es die Grafen von Nassau-Saarbrücken zu Lehen trugen. Von diesen kaufte esder Kurfürst Balduin von Trier, ließ an Stelle der Kapelle eine stattliche Kirchebauen und gründete um dieselbe das Städtchen St. Wendel, welches er be-festigte und mit Mauern umgab. Diese Kirche soll der Kardinal NikolausSusanns eingeweiht und derselben eine silberne Ampel geschenkt haben. Alser das Grab öffnete, um den Leichnam zu untersuchen und in der neuenKirche beizusetzen, fand man noch alle Gebeine unversehrt, das Fleisch aberwar in Asche verwandelt. Diese Asche sammelte er in zwei lederne, mitSeide überzogene Beutel: die Gebeine aber ließ er mit Gold- unv Silber-draht zusammenheften, in einen hölzernen Schrein einschließen und sodannhinter dem Hochaltar so hoch aufstellen, daß man darunter weg gehen konnte.Da aber die Pilger von dem Schreine stets Stücke abtrennten und als An-denken mit nach Hause nahmen, so entstand in demselben eine Oefsnung, sodaß man die Gebeine sehen und berühren konnte. Deshalb ließ der Kur-fürst Jakob einen neuen Schrein anfertigen und befahl, daß derselbe nur zugewissen Zeiten ausgestellt werden sollte.
Als im Jahre 1699 durch den Weihbischos von Trier, Peter VerHorst,der Schrein geöffnet wurde, fand man noch alle Glieder wohl befestigt. DieGebeine lagen auf einem Stücke eines Benediktiner-Habits und waren mitzwei Tüchern bedeckt. Auf der Brust lag der Abtsring, den er in seinemLeben getragen hatte.
Zahlreich sind die wunderbaren Gebetserhöruugen, welche man derFürbitte des h. Wendelinus zuschreibt. Im Jahre 1320 wüthete eine Pestunter Menschen und Vieh, verschwand aber auf die Fürbitte des Heiligen.Im Jahre 1566 brannte das Schloß Saarbrücken; da nahmen Graf Johannund seine Gemahlin Mechtilde ihre Zuflucht zu dem Heiligen und gelobteneinen silbernen, vergoldeten Kelch und jährlich ein Lamm an die Kirche.Darauf soll das Feuer sofort erloschen sein. Der Kelch befindet sich noch inSt. Wendel und eine Inschrift auf demselben bekundet das Ereigniß.
Der Kalvarienberg best Ahrweiler.
ie Chronik des ehemaligen Klosters daselbst berichtet, daß eindeutscher Ritter, dessen Name nicht genannt wird, welcher imJahre 1440 aus Jerusalem heimkehrte, eine große Aehnlichkeit in der Lagedes Berges gegen die Ahr zu mit Jerusalem fand. Bei Ausmessung derEntfernungen ergab sich, daß die Entfernung von der Pfarrkirche in Ahr-weiler bis auf die Spitze des Berges genau dieselbe sei, wie vom Hausedes Pilatus nach Golgatha. Die Ahr schien ihm in ihren Windungen durch