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Blüthe, Da traf die glaubenseifrigen Jesuiten ein harter Schlag. PapstClemens XiV., gedrängt von schlimmen Nathgcbern, hob diese Gesellschaftder ehrwürdigsten und gelehrtesten Männer ans. Sie, die der KircheGottes so viel genutzt, wurden nun gleich dem scheuen Wilde von Land zuLand gehetzt.
Auch das herrliche Marienthal hatte seine Wächter verloren, welche sobesorgt gewesen waren für den Ruhm der Gottesmutter, für den Schmuckihres schönen Hauses. Im Jahre 1774 wurde die Kirche zu Maricnthalabgedeckt, die Enkel der ersten Christen brachen das Holzwerk zusammen,rissen die Fenster heraus und zwar schonungslos, wie man heute noch sehenkaun. Bei diesem Zcrstöruugswcrke arbeitete ein Mann in leichtfertigerStimmung; der Unglückliche stürzte herab vom Gerüste und war todt. Jetztging auch das Volk in sich, plötzlich erwachte die Erinnerung an den rächendenGott, dessen Hand hier sichtbar geworden und Niemand wagte mehr einenStein von dem heiligen Baue abzubrechen.
Da stand nun Marienthal — eine Nuiue zwar, aber, eine glorreiche.Das Guadeubild hatten fromme Hände in feierlicher Prozession nach Geisen-heim getragen. 441 Jahre war es der Trost von Tausenden gewesen.Man brachte in der ehrwürdigen Nuiue ein zweites Mnttergottcsbild anund wenn gleich die Regierung von Nassau Prozessionen und Zuzüge nichterlaubte, so wurde doch Marienthal immer mehr von andächtigen Ver-ehrern besucht.
Man dachte nun daran, eine neue Kirche aufzubauen an jenem Platze,wo Ruinen die Prediger unserer lieben Frau gewesen waren. Der Besitzerdes Gutes Johaunsiberg, Fürst Mctternich, in dessen Hände auch Marien-thal übergegangen war, dann der hochwürdigste Bischof Peter Blnm vonLimburg im Vereine mit einem unbekannten Wohlthäter gingen an dasheilige Werk zur Freude des ganzen Rheingaues. Da entstand eine neueschöne Kirche. Unter großer Feierlichkeit bringt man das uralte Gnadenbildvon Geisenheim in die heilige Wohnung und setzt es auf der Epistclseitein einer Nische bei. Auf dem Hochaltare aber stellt man ein neues Gemäldevon F. Simmler von Geisenheim auf. Die seligste Jungfrau schwebt in derGlorie, von Engeln umgeben, und breitet ihren Schutzmantel über denRhcingau und seine Bewohner aus.
Die Einweihung des Gotteshauses geschah am 8. September 1858,an demselben Tage, wo sie vor 528 Jahren durch den Kurfürsten Balduinvon Trier zum ersten Male geweiht wurde.