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2: 1887
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Bauern bis zum Frauenberg gekommen, wo man sogar die Gräber aufriß,die Gebeine der Todten zerstreute und zuletzt Kloster und Kirche in Brandsteckte. Endlich wurden die verwilderten Bauern von dem Landgrasen Philippvon Hessen geschlagen und die Rädelsführer in der Stadt hingerichtet.

Wenn auch stets das gläubige Volk mit Freuden hinaufeilte, um indieser stillen Kirche vor Maria, der Mutter der Barmherzigkeit, sein Herzauszuschütten und sie um ihren Beistand anzuflehen, so wurde der Frauen-berg doch erst zum wahren Wallfahrtsorte, seitdem durch die FürspracheMariens die Stadt Fulda von einem großen Uebel befreit wurde. Unterder Regierung des Abtes Balthasar von Dermbach wüthete im Jahre 1597furchtbar die Pest. Eine große Anzahl der Einwohner Fuldas wurde durchden schwarzen Tod dahingerafft. In dieser Noth nahmen sie ihre Zufluchtzur Helferin aller Christen. In feierlicher Prozession zogen sie hinauf zudem hl. Berge und flehten die Himmelskönigin an, am Throne Gottes fürsie zu bitten, daß der Herr die schwere Heimsuchung von ihnen abwendenmöge. Und sie hatten nicht umsonst gefleht; denn die Pest war von diesemAugenblicke an verschwunden. Aus Dankbarkeit setzten die Geretteten amFuße des hl. Berges eine Säule mit dem Bildnisse der Himmelskönigin undgelobten alljährlich am Tage vor Mariä Himmelfahrt in feierlicher Pro-zession auf den Frauenberg zu ziehen, welche Prozession noch bis jetzt ge-halten wird.

Erst im Jahre 1623 konnten die ehrwürdigen Väter Franziskaner,welche von nun an den Gottesdienst versehen sollten, den Frauenberg wiederbeziehen. Im Jahre 1756 brannten Kloster und Kirche nochmals ab, wurdenaber schon 1757 wieder in ihrer jetzigen Gestalt hergestellt.

Von Nah und Fern kommen die Andächtigen, um Maria ihre Ver-ehrung darzubringen und der Zudrang des gläubigen Volkes, besonders anMarienfesten ist so groß, daß 10 bis 12 Priester nöthig sind, um die hl.Sakramente zu spenden.

Das Franziskanerkloster wurde in Folge des Culturkampfes auf-gelöst.

Das wunderthätige Bild ist Maria vom guten Rath. Die Gebets-erhörungen sind zahllos.