Die Schukkermuttep bei den Franziskanern in
Ingolstadt.
chon vor dem Jahre 1397 haben die in Ingolstadt seit vielenJahren ansässigen Juden ihre Synagoge nnd ihren sogenanntenJudenhos verlassen. An der Stelle der Synagoge wurde ein Kirchlein er-baut und der seligsten Jungfrau geweiht. Dieses Kirchlein lag an derSchutter, einem kleinen Flüßchen, das durch die Stadt fließt und sich in dieDonau ergießt. Das in diesem Kirchlein zur Verehrung aufgestellte Marien-bild hatten die Juden von dem Orte, wo es früher stand, herabgeworfen,ihm den Kopf abgeschnitten und in die Donau geworfen. Doch das Bildging nicht zu Gründe. Die Wellen des Donanstromes trugen es gen Ingol-stadt und von dort schwamm das Bild aufwärts in die Schutter, bis esvor dem oben genannten Kirchlein landete. Da wurde es nun von einigenBewohnern der Stadt gesehen, aus dem Wasser gehoben und, nachdem eswieder hergestellt worden, in dem anliegenden Kirchlein aufgestellt. Dasheilige Bild fand immer mehr Verehrer und die Mutter Gottes belohnte dieAndacht und das Vertrauen durch zahlreiche Gnadenerweisungen. Von Nahund Fern strömte das Volk hinzu und nannte das Gnadenbild nur die„Schuttermutter."
Im Laufe der Zeit nahm die Wallfahrt zur Schuttermutter ab, bisim Jahre 1606 Kurfürst Maximilian I. von Bayern das Kirchlein denAugustiner-Eremiten übergab, die sich daneben ein Kloster bauten und dieAndacht zur Gnadenmutter wieder in Aufnahme brachten. Im Jahre 1740wurde das Gnadenbild in die neuerbaute Augustinerkirche übertragen, dortauf den Hochaltar gestellt und der Verehrung ausgesetzt. Nun nahmen dieWallfahrten wieder ihren Anfang und das Vertrauen der Pilger wurde oftwunderbar belohnt.
Martin Obermaier, Meßner von Rockling, erklärte, daß ein gewaltigerBlitzstrahl in den Kirchthurm eingeschlagen, ihn fast leblos zu Boden ge-worfen, die Augenlider ihm verbrannt und das Licht der Augen ihm geraubthabe. Als er nach einer halben Stunde sich etwas erholt, habe er sich zurGnadenmulter in der Augustinerkirche zu Ingolstadt verlobt, worauf er nichtnur das Augenlicht, sondern auch völlige Gesundheit wieder erlangt habe.
Richildis Pischlin von Hitzhofen wurde dergestalt rasend, daß sie zweiMänner mcht halten konnten. Als sie aber nach vielen vergeblich angewand-ten Mitteln von ihrem Ehemanne der lieben Frau ob der Schutter verlobtwurde, ließ die Tobsucht alsbald nach. Zur schuldigen Danksagung erschie-nen beide Eheleute in dem Schutterkirchlein und entrichteten ihr Gelübde.