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In diesen Schrein wurden folgende Reliquien gelegt:*) Das ganze Haupt desh. Marccllinus und ein Arm desselben; ein Arm des h. Petrus nebst vielenanderen Reliquien dieses Heiligen; das Haupt des h. Audifax sowie dasdes h. Adolsns; zwei größere Reliquien des h. Paulus; je ein Arm derheil. Augustinus, Hieronymus und Ambrosius; je eine Reliquie der heil.Hippolytus, Johannes des Täufers, Alexius und Brixius. Im Jahre 1721wurde das Haupt und der Arm des h. Marccllinus sowie der Arm desh. Petrus aus dein Schreine genommen und in ein besonderes Reliquiariumgelegt. Außer diesen besitzt aber die Kirche zu Seligenstadt noch viele andereReliquien, so eine vom h. Laurentius, die in einer silbernen Büste aufbewahrtwird und einen Schultcrknochen vom h. Sebastianus.
Seligenstadt blieb ein vielbesuchter Wallfahrtsort bis zum Jahre 1802,in welchem das Kloster aufgehoben und die Insassen in alle Welt zerstreutwurden. 1812 schenkte sodann Großherzog Ludwig I. von Hessen derkatholischen Pfarrgemeindc Seligenstadt die ehemalige Abteikirche mit ihremReliquienschatz; die Kostbarkeiten der Kirche waren schon früher nach Darm-stadt gewandert und werden im Museum daselbst als Erinnerungszeichenjener für uns Katholiken so schmerzlichen Zeit aufbewahrt. Nur einigeKelche wurden der katholischen Pfarrkirche in Darmstadt übergeben.
Im Jahre 1825 feierte die katholische Pfarrkirche in Seligenstadt dasFest ihres tausendjährigen Bestehens. Als aber 1837 der Festtag derhl. Marcellinus und Petrus auf den nächsten Sonntag verlegt wurde,hörte die Wallfahrt zum Grabe der Heiligen ganz auf. Diese Wallfahrt,wieder herzustellen, war der besondere Wunsch des hochwürdigsten BischofsKctter von Mainz. Noch acht Tage vor seiner Romreise, auf welcher ihnder Tod ereilte, äußerte er mehreren Priestern gegenüber: „Das Heiligthumzu Seligenstadt ist eines der größten meiner Diözese und die Wallfahrt zudemselben möchte ich noch vor meinem Tode wieder herstellen." Mögedieser fromme Wunsch des großen Bischofs jetzt nach seinem Tode sicherfüllen!
Da Seligenstadt zugleich die Ruhestätte Einhards und seiner GemahlinZnma ist, so wollen mir hier auch berichten, was Sage und Geschichte vondenselben uns überliefert haben. Ein alter Chronist des ehemaligen KlostersLorch schreibt Folgendes:
„Kaiser Karl der Große hatte einen vertrauten Gcheimschreiber,Namens Einhard, den er an seinem Hofe gemeinsam mit den kaiserlichenKindern hatte erziehen und in allen Wissenschaften und edlen Künsten unter-richten lassen, so daß er mit der Zeit ein Gegenstand der Verehrung undLiebe Aller wurde. Besonders aber war ihm in Liebe zugethan des
*) Die Heiligen Karins und seine Gattin wurden mit ihren Söhnen Audifaxund Habakuk unter Aurelian gemartert.