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Der Kalvarienberg zu Neustadt.
eustadt, ehemals Weihersfrei, polnisch Weiherowska Wola, imKreise gleichen Namens, der den nordwestlichen Theil des Re-gierungsbezirks Danzig einnimmt, an die Provinz Pommern grenzt und imNorden die Ostsee berührt, liegt an der Eisenbahn, die von Danzig nachStettin führt, in dem sogenannten Rhedathale, zwischen waldigen Höhen,sechs Meilen von Danzig entfernt, hat eine klimatisch gesunde Lage und istein vielbesuchter Wallfahrtsort. Es hat zwei katholische und eine prote-stantische Kirche, besitzt ein Gymnasium, eine Provinzial-Irrenanstalt, zweiKrankenhäuser (das katholische wird von den Schwestern des h. Vincenzvon Paul geleitet) und hat nach der letzten Volkszählung 5147 Einwohner,wovon die Hälfte katholisch ist. Das ehemalige Franziskaner-Reformaten-Kloster ist seit 1872 im Besitze der Stadt und zur städtischen Schule einge-richtet. Die Klosterkirche gehört der katholischen Gemeinde. Von derselbenaus bewegen sich die jährlich am 1. Mai, Himmelfahrt Christi und amDreifaltigkeitsfeste eintreffenden Wallsahrtsprozessionen, welche von Olivaund Bercnt kommen, nach den Calvarienkapellen. Nachdem 1875 die Patres,welche sich 1872 ein neues Kloster errichtet hatten, entfernt worden, werdendie Wallfahrtsandachten von der Pfarrkirche aus geleitet. Am zahlreichstenbesucht sind die Feste Christi Himmelfahrt und Dreifaltigkeit, an welchenmehr als 10,000 Wallfahrer von nah und fern hierher kommen-
Jakob Weiher*), einem alten einflußreichen westpreußischen Adelsge-schlechte entstammend, war Wojewode von Marienburg, Kriegsoberster in
*) Das Geschlecht der Weiher wanderte in der zweiten Hälfte des 14. Jahr-hunderts aus Franken nach Pommerellen ein. Ihre Stammtafel ist folgende:
I. Theodor Weiher.
II. Martin Weiher.
III. Ernst Weiher.
Franz, Johann, Demetrius, Melchior, Ludwig, Martin Wladislaw.
Ernst, Nikolaus, Jakob, Ludwig.
I. Theoderich Weiher soll gleichzeitig mit den Kreuzrittern nach Preußen undPommern gekommen sein.
II. Martin, Besitzer der Lebaschen Güter in Pommern und Bischof von Kaminin Peru, f 1556.
III. Ernst, Erbe in Leba, Oberst des Königs Sigismund August, Starost vonPutzig, Neuenburg und Sobowitz, war der erste, welcher aus Pommern nach Preußenkam. Er söhnte sich 1585 als Protestant mit der kath. Kirche aus, war mit AnnaMortenska, Tochter des Unter-Kämmerers von Marienburg und Schwester des Woje-woden Ludwig Mortenski von Culm, verehelicht. Er hatte mit ihr 5 Töchter und« Söhne. Er starb als Wojewode von Culm. Sein Sohn Franz starb jung in