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sagung zu verrichten, da glaubte er aus der Statue der heiligen Jungfraudie Worte zu hören: „Glaubst du nicht, daß deine Anschläge, welche duin deinem verzweifelten Gemüthe nährest, meinem Sohne bekannt sind? Lasseab! Lasse ab! und erwarte, was geschehen wird!" Von diesem Augenblickean suhlte er sich wunderbar gehoben und mit neuer Hoffnung erfüllt; erging täglich auf den Berg, um sein Gelübde zu vollenden. Unterdessenhatte die Trösterin der Betrübten die Gewissen der Unterdrücker und Ver-folger der Unschuld so ausgewühlt, und diese fühlten sich Tag und Nachtvon inneren Vorwürfen so gepeinigt, dass sie sich freiwillig dem Richterstellten und ihre überaus schändlichen Lügen und Verläumdnngen bekanntenund widerriefen. Sie mussten in dem Thurme und anderen Gefängnissen,wie mit einer großen Geldsumme ihr schändliches Verbrechen büßen, der un-schuldig verfolgte Priester aber gelangte wieder zu dem guten Rufe, in welchemer vorher gestanden.

I» der Folge wurden ans dem Hcrzberge viele kirchlichen Feierlichkeitenabgehalten.

1717 am 5. Sonntag im September wurde unter zahllosen Böller-schüssen vom Herzberge ans ein großartiges Dankfest abgehalten wegen desSieges des Prinzen Eugen über die Türken vor Belgrad und der zwei Tagedarauf erfolgien Uebergabe dieser Stadt an den Kaiser.

Als im Jahre 1719 van Bnßprcdigern Missionen in der Umgegendabgehalten wurden, lud der Jesuit U. Philipp Löhrer auf den Abend des15. Mai beide Geschlechter der Stadt Hadamar zu einer Betrachtung ansden Herzberg ein. In einer großen Prozession zog man hinauf. U. Löhrerforderte die versammelte Menge von der Kanzel zur Gewissenserforschungauf und predigte dann über das Laster des Fluchens und Schwörcns mitganz außerordentlichem Erfolge. An den nächstfolgenden Tagen kamen nach-einander die Gemeinden Elz, Osfheim, Weier und Zcuzheim in Prozessionenhierher und der Herzberg war fast zu klein, die Menschcnmassen fassen zukönnen.

Vom Jahre 1720 an wurde an jedem Samstag Abend auf demHerzberg von einem Jesuiten aus Hadamar eine Gewissenserforschnng vor-gelesen und über ein bestimmtes Laster eine Bußpredigt gehalten. Immerwar der Berg an jedem dieser Abende mit Menschen ans der ganzen Um-gegend angefüllt.

Aus dem Jahre 1730 wird uns wieder eine wunderbare Gebetser-hörnng gemeldet. Das Söhnchcn des Landschulthcissen in Hadamar lagschon lange krank und hoffnungslos darnieder; die Mutter ließ ans demBerge eine heilige Messe lesen und betete daselbst mit Inbrunst für die Ge-sundheit ihres Kindes. Sie erlangte, um was sie gebetet; nach ganz kurzerZeit war ihr Kind wieder gesund.