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Jmma und der Kaiser selbst führte die Hocherröthende ihrem künftigenGemahl zu. Außer vielen kostbaren Geschenken erhielt das junge Paaransehnliche Güter zur Aussteuer, zu welchen Kaiser Ludwig der Frommespäter noch Michelstadt im Odenwald und Ober-Mühlheim hinzufügte."
Vorstehende Erzählung des Chronisten von Lorsch, welche man bis indie neueste Zeit als geschichtliche Thatsache annahm, wurde schon in frühesterZeit weiter ausgeschmückt, wobei besonders der Name Seligenstadt den Stoffzur Erdichtung hergeben mußte. Darnach sollen Einhard und Jmma vordem Zorn des Kaiser entflohen sein und in Ober-Mühlheim ein verborgenesLeben geführt haben. Da habe es sich gefügt, daß der Kaiser in jeneGegend zur Jagd gekommen und ermüdet in eine gastliche Maierei einge-kehrt sei. Da nun die gastliche Wirthin, welche ihn erkannt hatte, unauf-gefordert gerade sein Lieblingsgericht bereitet hatte, soll der Kaiser aufmerksamgeworden sein und dieselbe näher betrachtet haben. Dann habe er in ihrseine geliebte Tochter erkannt und, alles Grolles uneingedenk, freudig aus-gerufen: „Selig ist die Statt, wo der Kaiser seine Tochter wieder gefundenhat!" — Man bezeichnet noch jetzt in Seligenstadt ein Haus, in welchemEinhard und Jmma gelebt haben sollen. Dasselbe wurde früher „zumWolf" genannt, jetzt ist es das Gasthaus zum „Frankfurter Hos". Einhardsoll sich bei der Ankunft des Kaisers in dem gegenüber liegenden Hauseversteckt haben; aus dem Erkergiebel des letzteren lugt noch jetzt die ausHolz geschnitzte Figur eines Männleins heraus, um uns daran zu erinnern,daß dort einstmal Einhard bangen Herzens nach dem kaiserlichen Schwieger-vater ausgeschaut habe. Auch wurde die Sage unterstützt durch ein in demehemaligen Klostergebäude befindliches altes Oelbild, welches Einhard undJmma darstellt und folgende Inschrift trägt: ^kullarä Ovr Lrsts Herrin lZrllaoll Innna, Lein dsirmül Oss (flrossen Xuisers Xaroli sllkliolloOoellter Oiss Nullen Das Xlostsr LoliAensta-ät ^in (4klzaut
Illlä Elöstitt VOOOXXIX. — Die Grafen von Erbach betrachtetennämlich Einhard als Stammvater ihres Hauses, — ihre Abstammungjedoch, wie der größte Theil des bisher Berichteten, gehört der Sage an.
Erich war nicht, wie der Chronist von Lorch schreibt, GeheimschreiberKarl's des Großen, sondern Mitglied der wissenschaftlichen Gesellschaft,welche dieser Kaiser zur Pflege von Kunst und Wissenschaft um sich gesammelthatte. Insbesondere war ihm die Bauleitung der königlichen Palastgebäudezu Aachen übertragen worden; auch sollen die großartigen Klostergebäude zuSt. Gallen, der Dom zu Aachen, die Rheinbrücke zu Mainz und der Palastzu Jngelheim unter seiner Oberleitung gebaut worden sein. Von seinerbedeutenden Gelehrsamkeit zeugen seine zahlreichen noch vorhandenen Schriften,besonders seine „Lebensbeschreibung Karls des Großen", seine „Ueberbring-ung der hl. Märtyrer Marcellin und Petrus" und seine „Annalen." Erwar einer von den Edlen, denen die Ueberwachung der 37 sächsischen Geiseln