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2: 1887
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Kirche" im romanischen Baustile, sowie 1655 und 1656 deren südlicher Er-weiterungsbau im gothischen Stile; dann erhielt von der Kapelle die Pfarr-kirche selbst den Charakter einer Marienkirche, wie die zahlreichen Widmungs-inschriften bekunden. Die Wandflächen der Kapelle schmückte man mitGemälden; die Ostwand zeigte am „Pilar" (Pfeiler) das „Konterveit"(Bildniß) eines vor dem Gnadenbilde knieenden Ritters (Wilhards); dieSüd- und Nordwände enthalten Scenen des bittern Leidens: Jesus amOelberge, Gefangennehmung, Geisselung, Dornenkrönung, Kreuztragung undKreuzigung Jesu. Als „Trösterin der Betrübten" wird Maria inVerne verehrt. Die Bilder selbst sind Wandgemälde mit lebhaftem land-schaftlichem Hintergrunde aus dem 15. Jahrhunderte und stammen aus derSchule des „Meisters von Liesborn" (bei Lippstadt). Das Gnadenbild stand1670 in einen: Gehäuse, das mit einer kupferner Thür, Schloß und Schlüsselversehen war, seit 1745 ruhet es in einem Tabernakel, gebildet von 2 Halb-cilindern, von denen der äußere feststeht, der innere in einer Spindel laufendees öffnet und schließt. Dieses Tabernakel steht aus einem prächtigen Mutter-gottesaltare (von 1670), der auf beiden Seiten je ein Paar gewundeneSäulen von 8 Windungen und mit geschmackvollen korinthischen Kapitälenzeigt. Den Altar umgibt eine eiserne Vergitterung, tragend auf dem süd-lichen und nördlichen Arme je 7 Leuchter, an den Ecken stehen 2 weiße,je Ivpfündige Wachslichter vom Fürstbischof Wilhelm Anton von Pader-born (f 1782); vor dem Gnadenbilde brennen an den Muttergottesfesten9 silberne Ampeln, die von der Vergitterung herabhängen. Genannter Fürst-bischof ließ 1768 über dem Muttergottesaltare in der Gnadenkapelle einneues Gewölbe (zwei Kreuzgewölbe) herstellen mit seinem Wappen, sowie ander Südseite 2 spitzbogige neue Fenster einsetzen. Hochderselbe schenkte auchdie Orgel in der Kapelle. Ueber der Eingangsthüre steht eine Marienstatuemit „oi-g, pvo nodis'st desgleichen im Innern an dem hohen Schwibbogendes Gewölbes: „Heilige Maria! Du Trösterin der Betrübten, bitte füruns!"

3. Die heilige „Tracht von Verna."

Der Paderborner Staatskalender zeigte früher regelmäßig den Tagdieser h. Tracht, auch „Tagfahrt" (einen Tag dauernd) genannt, an. Leiterdieser Fahrt oder großen Prozession war der Archidiakon von Paderborn;sie galt von 1256 bis 1783 dem Gnadenbilde allein. Seit 1783 wurdeauch die Monstranz mitgenommen. Die Berichte melden von diesem „umb-trag der Muttergottes Mariä mirakulößer Bildnüß" wie folgt: „Am Sonn-tage vor dem Feste Johannes des Täufers wird aus der Kirche des h.Petrus (zu Geseke) jährlich eine feierliche Bittprozession geführt zur Statueder seligsten Jungfrau Maria in Vernaburg, durch Wunder berühmt, einemGaue der Diözese Paderborn, der 1^/z Stunde von Geseke (nach Köln ge-hörend) entfernt ist. Nach Hochamt und Predigt in Verne geht der Zug