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sonen der heilige Geist in Gestalt einer Taube. Von den Füßen GottVaters nnter den Füßen der Mutter Gottes her bis zu den Füßen Jcsnzieht sich in einem Bogen eine Schaar von Engelgesichtern. Unter diesemBogen erheben sich auf Feuerflammen die armen Seelen, wie sie ihre Händebittend ausstrecken und zu Maria erheben.
Ueber die Bedeutung dieses Bildes sind die Meinungen verschieden.Zieht man aber in Betracht, daß hier der Begräbnißplatz für die ganze Um-gegend war, so lag es nahe, in dieser Kapelle, wo das Opfer für die Ver-storbenen dargebracht wurde, durch eine plastische Darstellung zu versinnbild-lichen, wie die armen Seelen besonders durch die Fürbitte Mariens bei derallcrhciligsten Dreifaltigkeit zur Anschauung Gottes gelangen. Besser, alsin diesem Bilde geschehen, konnte der Künstler diese Idee nicht veranschau-lichen. Auch darüber gehen die Ansichten auseinander, aus welcher Zeit dasBild stammt; wahrscheinlich jedoch ist es ein Erzeugniß des Mittelalters.
Die Sage erzählt Folgendes: Bei einem auf dem Berge Staufenniedergehenden Wolkenbruche seien die Wasser gleich einem furchtbaren Wild-bache in das Thal herabgestürzt. Der Schäfer des dicht bei der Kapellegelegenen Hofes Gimbach habe in der tosenden Fluth einen treibendenschweren Baumstamm gesehen, in welchem das Dreifaltigkeitsbild Ange-schnitten gewesen sei. Er habe den Baumstamm geländet und aus demselbeneinen Bildstock für das Dreifaltigkeitsbild gemacht und denselben in derKapelle zu Gimbach aufgestellt.
Seit Renovirung der Kapelle im Jahre 1710 und Errichtung derDreisaltigkeitsbruderschaft zum Troste der armen Seelen gewann die Wall-fahrt einen großartigen Aufschwung. Das noch vorhandene Vrnderschafts-buch zählt Tausende und Tausende von Namen. Die gewöhnlichen Wall-fahrtstage waren alle Freitage des ganzen Jahres, an welchen der Pfarrerzu Fischbach und die umliegenden Seelsorgsgeistlichen den Beichtstuhl undGottesdienst versahen; die Hauptwallfahrtstage aber waren die vier Frohn-sonntage, besonders die beiden im Sommer und Herbst, an denen eine un-zählbare Menschenmenge zusammen strömte und an denen Patres der benach-barten Klöster in Königstein, Höchst und Frankfurt den Beichtstuhl bedienten.So dauerte das Verhältniß bis zum Jahre 1830. Unter dem Vorwande,daß die Wallfahrt in Gimbach die Unsittlichkcit befördere, ließ in diesemJahre»i>ie damalige herzoglich Nassauisch-Oranische Regierung die Kapelleaus den Abbruch versteigern, nachdem schon in früheren Jahren Emeriten-haus und Communikantenhaus der Versteigerung und dem Abbruch verfallenwaren. Der Schmerz und das Weinen der versammelten Volksmenge, alsdas letzte Mal dort Gottesdienst gehalten und gleich darauf die Profanirungvorgenommen wurde, soll grenzenlos gewesen sein.
Das Wallfahrtsbild wurde in die Pfarrkirche zu Fischbach übertragenund findet der Wallfahrtsgottesdienst seitdem an allen Freitagen und an den