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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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160
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Des Europäischen Herolds erste Haupt-Handlung

alle ihnen zukommende gerechtsame und be-sugnißen darwider/ so wohl ietzo/als ins künf-tige / bester »nassen zu relervixcn und vorzube-halten ; welchem wir dann also hiemit schul-digst nachkommen und gegenwärtiges sä aü»Imperii zu legen und zu regittriren geziemendeansuchung thun sotten.

äüum Regensburg/ den 28len August»'/anno 1690.

Des heil. Rom. Reichs mehrererFürstenund Ständen zu fürwährendemReichs-tage bevollmächtigte Rä-che/ Botschafften und Gesand-ten zc.

Dabey es denn so kaltsinnig zugienge / daßderxrXientirende gnug hatte/ selbige ausdentisch bloß hingeleget zu haben / gleichsam alswäre er froh/daß er des Vings also loß wordenwäre/ohne weitere empfindung/ ob sie möchteangenommen werden oder nicht? Die Ursachewar unter andern / daß die Braunschweigi-schen Hcrtzoge ihr absehen aufdie Chur gerich-tet. Die Sächsischen Häuser suchten fteyheitvon Winterquartieren/andere wollen einen sa-vorablen richter in der Lauenburgischen fachehaben/die geistlichen Fürsien wolten den haßnicht aufsich laden; also bliebe es bey einer ma-gern relervscion. Und müste es eine überausgrosse revolmion geben/welche doch GOtt ver-

hüten wolle/wann es auf einen andern fuß imReiche dißfalls kommen solte.

Mas nun Ihr. ^Mom. König!. Majest»höchstbeglückte Vermählung betrifft/ so wurdedieselbe mit der Durchlauchtigsten PrinceßmLVilhelinina Amalia / Hertz. Johann Frie-drichs zu Hannover jüngsten tochter/getroffenund den 24 Febr. 1699 zu Wien vollzogen/undfind aus dieser König!, ehe bereits entsprossenErtz -Hertzogin Maria Ioftpha BenedictaAntonia/ geb. 8 Dec. 169 9/ und Ertz - HertzogLeopold Joseph Johannes/ geb. den 29 Ott.1700 ; der aber zu grösten Leidwesen desdurchlauchtigsten Ertz - Hauses den 4 Aug. 170twieder erblaßet.

Mit was vor einem unvezgleichlichen Helden-mut!) und trefflichen eyfer in beförderung derallgemeinen wohlfart des Deutschen ReichsIhr. König!. Majest. begäbet/ davon haben siein der campagne des 1702 jahrs/ als unterihrem commando die berühmte festung Landaurecuperiret worden/ weltkündige proben abge-legt! ; daß man demnach billig an feiten desgesammken Reichs die cor.tillentz zu derosil-ben getragen und ihr das General-commanvoüber die Reichs - armee oSenret/ welches sieauch mit der bedingung/ wann alles/ wie es sichbehöret/darzu veranstaltet seyn wird/angenom-men und sich gegen Chur-Mayntz schrifftlichdarzu ancrkläret haben.

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-ritten Aaupt - Beils

'rittes Mtück

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icarien.

Bie Reichs-Verwesungist unter-schiedlicherart°.

.Je Verwesers und pflegeredes heiligen römischenReichs sind unterschiedlichergattungen. Einige sind immer-wahrendeVicarii/dergleichensonderlich Kayser Ludwig IVbey inren6irter behauptung der alten Kaysirl.NndReichs Hoheit inJtalicn an vielen orten ver-ordnet/und die Historien voll sind von denenealsaceis Viscomri VON Meyland / denen 8ca»j-xer -5 von Verona/ denen ^rettimzvon Fcrra-ra/ denen von MamuaundMoNt-

ftrrat/ welche hernach zu landes -und fast sou-verainen Fürsten worden ; daß sie sich dan-nenhero um das Vicanat wenig bekümmert/da sie selbst Herren und Principalen worden:gestalt dann Johannes Viscomre von Meylandfolgende städte zu seiner Huldigung auffgenom-men/Meyland/Lrem3, UaKZ^lexancli-i-, /zl.da, Vercelli, ^Ovaria, öobium, KerAsmv, d?ovoOomo, Lrelcig, Oremona, flacenriz, p^rma,

I.3U, ?ompejA kc. woraus zu spüren/was ervor ein mächtiger Herr gewesen/und seine Nach-folger haben die landes-herrschafft mit städten

und landern erweitert. Noch heutiges tageserweiset sich dergleichen Reichs-versehung undGeneralaDin Italien bey dem HertzoglichenHause vonSavoya/welches ln derKaysirlichenLeopoldischen undJosiphischen Wahl-cup.ru!^tion 2rr .4. eingeivilligetund bestätiget worden.Wiewohl in der letztern nach damaligen cor»-junüuren/ und bey habendem kriege mit demAonige in Hranckreich die conNirinn hepge-füget worden/wenn ssch der ^eryog vonSavopen denen von Ihr. Rapserl. Mu-jest. von Reichs wegen puklicirren inN bi-torik und 2Vl ?c.atcii-ü5 gelnaß bezeigen undverhalten würde. Daß aber dcr Pabstbey verledigtem Kayserl. thron im ÄulsihmReich / oder auch nur in Italien Vicanus zuseyn hiebevor ptZecencliret/ ist sonder arund rech-tens geschehen/ und würde man sich bey dem A.1657 eingefallenen imerreAno darüber mogm'rethaben/ wann sich von Rom aus dergleichen an-gemasstt worden; wie denn auch die seiner par-te») zugethane an dem grUnd solcher bcrechti-gung vorlangst gezweiffelt. Vorzeiten hat-ten auch die Römische Kaysere im Frießlandeihre erblichen Gubernatores. Dergleichen

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