Portugiesin ausge-gebene schrifft saget/daß er auch nach seinem to-de zehen jähr darüber tjilponiren möchte; ge-stakt er sich dann auch örgzan-a mit allen zubehö-rungen vorbehielte.

Alledieweil aber dieses Killer nicht mit desKönigs eigener handgeschrieben war/undSe.hohen/als ste noch diesen abend / des Königsgemüthe eigentlich zu erfahren/in dessen zimmervors bette kamen/keine richtige/ sondem gantzimperttn-nte antwort empsiengen/setzten sie sechserfahrne und gelehrte Personen nieder/ rnd er-foderten ihr bedcncken / ob die Verzicht z»recht beständig/und ob sie den königl. ti-tu! oder den nnhnien eines StadtHnitersführen solten? Und weil das letztere beliebetwurde/schrieben Se. hohen den bereits ange-setzten Reichs-tag anderweit aus/ worauf ihrden 27 Jenner A.1668 im zwantzigsten jähre ih-res alkers / massen sie den 26 April A. 1648 ge-bohren/ von denen drey Standen/ nemlich demAdel/volcke/und der Geistlichkeit / als einemeurarore der Person des Königs und Königl.Stadthalter / und im fall von /^nto der viohne männliche leides - erben todes verfahrensolte/einem wahren und natürlichen Königedie erb - huldigungs - Pflicht würcklich geleistetwurde.

Seine erste löbliche Verrichtung war diese /daß er den acht und zwantzig jährigen knegmit der Cron Spanien in einen frieden ver-wandelte/ und hierzu gaben von siiten Spa-nien die glücklichen siege an laß/welche die Por-tugiesin bißhero erhaltenzabsouderlich aber/daßder Graf von vlllallor die lavdschafft ^lsntejserobert/ und andere vornehme gefangenen/

auch von (-aspar cls kisro Qmman,lnd ^rraZon

gefangen bekommen / welcher alter Staats-in seinem arrest;u5r. in Lisa-

bon die fache bey seiner Königin wohl zu wca»mimren wüste/ zmnahlen Spanien sehr nöthighatte/ sich auf der West-Lite sicherheit zu schaf-fen/um in den Spanischen Niederlanden dieungebührliche gewalt der Frantzöischen waffmdesto nachdrücklicher abzuwenden. Weil nunbeyde theile des krieges müde waren/so wurdenan siiten Spanien der ^larguis VON LNcbe undder Lomte Ne 8snrvvicb, von Portugal! aber derHertzog von^llaval, die ^larckelen von b?jsa »

^ouves und ^laria Zva4 welcher letztere vorhin dieberuffene Wacht bey Wvaz gewonnen hatte/ wieauch der Gras von Kbrarwa, und der vov ?.Veiera cla 5)llvÄ niedergesetzt/und den IZ ^ebruariivorgedachtesjahres!66Z der friede geschlossen/

U krafft