Druckschrift 
2: 1887
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dem Kaiser Diokletian den Matertod erlitt. Mit besonderer Feierlichkeitwird das Fest dieses Heiligen jährlich am 8. August hier begangen und esbesteht der Gebrauch, den h. Cyriakus besonders um seine Fürbitte bei Gottzu einer gesegneten Weinlese anzurufen.

Am 29. Juli 1811 ordnete der General-Provikar des Bisthums Mainzan, die Cyriakuskirche zu schließen und das Bild des h. Cyriakus, in diePfarrkirche zu Grevenhausen zu bringen. Das Fest des h. Cyriakus solltefortan am Sonntage nach dem 8. August in dieser Pfarrkirche abgehaltenwerden. Da diesem Befehle nicht Folge geleistet wurde, so wurde derselbeam 8. September 1812 erneuert. Indessen durch die Bemühungen desDechanten Stephan wurde dieser Befehl dahin abgeändert, daß die Wall-fahrtskirche bestehen bleiben, das Fest des h. Cyriakus aber in der Pfarr-kirche abgehalten werden sollte. Nun aber wollten die Einwohner vonLindenberg das Bild des Heiligen nicht verabfolgen und ein Bürger, FranzColson, verbarg dasselbe auf seinem Speicher. Hier wurde es nun verehrt.Aber die königl. Kreisregierung hielt es für unschicklich, daß das Bild einesHeiligen in einer Privatwohnung verehrt und dabei Opfergaben gesammeltwürden und fand in dem ersten Bischöfe der wiederhergestellten DiözeseSpeier, Matthäus von Chandelle bereitwillige Unterstützung. Am 21. März1822 erhielt der Pfarrer von Grevenhausen den Auftrag, das Bild in derStille, Morgens in aller Frühe, aus dem Hause des genannten Bürgersabzuholen und in der Pfarrkirche aufzustellen. Der Pfarrer aber hattewichtige Bedenken, den Auftrag auszuführen. Später kam das Bild wiederin die alte Burgkapelle und es wurde auch das Fest des h. Cyriakus wiederin derselben gehalten.

Die St. Anna-Kapelle bei Buvrweilqe.

ine Stunde vom Annweiler Thal aus nördlich, westlich oberhalbdes Pfarrdorfes Burrweiler, erhebt sich über der herrlichenRheinebene die St. Anna-Kapelle. Unmittelbar hinter dem Dorfe Burr-weiler erhebt sich ein mit Reben bepflanzter und mit einem Fichtenwäldchengekrönter Hügel, auf dessen Vorsprung zwischen schattigen Linden die Kapellesteht. An der westlichen Seite der Kapelle befindet sich ein großer, freierPlatz, auf welchem die zahlreichen Pilger, welche in der Kapelle nicht Raumfinden können, dem Gottesdienste und der Predigt beiwohnen. Zu diesemZwecke ist an der Kapelle ein hölzerner Neubau angebaut, in welchem sicheine steinerne Kanzel befindet. Die Kapelle selbst, aus Stein gebaut undmit einem kleinen Glockenthurme (Dachreiter) versehen, hat drei einfacheAltäre, bietet aber sonst nichts Merkwürdiges dar.