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Wie mehrfache Dokumente beweisen, befand sich an dieser Stelle schonseit alten, unvordenklichen Zeiten eine der h. Anna gewidmete Kapelle, vonwelcher auch der Berg selbst „Annaberg" genannt wurde. Dorthin fandenaus den umliegenden Orten zahlreiche Wallfahrten statt. Aber diese Kapellewar mit der Zeit sehr in Verfall gerathen und es mußte eine durchgreifendeRestauration derselben stattfinden, wenn dieselbe nicht gänzlich zu Grundegehen sollte.
Im Jahre 1637 war mit mehreren anderen Ortschaften der Rhein-pfalz auch Burrweiler in den Besitz der reich begüterten Familie von derLepen gekommen. Der Graf Franz Karl von der Leyen hatte zur GemahlinAnna Josepha, Tochter des Freiherrn Franz Heinrich von Dalberg, Burg-grafen zu Friedberg. Er sowohl wie seine Gemahlin waren fromme Christen,denen das Wohl ihrer Unterthanen und das Gedeihen der Religion amHerzen lag. So faßten sie denn auch den Entschluß, die Restauration derSt. Anna-Kapelle vorzunehmen. Der Graf stellte einen sogenannten Collekten-brief aus; der gräfliche Amtmann Franz Joseph George von Burrweilersammelte die milden Beiträge, welche reichlich flössen und schon am 5. Juni1765 wurde der Grundstein zur Wiedererbauung der Kapelle gelegt. Ueberdem Portale derselben befindet sich die Inschrift:
D. 0. N.
DouoriDivas etDloriosae inatris^nnae itsrato
oonssorantUöstauratorss1765.
Gleich nach der Restauration fanden feierliche Bittgänge nach derKapelle und Betstunden in derselben statt und zwar zur Abwendung derüberHand nehmenden Rebensticher. Bittgänge werden genannt aus denOrten Edesheim, Hainfeld, Weyer, Roßbach, Gleisweiler, Burrweiler undFlemlingen. Aus früheren Zeiten wird gemeldet, daß in dem Pestjahre1666 viele Prozessionen nach dem Annaberge gekommen sind; auch stammenvon diesem Jahre her die noch jetzt üblichen Prozessionen von Burrweilerund Flemlingen am 1. Mai und in der Kreuzwoche. Außer diesen beidenVotivtagen wird noch besonders das Fest der h. Anna (26. Juli) und die9 folgenden Dienstage gefeiert, in welcher Zeit über 3666 Gläubige vonNah und Fern die heiligen Sakramente empfangen. Ein älteres Gedichtbesingt die Gnadenkapelle wie folgt:
Hoch ist, o HerrI dein Haus, bewölkter Berge HöhenNoch nicht der Schemel sind, da deine Füße stehen.
Doch wo Dein Heiligthum bey uns auf Erden wohnt,
Da ist, o Herr! dein Haus, da deine Gottheit thront.