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Wem ist wol au dcs Rheines Strand'Die Wattfahrtskirche unbekannt,Die jenseits Boppard nicht gar fern',Geweiht der Mutter unsers Herrn? —Zwei Burgen aus der Voizeit TagenMit düsteren Ruinen ragenAuf steilen Felsen über ihr,
Einst stolzer Ritter Ranbrevier,Und r.den noch zu dieser FristVan zweier Brüder blnt'gem Zwist'. —An diese Felsen, die mit NebenVon Stromes-Seite grün umgeben,Und auf der andern, wildbelaubt,Erheben kühn ihr alternd Haupt, —Lehnt tief im Thal' die Kirche sichUnd d'ran das Kloster brüderlich. —Ein hohes Kleinod schließt sie ein,Ein Gnadenbild der Jungfrau rein,Die auf dem mütterlichen SchooßeDen Sohn, — den das erbarmungslose,Einst auserwählte Volk getödtet,Vom Blut des Kreuzes noch gerötet, —Den Heiland, ach, der sünd'gen Welt,Mit Zärtlichkeit umfangen hält. —Wol raufchen auf und rauschen uiederMit eisern dräuendem Gefieder,Von Dampfeswirbeln hoch umzogen,
Viel Schiffe stündlich auf den WogenVorbei an diesem Gnädenort',Die Tausende von Süd und Nord,Von Ost und West, Jar aus, Jar einForttragen auf dem schönen Rhein': —Doch mag wol größer noch die ZalDer Pilger sein, die nach dem Thal',In dem die Kirche ist gelegen,
Hinströmen bunt auf allen Wegen: —Und, wenn die Wallfartstage kommen:Dem alten Rheine, — dem beklommenFast ob der stürmisch wilden Hast,Die keine Ruh' ihm gönnt noch Rast, —Wird wieder fromm und froh zu Mut',Daß auch der Andacht heil'ge GlutEr tragen darf, die neu' ihn weiht,So oft ihn schändet schnöd die Zeit. —Dann hören seine Berge beten; —
Dann alle ihre Echo redenVon Gott, und geben guten Klang
Von Dank und Preis und Lobgesaug; —Dann festlich seine Wogen rauschen,
Dann alle seine Ufer lauschen; —
Dann atmet rings die weite LuftDer frommen Vorzeit Weihrauchduft; —Dann alle seine Reben steh'nAls woll' dran Gott vorübergeh'n! —Die Fanen weh'n, die Kreuze spiegeln,Und mit des Glaubens heil'gen SiegelnDem alten Strom', to traumvertieft,Wird eine bess're Zeit verbrieft! —Und an den Ufern links und rechts,Wpl jedes Alters und Geschlecht's,Wol jedes Standes, fromm geleitet,Das Volk in Schaaren zieht und schreitet, —Und wo die Pilger immer wallen,
Durch Stadt uud Dorf, — die Glockenschallen
Und geben in die Ferne weitDer Brudergrußes Festgeleit'!
So hoch, die aller Ere wert,
Das Volk am Rhein Maria er't.So gläubig ist sein frommes LiebenDer heil'gen Jungfrau treu verblieben! —So, trotz des Zeitgeist's Gift und Schaden,Zur Mutter strömt es aller Gnaden! —Und ließ und läßt sich nicht d'rin irren,Durch keine Drangsal, keine Wirren,Und bietet bei Maria's Schutz'
Der ganzen Hölle frommen Trutz! —Katholisch ist und bleibt der Rhein,Und würd' ihn auch die Hölle leih'n! —Und dieser Andacht duft'ge Blüten,Das Herz des Volk's Weiß sie zu hüten; —Es pfleget sie mit zartein Sinn'Und achtet höher den GewinnDer Labe, die die Frucht schließt ein,Als Silber, Gold und Edelstein! —Die Prozessionen — seh't! — sie kom-men! —
Woher, woher die tausend Frommen?In fremder Tracht die eine zieht,In fremder Mundart tönt ihr Lied! —Und ob der Sturm die Schwingen schlägtUnd schwarze Wetterwolken trägtUnd Donner, Blitz und Regenguß: —Sie hebt geschwinder nicht den Fuß! —