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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung

Ursache der«ielen klei-nen König-reiche inGMittt.

dem Grossen sich alliiret. Weil aber die umonausdembedinge mit ruhete/ daß/ wenn jenerohne leibes-erbcn abgehen würde / dahinalle appaceny war/ dieFmncken die Go-thische provingien erben solten/so warendie umerchanen derselben nicht darmit zufrie-den/ sondern beschützten sich mehr wider diese ge-fährliche nachbarn/als gegen die Saracenen;von welchen sie nicht so viel zu befürchten hat-ten.

Was Müssen Alfonsi Nachfolger lvamirus 6,'fputirte denaustreibung" ^ den jungsern-tribut ausbessere art/min-der Barbarn lich mit dem degen/ und machte sich und die Na-^'tion nicht nur frey / sondern con^uettirte auchnoch land und leute. Die Spanischen Königesahen ihrer convememe zu seyn/zuzulassen/ daßsich auch andere Printzen derer in dercharbari-schen Händen stehender lande bemächtigten.Gestalt denn durch diese freylassung der (.or^ue-sten/nebstdemKönigreicheOviedo/dessen haupt-sitz liacher Leon transferiert worden/ viel kleineKönigreiche entstanden.

(Zarlias Selnenus oder lnnicus richtete in Na-varra ein neues Reich an: Desgleichen kamendie Grafen vonCaralonienundArragoni-en empor. Die Grafen von Alt -Eastilien wöl-ken A-96s ihr besonders Reich haben / und sichvon der Rönigltchen regierung zu Leontrennen / wodurch Spanien getheilec/und dieMaurer gestärcket/ auch zu feindlichen einfällengereitzet wurden. Dieses kam den Spaniernwieder zu statten / daß eine zeit hernach die. Maurer eben dergleichen anstoß und Uneinig-keit unter sich empfunden/ dadurch ihr Reichin viele kleine stücke zerrissen wurde. .n. G-mctks Und wandte sich hergegen das blätlein infei bm einige Spanien um: denn 8an6iius,Rönig vonpla-«issMmw. varra brachte theils durch erbschafft/ theilsdurch Heeres - macht/ und daraufferfolgte pactadie Königreiche Leon/ ZIavarra und Ca-stillen zusammen. Hätte 8anAius Ivlajor,welchen das glücke dieser Union der Reiche be-troffen/ von der getheilten macht der Barba-ren besser proktiret/ den schaden/ welchen seineReichs-vorfahren aus zereintzelung der landeempfunden/ klüglich erwogen/ und die weitereReichs-sonderung abgestellt/ so hätte man mitden Maurern mit leichter mühe fertig werdenkönnen. Allein diese wahre xolinca verstun-Nachtheil de er nicht/sindern stürgte das Reich durchtheilung unter seine vier Herren söhnegen der Kö- in grosse ohmacht. Garsias solte plavar-nisreiche. und Niscaya; Ferdinand Casttlienz Gon-salvo Suprarbe und Ripagorza: ^.amirusderunachte aber Arragomen/jeder en siuve-rain und mit Königl.titul besitzen. Die brü-derliche kriege und andere daher erwachsendeinnerliche unruhen habenSpanien grosse schwä-chung und ruin zugezogen. Die hernach fol-gende weitere theilungen sitzten diePotentz derNation noch tiefer herab. Weil es allhierzn weitläufftig/ die traurige esseäien der inner-lichen spaltungen/ welche sich durch etliche le-cula auffdem theatrovon Spanien begeben/zuerzehlen/und die eintzelen cvnguetten, welchediesir oder jener König von denen Klm-is ge-machet/ simtdenen Niederlagen und siegen an-zuführen; so wird genug seyn zu bemercken/daßdie hepxath zwischen Rönig Ferdinanden

in Arragonien/ Catholicus genannt/ und der K. Ferdt-Znfantin in Castilien Isabel ien/ als einer 5"? ^*schwester und erben Rönig Heinrichs dtcSpanlsch«IV in Castilien/ der A.1474 ohne leibes-erbenverstorben / die Spanische Römgreiche durch Hey-unter eine Crone gebracht/ und solche zu ei-^-usgWner so hohen macht und glücke erhaben / daßhernach gantz Europa darüber saloux worden.Innerlich befestigte er seinen Staat durch dasSpanische Corpus suris, so man leges'lauri.nennet: Und seiner imenüvn nach/ durch dieangeordnete scharffe in^uifitjones wider Judenund Mauren/deren 170000 familien-sus demReiche vertrieben wurden. Hauptsachlich abervermittelst ganvchcher Niederwerfung desMauritanischen regiments in Spanien/welches bey 700 jähren hiesilbst gestandenhatte. Nicht weniger vermehrte er die Reichs-gräntzen äuserlich durch eongusttirung vielerimportsnten plätze auff der barbarischen kü-ste/ Lngleichen durch entdeckung und eroberungAmerica und vieler reichenInsulen. Dennim jähr 149z ertheilte Pabst Alexander vi derCron Spanien das recht und sreyheit/ die vonCKi lUopbol-oLolumbo in de: neuen Welt entdeck-te Jnsulen und festes land einzunehmen/ unddie einwohner zum Catholischen glauben zu be-kehren : gestalt er denn aus Päöstlicher macheeine linie von dem Nord-Pol zum Süd-Polsitzete; also daß/was Lolumbus und andereSpanische con<zueranten gegen abend oder mit-tag auff 100 meilen/von den Sperber-Jnsulmoder de los Azores und von dem Cabo Verdeanzurechnen/ einnehmen würden/ so viel nmu-lich biß auff das neu-jähr 1494 von andernPotentaten nicht eingenommen wäre/ derCron Spanien auff ewig geschencket und über-geben seyn solte/ und zwar bey straffe des kir-chen-bannes gegen diejenigen/ welche dar-wider handeln wollen. Jngleichen wurde inobgedachtem jähr 1495 zwischen Rönig CarlVitt in Franckreich/und Ronig Ferdinanden Mede z»sammt der Ronigin Isabella "zu Barcelo-^^^na endlich ein friede geschlossen/ krafft dessenFranckreich letztgedachtem König und Königin/wie auch dero erstgebohrnem Printzen/ Io>

Hanna von Asturicn und Gerunda/ die Graf-schafft Roussillon und Cerda^ne abtrat; wor-bey beyde Spanische Majestäten versprachen/keines von ihren kindern an das Kayserlicheund Königliche Engelländische hauß zu verhey-rathen/ welches aber/ als ein hartes und widerdie christliche freyheit lauffendes pa^um, billigohne würckung gewesin. Was es vor schwe-re kriege mir Franckreich wegen des Neapoli-tanischen Rönigreichszu führen gehabt/ undunter was pr-et.-xt man sich des KönigreichsNavarra bemächtiget/ davon ist in beschrei-bung des Staats von Franckreich Meldung ge-schehen. Seine tochter die Jnfantin .s 0-/z.dZ ^ wurde an Ery-Heryog Philip-pen/ Rapser Maximilians ! eintzigen söhn/verheyrathet/ und sind dieses Durchlauchtig-ste paar die gemeine stamm «eltern allerRömischen Rapsere und Rönige in Spa-nien/ so nachgehends fast in die zwey hundertjähre regieret/ welche noch hierüber die grosseglücksiligkeit gehabt / daß sie binnen is jährendem ganzen Europa Rapsir/ Rönige und

Röni-