Druckschrift 
2: 1887
Seite
257
Einzelbild herunterladen
 

Die, Kapelle genannt Klause Zerselbaäz.

der Nähe von Königsbach liegt eine vielbesuchte Wallfahrts-kapelle, Klause Zeiselbach genannt, über welche der geistliche RathEmmanuel Berwig, Pfarrer von Königsbach, nachstehende Aufzeichnungengemacht hat:

„Auf der Banngrenze des Waldes zwischen Ruppertsberg und Königs -bach, Vz Stunde von letztgenanntem Orte entfernt, liegt im Thale aufWiesengrund gar still und freundlich und anmuthig die Kapelle der heiligenvierzehn Nothhelfer, unter obigem Namen bekannt.

„Ursprünglich war sie, — bevor die Andacht zu den heiligen vierzehnNothhelfern entstanden — nach der ältesten Urkunde eine sogenannte Oorporisübristi Kapelle und nach dem Berichte des Pfarrers Chevalier vom Jahre1737 war der h. Apostel Bartholomäus Patron der Kapelle und auf diesesFest die Kirchweihe der Kapelle, weßhalb man früher am Sonntage nachBartholomäus xroesssionalitsr nach der Kapelle wallfahrtete und den fest-täglichen Gottesdienst au diesem Tage in der Kapelle hielt.

„Alljährlich wurden vier Prozessionen in die genannte Kapelle geführt:

1. in lssto 3. ,Iossp>iri.

2. lor. II. (Montag) post iUasolla.

3. Sonntag nach St. Bartholomäus.

4. In lssto Oorporis (Iliristi (Fronleichnam).

„Die älteste Urkunde der Kapelle ist ein Ablaß-Breve, datirt vomJahre 1351. Aus derselben läßt sich die Vermuthung begründen, daß imJahr 1350, also um die Mitte des 14. Jahrhunderts, die genannte Kapelleerbaut worden sei; denn Papst Clemens VI. verlieh unterm 6. Februar1351 von Avignon aus der genannten viele Jndulgenzen, und dehnte die-selben auch auf zwei um die Kapelle besonders verdiente Männer aus:lloavvss 60 Oavo und Hrsrnitg. Diakon. Dieses Jndulgenz-Breve ist imUrkundenbuch von Domkapitular Remling Bd. II. 228 verdotsnusaufgeführt und dessen Aechtheit von Bischof Reinhart im Jahre 1441 bestätigt.

„Viele stürmische Zeiten gingen an der Kapelle vorüber. Die Wunden,welche die Ungunst der Zeit ihr geschlagen, lagen offen da.

„Im Jahr 1793 diente die Kapelle den Preußen, die im Thale ge-lagert, als Stall und tief in den Speiß eingedrückte Kugelnarben zeigten,daß sie sogar als Zielscheibe ehrloser Krieger gedient habe.

„Von da blieb die einsame Kapelle verödet; die Thüren waren einge-schlagen, sie diente Wilderern und Waldfrevlern als Asyl.

„Bischof Nikolaus von Weis von Speyer, welcher in der ganzenDiözese das religiöse Leben mit neuem Feuer entzündet, warf einen er-