Wer die Kreuzpartikel hierher geschenkt, ist nicht mehr zu ermitlelu,aber es ist derselben von den frühesten Zeiten her eine große Verehrung be-zeugt worden und alljährlich findet am ersten Sonntage nach Kreuzerfindnngeine Wallfahrt statt, zu der sich auch die Gemeinden Gcisleden und Henthenin feierlicher Prozession, welcher sich stets viele Personen aus der Umgegendanzuschließen pflegen, einfinden und die Feier in Gemeinschaft begehen.
Um die Andacht des Volkes zu vermehren, begehrte und erhielt derPfarrer Klee im Jahre 1804 zu Rom von Papst Pins VII. einen voll-kommenen Ablaß für alle Diejenigen, welche auf Kreuzerfindnng im wahrenGeiste der Buße die heiligen Sakramente der Buße und des Altars in derPfarrkirche zu Kreuzeber empfangen und für die Anliegen der Kirche an-dächtig beten würden.
Der Sage nach soll der h. Bonifazius bereits hier eine Kirche gestiftethaben. Sicher ist es, daß bereits im zehnten Jahrhundert sich hier einesolche befand. Wer der Stifter derselben war, ist unbekannt; seit unvor-denklichen Zeiten übte der Propst von Heiligenstadt das Patronatsrecht anderselben aus. Dieses Patronat ging nach 1766 an den Erzbischof EmmerichJoseph von Mainz und nach Aushebung des Stiftes zu Heiligenstadt aufdie Krone Preußen über.
Da die alte Kirche im Laufe der Zeit banfällig geworden, so wurdedie Errichtung einer neuen beschlossen und damit im Jahre 1738 der Anfanggemacht. Schon im Jahre 1739 wurde sie, wenigstens im Aeußern, vollendet.Eine Inschrift sagt:
Hase est daraus Oaraiai 1738 raosater asäitrauk^ 1739 solara-alter oaaseorata, 1749 ibeao sxorauta et kuadata supra lirnraarketraia.*)
Johann Friedrich von Lasser, Bischof von Lpkvpolis und Weihbischofzu Erfurt, weihete das neue Gotteshaus, den Hochaltar und die beidenNebenaltäre zu Ehren der Jungfrau Maria und des h. Joseph ein.
*) Dieses ist das Haus des Herrn 1738 neu erbant, 1739 feierlich eingeweiht,1740 geziemend ausgeschmückt und gegründet auf einen festen Felsen.